[Dragobaerts Zwergenhöhlen]

Die alten Beiträge der Drachenstadt.
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[Dragobaerts Zwergenhöhlen]

#1 Beitragvon Dragobaert » Mo 20 Dez, 2004 19:04

Zwerge und kein Licht in der Höhle... das kann nicht sein. Suchend blickte Dragobaert in die Finsternis. Ohne Magie war hier nichts zu machen und so beschloss er sich erstmal auf den Aufbau der Höhle und die Gestalt des ihn umgebenden Felsens zu konzentrieren. Ahh ... es geht doch ... Vor seinem geistigen Auge zeichneten sich langsam die Umrisse der Höhle ab. Sie war sehr sauber aus dem Fels heraus gehauen und anschlißend glatt gearbeitet worden. Dragobaert waren diese Arbeiten nicht fremd, sie erinnerten ihn sehr stark an die Zwergenhöhlen seiner alten Heimat. Wenn die Zwerge, die dies erschaffen hatten, auch nur im entferntesten etwas mit den seinigen zu tun hatte, dann musste sich am Eingang, gleich auf der Innenseite, eine kleine Einweisung befinden. Erwartungsvoll drehte der große Blaue den Kopf. Was er sah entsprach aber nicht dem, was er erwartet hatte. Es standen hier zwar Runen, die auch offensichtlich zwergischen Ursprungs waren, aber sie waren nicht in der Sprache abgefasst, die Dragobaert gewöhnt war. Es war eine jüngere Sprache, die vielleicht noch zur Hälfte mit der der alten Zwergenreiche übereinstimmte. Komisch... die Alte müssen sie aber auch gekannt haben, denn die Runen auf dem Stein vor dem Eingang sind aus der Zeit der alten Zwergenreiche... Den einzigen halbwegsverständlichen Teil fand der Drache, aber um so spannender, denn er handelte von dem, was Dragobaert nicht erwartet hätte. Der versteckte Eingang und der beschwerliche Weg, sowie der nur für Magier zu öffnende Durchlass sprachen dafür, dass es sich bei der Höhle um eine Truz- und Fluchtburg für verstreute Zwergentrupps handelt, die üblicherweise immer von einem Magier begleitet wurden. Doch was hier nun zu lesen war, stellte die vor dem Blauen gähnende Schwärze, in einem völlig neuen Licht dar. Hier war nicht etwa die Rede von einer Fluchtburg, sondern von dem Zwergenreich, des heiligen Berges! Nun wollen wir doch mal sehen, ob es hier noch Zwerge gibt ...
Der gepanzerte Körper setzte sich gemächlich in Bewegung, während der Kopf interessiert von links nach rechts schwenkte. Der Eingang war magisch geschützt gewesen, aber dieser Zauber war so alt, dass er sich langsam aber sicher in der Umgebung des Steines verlief... man sollte ihn bei Gelegenheit mal erneuern... Nach einigen Schritten erreichte der Drache einen Raum, wie er für die Zwerge so typisch war. Er war kreisrund und in der Mitte stand ein Steinsockel, auf dem verzeichnet ist, wohin die unterschiedlichen, von der Höhle wegführenden Tunnel, gingen.
Während der Verstand des Drachen die Worte entzifferte, hüpfte sein Herz immer höher... Haupthalle, Glitzerhöhle, Schriftensammlung, Mienen, Wohnhöhlen, Glassee, Drachenesse, Wahrt, ... und das letzte ... Lorenweg.
Nach einem entschlossenen Blick in die Runde ging der Drache zielstrebig auf den Gang ganz rechts zu ...

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#2 Beitragvon Dragobaert » Do 30 Dez, 2004 12:20

Er hatte erwartet eine mehr oder weniger interessante Sammlung an zwergischen Schriften zu finden, die über die großen Taten der kleinen Helden berichteten, was in den meisten Zwergenbibliotheken zu finden war. Dies rührte daher, dass die meisten Zwergenvölker dem Festhalten von Geschehnissen oder Wissen auf Papier grundsätzlich etwas skeptisch gegenüberstanden. Für das im kulturellen Leben etwas derbere Volk war es einfach angenehmer, die Geschichten in geselliger Runde von einem alten Zwerg erzählt zu bekommen, den man durch reichliche Spenden (meist in Form von alkoholischen Getränken) gemeinschaftlich zum Fortfahren animieren musste. Es sprach allerdings in erster Linie für das Volk, dass der Wahrheitsgehalt der Geschichten völlig nebensächlich war (was nach Jahrhunderten mündlicher Überlieferung wohl auch nich anders geht). Vielmehr war von großer Wichtigkeit, dass die Geschichten einen sinnvollen und für alle nachvollziehbaren und verständlichen Inhalt hatten. So war es darüberhinaus für das Zwergenvolk nicht ungewöhnlich, dass Mythen und Legenden einfach umgestrickt wurden um dann mit einem veränderten Inhalt wieder unter das Volk gebracht wurden. So wurden von Weisen Zwergen zu aktuellen Themen schon immer mögliche Lösungen vorgestellt.
Kurz und knapp, die zu erwartenden "Schriftensammlung" bestand aus ein paar eingestaubten Regalen, in denen grandiose Trinklieder und Sprüche sowie einige ganz besonders tolle Heldengeschichten festgehalten worden sind.
So betrat der Blaue den Gang nach der letzten Bigung, über der schon in großen Lettern "Bibliothek" geschrieben war. Mit einem etwas gezügelten enthosiasmus tappte der Drache unter dem recht tief liegenden Deckenbalcken durch. Die Höhlen waren halt nicht für Drachen gedacht ...
Um so schlagartiger traf Dragobaert die plötzliche Weite, der sich vor ihm erstreckenden Höhle. Gebannt sog er die nach Pergament riechende, alte und muffige Luft durch die blauen Nüstern. Neugierig und Fasziniert zugleich bewegte sich der Kopf mit den zwei Nasenhörnern von rechts nach links und wieder zurück. Diese "Schrifftensammlung" umfasste mehr Bücher, als die bei den Magiern seiner alten Heimat! Wer zum Kuckuck hat was beim Berge hier aufgeschr... weiter kam er mit dem Gedanken nicht, denn vor ihm, direkt gegenüber dem Eingang, an einer Regalwand angebracht, prankte ein Zeichen, dass der Drache bisher nur ein einziges mal gesehen hatte. Hätten Drachen einen Kloss im Hals haben können Dragobaert hätte mit Sicherheit genau jetzt einen gehabt.
Das Symbol, dass dort dem Eintretenden entgegenstand war kein geringeres, als das der Brüder des Steins, der "Skalden". Kann das sein? Wie sollen sie hierher gekommen sein?
Die Skalden waren die einzigen wirklich großen Zauberer der Zwerge, um die sich die phantastischsten Legenden rankten. Es heißt sie sollen in der Lage gewesen sein, aus Stein Magie zu ziehen. Jeder weiss, dass in allen Dingen, die sind, Magie ist und diese kann zur verstärkung der eingenen Kräfte dienen. Doch war es schon immer schwer diese Kräfte nutzbar zu machen, und um so schwerer es war, diese Magie zu erreichen, desto stärker war sie (zumindest hatte diese Theorie einer der größten Menschenmagier, den es jemals gab ... Lot-Ionan). Die unglaubliche Leistung der Skalden bestand darin diese Magie nutzen zu können. Es muss eine faszinierende Magie gewesen sein...
Gemessenen Schrittes ging der große Drache zwischen den Raglaen hindurch und warf immer wider neugierige Blicke in die Sammlungen. Wie aufregend, vielleicht finden sich hier tatsächlich die Schriften der Skalden, von denen die Zwergenzauberer aus seiner alten Heimat erzählt haben. In ihnen so hieß es, sei fast alles Wissen der Zwerge gesammelt und noch mehr. Es gab eine Schriftensammlung der Skalden, in der sie auch Schriften aus den Menschen- und vielen anderen Reichen lagerten.
Zufrieden über den Fund stahl sich ein kleines Lächeln über Dragobaerts Lippen. Ich muss mir unbedingt ein Plätzchen zum Lesen suchen...
Zuletzt geändert von Dragobaert am Di 11 Jan, 2005 17:07, insgesamt 2-mal geändert.

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#3 Beitragvon Dragobaert » Fr 07 Jan, 2005 22:40

Da sich ihm eine völlig neue Welt offenbart hatte, indem Dragobaert in den alten, staubigen und etwas vom Alter windschiefen Bücherregalen gefunden hatte, was lange als verschollen galt. Die alten Schriften der Skalden, der wohl größten Zwergenmagier, waren tatsächlich in dieser unscheinbaren Bergkette über die Zeiten aufbewahrt gewesen. Dem blauen Drachen war klar geworden, dass er nun ein Zuhause gefunden hatte, zumindest wäre es geradezu unerklärlich gewesen hier nicht zu bleiben. Doch, was vor allem anderen Vorrang hatte, gerade weil es hier die Schriften aus grauer Vorzeit gab, war, dass erstmal alles ausgibigst erkundet wurde. Es war natürlich nicht zu erwarten, dass es nach dieser Sensation noch weiters zu entdecken gibt.
Sprachlos blickte der Drache über die, sich vor ihm ins unendliche erstreckende, kristallklare Fläche reinen Gletscherwassers. Ein See von ungeahnter Größe, im Innern des Berges! Ohne es richtig zu glauben sahen die kurz blinzelnden Augen, was jedem gemalten Bild oder jeder Beschreibung spotten würde... Er war glasklar und musste wohl aus den Bergen gespeißt werden, denn das Wasser war zudem auch verdammt kalt etwas fröstelnd zog Dragobaert seine Schwanzspitze wieder aus dem Wasser. Langsam breiteten sich die, durch die Berührung der Oberfläche entstandenen, Kreise immer weiter aus. Nicht, das dem Drache Kälte etwas ausmachen würde, aber unangenehm war sie mitunter schon ...
Dummerweise, war dieser See wohl eine ähnliche Sackgasse, wie die Mienen. Beide versprachen weite noch zu erkundende Bereiche, aber das waren jeweils mit großer Wahrscheinlichkeit so umfangreiche Erkundungsmärsche, dass es nützlicher wäre ersteinmal die anderen Höhlen des Reiches zu erkunden. Sie waren sehr viel näher und direkter mit den Hauptgängen verbunden und so auch für den großen Drachen besser zugänglich. In meinem alter neigt man wohl schon zu der einen oder anderen Bequemlichkeit ... grinsend drehte der Drache um und ging wieder in die Halle mit dem Wegweiser, um sich in einer weiteren Höhle umzusehen ...
Zuletzt geändert von Dragobaert am Di 11 Jan, 2005 17:18, insgesamt 1-mal geändert.

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#4 Beitragvon Dragobaert » Sa 16 Apr, 2005 12:50

Die Augen des großen Blauen funkelten, als er in die Drachenesse kam. Immerhin, ist im Namen des Raumes auch meine Art verzeichnet ... Nach mehreren Verwinkelten Gängen und einigen Abzweigungen in die Wohnungshöhlen des Berges, erreichte er den Raum vor dem er nun stand. Die großen Türflügel, die doch erstaunliche Ausmaße hatten hatten es erforderlich gemacht die weite der Vorhalle proportional zu vergrößern, sodass man am Ende der Halle die Flügeltüren anschlagen konnte, die das gesamte Raumende schlossen. Warum so eine Große Tür, wo doch Zwerge bekanntlich nicht so die Über-Körpergröße aufweisen ? ... Naja egal, aber was ist das ... Neugierig senkt sich der kantige Schädel des Drachen. Die Tür war verziert mit magischen Runen. Runen der Zwerge, und zwar in der alten Zwergesprache. Lange hatte der Drache schon keine Texte mehr gelesen, die in der hohen Sprache der alten Zwergenmagier geschrieben worden waren. Es war einfach zu schwer, denn in dieser Sprache, die für jeden Außenstehenden gleich stumpf klingt, war für das Wort, das auf ein anderes folgte, immer eine ganz bestimmt Konstellation an Vokalen vorbestimmt. Das hatte zur Folge, dass die Zwergesprache für eine Bedeutung mehrere Wörter hatte, die natürlich in anderen Zusammenhängen noch anderen Sinn ergaben. Kurzum, die Zwergensprache war eine der grauenerregensten Fremdsprachen, die man belegen konnte ... aber ... Wie sie klingt ... !! "Aus dem Herzen schlägt der Puls unseres Lebens. Wir, die wir aus dem Schatz der Berge ihren Arm noch länger reichen lassen, ehren die, die das Herz mit Feuer erfüllten. " Die Drachenaugen wurden schmal ... Zwergenrethorik... aber nicht uninteressant ...
Aus dem Herzen schlägt der Puls unseres Lebens, war der übliche Willkommenstext auf allen Schmieden der Zwerge. Es war ein Wortspiel, von kindlicher Einfachheit und unerreichter Ausdrucksstärke. Die Zwergenessen waren immer im Herzen des Berges, umgeben vom härtesten Stein, der die Wärme der Esse am besten dämmte und speicherte. Sie war aber auch das Zentrum des Zwergischen Lebens, denn in der Schmiede wurden alles, was wichitg war hergestellt ... Werkzeug, Schmuck, Gebrauchsgegenstände ... und Waffen . Bekannt für ihre unermüdliche Essenarbeit war das Zwergenvolk stolz auf die aus der Esse kommenden Schläge von Metall auf Metall. So prangten auch auf der Tür die Insignien ... Hammer und Amboss. Das Regelmäßige Schlagen aus der Esse wurde zum Sinnbild der Zwerge und gab im wahrsten Sinne den Takt des Lebens hier unten an. So hatte der Spruch: "Aus dem Herzen schlägt der Puls unseres Lebens." eine richtige Vielfalt in der Bedeutung.
Mit Magie verstärkt, wie fast alle größeren Zwergentore, lies sich auch diese bestimmt durch Magie öffnen ... aber wie ? :?: Angestrenngt starrte der Blaue auf die Tür und dachte darüber nach, was er über diese Tore aus seiner Schulzeit noch wusste ...


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