Wo kommen die Drachen her?

Hier können Fragen von, für, mit und über Drachen gestellt oder aber einfach allgemein über Drachenspezifische Dinge diskutiert werden.
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schnorcheljoerg

Wo kommen die Drachen her?

#1 Beitragvon schnorcheljoerg » Do 25 Nov, 2004 02:58

Die Drachenabbildungen wie wir sie heute kennen, gibt e erst seit dem 13.Jahrhundert n.Chr. Unseren heidnischen Vorfahren waren schlangenähnliche Tiere heilig. Darstellungen findet man auf vielen Schmuckstücken, Waffen oder anderen im Boden nicht so vergänglichen Materialien. Viele dieser "Drachentiere" sind auch in Holz geschnitzt worden, leider vergeht Holz schnell in der Erde. Trotzdem sind schöne "Drachen"darstellungen in Holz erhalten geblieben, als Wasserfunde oder in feuchter Erde. Im Buch "Die alamannen" aus dem Theiss Verlag sind schöne Bilder diesbezüglich zu finden. Die Wikinger haben den Drachenstil zu höchster Blüte getrieben, auch im irisch/keltischen Bereich finden wir heute noch schöne, meisstens stilisierte Drachen. Als bekanntestes Beispiel mag die Midgartschlange dienen. Grundsätzlich waren die schlangenartigen Drachen ohne Flügel gute, heilbringende Tiere, die von den Menschen verehrt und angebetet wurden.Lebende Schlangen galten unseren heidnischen Vorfahren als nützlich und gut. Erst das aufkommende Christentum hat die "Schlangentiere/Drachen" verteufelt. So ist die Schlange als Verführer und Ursache alles Bösen in der Bibel als verteufelung der guten heidnischen Schlangen zu sehen. In der romanischen, christlichen Kunst werden diese guten heidnischen Drachen als böse, teuflische Wesen dargestellt, ohne Flügel, so wie unsere Vorfahren selbige kannten. Es war übrigends bei Todesstrafe verboten, die ursprünglich guten Drachentiere in christlicher Zeit zu verehren. Das diese Drachen gut waren zeigt unter Anderem auch die Tatsache, daß viele Särge mit schützenden Schlangen/Drachenköpfen, oft Doppelköpfig versehen wurden.
Mit der aufkommenden Darstellung des Teufels als Flügelwesen wurde dann im 13.Jh. der Drache immer öfter mit Flügeln dargestellt. Daraufhin wurden die Flügel auch den anderen bösen Wesen vererbt, wie den Basilisken, den Greifen, den Vogel-Sirenen oder den Zentauren.
So kann ohne Zweifel gesagt weden, daß wir den heutigen Drachen der christlichen Mythologie zu verdanken haben. Jedoch hat sich der Gedanke des bösen Drachen nie durchsetzen können, da die guten heidnischen Drachen im Volksbewustsein bis heute stark verankert sind. Auch bei Silverdraks Galerie sind die meissten Drachen gute Drachen.
Ich würde mich freuen, wenn wir die Diskussion zu diesem Thema weiterführen könnten, also schreibt fleissig. Gruss Schnorcheljörg :?

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#2 Beitragvon Blackdrag » Do 25 Nov, 2004 12:26

*auch großer Greifenfan ist*

Erstmal: Schön, dass du wieder da bist.

Zum Thema:
Interessant! Ich muss zugeben, dass ich mich bisher weder mit der nordischen Mythologie so umfangreich beschäftigt habe, noch sehr bibelfest bin. Schlangen- und Drachengestalten scheinen in jeder alten Kultur eine wichtige Rolle zu spielen. Ich bewege mich eher in die Richtung der ägyptischen Mythologie.

Kleiner Exkurs in die ägypt. Mythologie der Schlange:

Auch im alten Ägypten wurden Schlangengestalten verehrt. Die beiden besten Beispiele hierfür wären die Göttin Wadjit (auch bekannt als Uto) und der Schlangendämon Apophis. Nur nimmt die Schlangengestalt hier mehrere Rollen ein. Im Falle Wadjits stellte - welche meist in Gestalt einer Kobra erschien - sie ein Symbol der Oberherrschafft und des Schutzes dar. Apophis hingegen wurde immer als böse niederträchtige (Schlangen-) Kreatur geschildert, welche hauptsächlich mit der Unterwelt und dem Chaos assoziiert wurde. Viele der Abbildungen in Tempeln und Gräbern stellten auch geflügelte Schlangen mit einer Vignette (altagypt. Symbol der Ewigkeit), so auch im Tal der Königinnen, dar.

Aber es ist schon irgendwie merkwürdig, dass im Ursprung vieler Mythen (Die Schlange die Eva verführt, ägypt. Mythos des Kampfes zwischen Re und Apophis) oft eine Schlange eine tragende Rolle spielt. Daher ist es meiner Meinung nach auch fast ein Ding der Unmöglichkeit herauszufinden wo der Mythos des Drachen wirklich begann. :|
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#3 Beitragvon Silverdrak » Do 25 Nov, 2004 18:22

Oh! Interessantes Thema!
Das ist etwas das ich auch schon länger wissen möchte.
Bislang hatte ich immer den eindruck das die Midgardschlange der älteste (oder ist es die älteste?)Drache ist. Allerdings kenne ich mich mit dem Ägyptischen Mythen nicht so aus.
Ehm... kann es sein das die Midgardschlange mehrere Namen hat? Ich hab hier jedenfalls verschiedene. In dem einen Buch heißt sie Jörmungand ind dem anderen Midgardsomr (und wird dort als dämonische Riesenschlange bezeichnet), anderswo wird sie mit dem jüdischen Leviathan vergliechen. Noch wo anders soll sie sich auch in den Schwanz beisen, aber das tut doch Ourobos (oder wie er heißt).
Mit zu den ältesten Drachen zähle ich noch Tiamat (Urmutter des Alls, Chaosdrache, Göttin des Salzwassers). Weis einer aus welcher Kultur Tiamat stammt? Würde mich auch mal interessieren, alt ist sie jedenfalls.

Und wo kommt eigentlich Bahamut her? Gibt es den wirklich auch in Mythen oder ist er nur eine Final Fantasy Erfindung? Bislang habe ich noch nicht über ihn finden können sonst. Er wird aber von manchen Leuten als Drachengottheit gezählt und dann wieder zu einer Gruppe von Drachengöttern zusammen gefasst --> Leviathan, Tiamat, Behemoth und Bahamut (Wasser, Luft, Erde, Feuer). Ist an dem was dran (sofern man das sagen kann^^). Weis das jemand?


--Wems aufgefallen ist: Ich hab letzteres für meinen Rollenspiel-Charakter (im anderen Forum) weiterverwendet, weil ich den Gedanken ganz nett fand, es stammt aber nicht von mir-- :)

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#4 Beitragvon Blackdrag » Do 25 Nov, 2004 20:39

Vergiss den Nidhoggr (auch bekannt als Nidhögg und Nidhörgr) nicht. Das war -wenn man den altnordischen Mythen Glauben schenkt- ein leichenfressender Drache, der unter einer der Wurzeln Yggdrasills (altnord. Bezeichnung für den Baum des Universums) lebt und an dessen Wurzeln er seine Klauen wetzt. Sein Name soll soviel bedeuten "wie der grimmig Hackende". ^_^ *lol*

Aber wie schon gesagt die nordische Mythologie liegt mir nicht so. Zum Beispiel dachte ich immer ein Behemot sei ein pelziges Ungetüm -was Ähnlichkeit mit einem großen (etwas misratenen) Löwen hat- und kein Drache. Tja, man lernt doch nie aus.
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#5 Beitragvon Silverdrak » Do 25 Nov, 2004 20:44

Ja dachte ich auch immer das Behemoth pelzig ist. Die einen sagen so und die anderen so. *schulter zuck*

naja nach moderner Zeit gibts ja auch pelzige Drachen. ;) *auf die Dimar verweis*

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#6 Beitragvon Tilondrion » Do 25 Nov, 2004 20:58

Wow wirklich ein interessantes Thema. Ich wusste nur dass die Drachen in der nordischen Mythologie gut vertreten sind.
In einem Buch habe ich einmal gelesen dass der Drache in der taoistischen Symbolik von China als Geist des Weges verehrt wird welcher ewige Veränderungen mit sich bringt. Oftmals war er auch Hüter der Falmmenden Perle welche die spirituelle Vollkommenheit verkörperte. Weisse Drachen stellen den Mond dar.
Naja die Christen haben den unterirdischen Drachen mit dem Teufel gleichgestellt. Der englische Spitzname des Teufels Old Harry stammte vom persischen Drachengott Ahriman. Er war der dunkle zwillingsbruder des höchsten Lichtgottes. Wie der gefallene Engel Luzifer hat Ahriman gegen seinen göttlichen Bruder gekämpft und wurde draufhin in die Unterwelt verbannt. Auf diese Weise wurden die Drachen der Tradition nach zu Wächtern über unterirdische Schätze. :)

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#7 Beitragvon Valya » Fr 26 Nov, 2004 20:20

Ein sehr interesanntes Thema nur wen nich das hiereinem Freund erzähle komtm der direkt wieder wir hätten uns diesen Drachenglauben nur ausgedacht...(bis auf Nidhögg leugnet er alles XD ) er glaubt nur an das was in seinem Mythologie buch steht und ist nicht von der überzeugung abzubringen das es sonst nix andres gibt... sowas kommt vom Gymnasium :x ... das schlimme daran ist er hatt wirklich nur eins über Keltisch nordische mythen und ein über griechich und co alos davon könnt ich mir keine meinung machen....:|
kein wunder das er dann nix kennt :x

Aber soweitr ich weiss ist Tiamat doch aus dem Babylonischen Glauben? oder irre ich mich da nun?
ich meine da mal irgendwo was gelesen zu haben...

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#8 Beitragvon Blackdrag » Di 30 Nov, 2004 00:53

Kann sein, obwohl ich auch irgendwo schon mal gelesen habe, dass Tiamat im jüdischen Glauben beheimatet ist.

Mal so'ne Frage nebenbei. Weiß einer wie alt die Nibelungensage ist?
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#9 Beitragvon Valya » Di 30 Nov, 2004 18:28

Genau weiss es keiner würde ich mal sagen ich kann nur sagner das sie zur zeit der alten Germanen bzw. dem übergang ins dunklezeitalter angesiedelt ist ;)

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#10 Beitragvon Dragobaert » Di 07 Dez, 2004 11:30

Hi,
sehr interessantes Thema, um sich zu denen zu gesellen, die schon fleißig gelobt haben *nach oben schau*...

Das mit der nordischen Mythologie ist mir auch mal untergekommen, zumidest ist mir die Vorstellung eines Seedrachen in den nordischen Mythen bekannt. Man denke hier vor allem an die "Drachenboote", die jawohl seit Erik dem Roten jeder kennt... Auch auf vielen der Stammessymbole lassen sich Drachen erkennen: z.B. auf den Schlidern der Wickinger... Außerdem hab ich in einem Buch, das wir mal in Haithabu (ist eine alte Wickingersiedlung in Dänemark und heute ein Museum) gekauft haben ein paar Hinweise gefunden, dass auch sehr viel Schmuck von Wickingern aus der Zeit des späten 10. Jh bis etwa anfang des 11. Jh. als Motiv Tiere und nicht zu selten Drachen ähnliche Geschöpfe zeigt. Benannt wurde diese Kunstperiode nach ihrem ersten Fundort Mammen (wird wohl auch irgendetwas nordisches sein...). Man kann auch auf vielen Waffen Drachenornamentik erkennen, das sich dann zu diesen einfach - (also ohne Figurlichkeit) Ornamenten entwickelt hat, die man heute auch noch in so Touristenshops kaufen kann...

Allerdings muss man sagen, dass wohl die ältesten Kulturen, die Drachen zeigten die Chinese und vor allem die Atzteken waren. Die Atzteken verehrten eine Gottheit, die in der Form einer riesigen Schlange immer wieder aufs neue die Sonne fraß. Dieser Gott war ihr höchster er hieß (ich neheme kein Gewehr für die richtige Rechtsschreibung, zumal ich den Namen kaum aussprechen kann...) Quetzalkoatl... Wenn man sich bilder von Tenochtitlan (der Atztekenhauptstadt ... ich hoffe, dass ich mich da nicht mit den Maya vertuh', sollte aber passen) ansieht kann man an den charakteristischen Pyramiden die Drachenskulpturen erkennen, die sich an allen vier Kanten in die Höhe schieben...

so nu tun die Finger langsam von tippen weh ... vielleicht fällt euch ja noch mehr ein, ich find das Thema auf jeden Fall besprechenswert...

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#11 Beitragvon Tilondrion » Di 07 Dez, 2004 19:37

Quetzalcoatl gabs doch auch bei den Tolteken oder?
Ich hatte in der Schule mal alle diese Kulturen durchgenommen. Aber das ist schon mehr als 5 Jahre her. Leider habe ich einiges wieder vergessen.
Ich werde mich mal wieder mit denen befassen müssen.

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#12 Beitragvon Ragnorena » Mo 21 Feb, 2005 19:53

Hab's nachgelesen; Tiamat kommt tatsächlich aus dem Babylonischen Glauben. Ich zitier's mal;
Tiamat(babyl. assyr. "Meer"), babylonischer Mythos:die Urmutter des Alls(eigtl. das personifizierte Salzwasser, das Meer);von Marduk* getötet, der aus ihr Himmel und Erde bildete.

*sumerisch"Jungstier des Sonnengottes"
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#13 Beitragvon Frodo-Froehlich » So 01 Mai, 2005 12:51

Ich weiss, dass Ich jetz völlig realitäts fremd bin, aber zu dem Ganzen will Ich die Tolksche Drachenentstehung hinzufügen.

Im ersten Zeitalter hat Morgoth, Adler der Westernis gefangen (Gwahir's Vorfahren) und ihnen ihre Flügel entrissen (Schwein!) und sie an seine Kreaturen angebracht und solange daran herum experimentiert bis der erste Drache (Srry dessen Namen weiss Ich nicht mehr) entstand. Zum erstenmal im Silmarillion kommt er vor in einer Schalcht zwsichen jene die das Silmarillion zurückerobern wollen und Gothmog's Scharen. Im Schlachtverlauf zeigte sich, dass der Drache sogar dem ganzen Balrogheer überlegen war.


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