Die westlichen Küsten des Nordkontinenten

Wie der Titel schon sagt, hier wird alles was auf dem Meer passiert gespielt. Solltet ihr also mit dem Boot unterwegs sein gehört hier der Thread mit einer ungefähren Ortsangabe hin.
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Ragnorena
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Die westlichen Küsten des Nordkontinenten

#1 Beitragvon Ragnorena » So 18 Mai, 2008 17:50

Emerah sog den salzigen Geruch des Meeres tief ein. Der Fahrtwind spielte mit ihrem Haar. Sie stand zuvorderst am Bug des Schiffes. Der Wind wehte günstig, und so pflügte die Amelya nur so durch das Wasser. Sie hatten vor 2 Tagen in einem Hafen in der Nähe der Burg Süd-Boll Halt gemacht und ihre Vorräte aufgefrischt. Nun umsegelten sie die Landspitze und hatten das offene, weite Meer vor sich. Sie würden jedoch der Küste entlang zur Burg Tillek segeln. Ihr Vater musste zum einen geschäftlich dorthin, zum anderen hatten sie, als Emerah zur Kandidatin auserwählt worden war, den Auftrag bekommen, eine Goldreiterin zu dem neuen Weyr auf dem fernen Westkontinenten zu begleiten. In Tillek wartete ein grosses Segelschiff, das die goldene Reiterin und ihre Drachin aufnehmen sollte, während die zweimastige Amelya Vorräte und Material transportieren sollte, das für den Aufbau des neuen Weyrs und der West-Burg benötigt wurden.
Emerah betrachtete verträumt die See und den herrlichen Sonnenuntergang, als sie die Stimme ihres Vaters vernahm.
„Emerah? Komm bitte da runter und hilf Tillo mit dem Abendessen.“
Emerah seufzte. Sie hatte gehofft für einen Moment ihren Aufgaben und Pflichten auf dem Schiff entgehen zu können.
„Ja Vater.“ Sie kletterte auf das Deck zurück und machte sich auf den Weg zur Schiffsküche. Es war nicht so, dass sie nicht gerne in der Küche half, nur der dicke Koch konnte sie aus irgendeinem Grund nicht leiden, was aber auf Gegenseitigkeit beruhte. Aber sie wusste dass ihr Vater keine Widerrede dulden würde, also fügte sie sich gehorsam.

Die Nacht brach herein, und der Kapitän hatte seine Offiziere und Emerahs Vater sowie Emerah selbst zum Abendessen in seiner Kabine eingeladen. Emerah hatte für den Anlass ihr bestes Kleid anziehen müssen, zumindest hatte ihr Vater darauf bestanden. Oh, wie sie diesen formellen Fummel hasste! Man konnte sich kaum darin bewegen, und die Unterhaltungen zu Tisch waren alles andere als interessant, da es sich meistens um die aktuelle Reise drehte. Emerah hatte die Pläne schon so oft gehört, dass sie sich wunderte, warum man immer und immer wieder darauf rumkaute. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als geduldig auszuharren, bis der Kapitän das Mahl für beendet erklärte und sie sich zurückziehen durften.
In ihrer kleinen aber komfortablen Kabine zog Emerah sich sofort um und setze sich ans Fenster, wo sie verträumt auf das vom Mond erhellte Meer blickte. Mittelgrosse Wellen schlugen gegen die Schiffswand. Plötzlich kam es ihr in ihrer Kabine zu stickig vor, und es zog sie nach draussen...

Auf dem Hauptdeck lehnte sie sich gegen die Reling und atmete in gierigen Zügen die frische Luft ein. Alles war ruhig, keine Wolke war am Nachthimmel zu sehen. Die Matrosen und Offiziere, die Spätschicht hatten, gingen pflichtbewusst ihrer Arbeit nach.
Obwohl es Sommer war, war es sehr kühl draussen. Emerah hatte deswegen ihren Mantel mitgenommen, den sie sich eng um die Schultern schlang.
Sie starrte auf das Meer hinaus, sodass sie ihren Vater nicht bemerkte, als er sich neben sie lehnte und ebenfalls die See betrachtete. Nach einer Weile fragte er:
„Und? Bist du schon nervös?“
Emerah zuckte leicht zusammen. Dann musste sie grinsen und antwortete:
„Weswegen denn?“
„Nunja, du wirst Drachenreiterin werden. Das ist doch etwas, weswegen man nervös sein kann, nicht?“
Emerah zuckte nur mit den Schultern.
„Um ehrlich zu sein, ich habe es noch gar nicht so wirklich realsiert… von dir und Mutter wegzugehen und so…“
Ihr Vater nickte nur und schwieg dann.
„Ich bin gespannt auf die Goldene Reiterin und ihren Drachen.“ sagte Emerah plötzlich.Ihr Vater gab ein zustimmendes „Hmhm“ von sich.
Sie blieben noch eine Weile auf Deck, dann stiegen sie wieder zu ihren Kabinen hinab und legten sich schlafen….


Die Zweimonatige Reise von der Insel Ista nach Tillek war grösstenteils ereignislos verlaufen, von dem heftigen Sturm mal abgesehen, der sie etwa in der Mitte der Strecke von Süd-Boll nach Burg Tillek überrascht hatte. Glücklicherweise war niemand aus der Crew über Bord gespült worden, einige der Matrosen zogen sich jedoch leichte Verletzungen zu, als eine riesige Welle über das Deck hereinschlug und sie gegen die Reling schleuderte.
Die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, als sie um die letzte kleine Landzunge herumsegelten und endlich der Hafen von Master Sea Hold und etwas dahinter Burg Tillek in Sicht kam. Im Verlauf des Tages näherten sie sich der Hafenstadt immer mehr. Sie fuhren an vielen kleinen Fischkuttern vorbei. Die Fischer riefen ihnen meist unverständliche Worte zu, hoben aber zum Gruss die Hand und winkten.
Geräusche wehten über das Wasser, das Geschrei der Seeleute, Tierlaute und das Tosen der Brandung, wo das Meerwasser gegen die Klippen schlug.
Begeistert stand Emerah an der Reling und beobachtete das rege Treiben. Einige grössere Handelsschiffe wurden beladen, grosse Zweimaster so wie die Amelya, aber auch 2 grosse Dreimaster und etliche Schaluppen konnte sie ausmachen. Und dann sah sie es, das Schiff, das die Goldene transportieren sollte. Es war gigantisch, ein prächtiger Dreimaster namens Meridian, mit einem riesigen Hauptdeck, das wahrscheinlich gross genug war, damit der Drache bequem darauf liegen konnte.
„Atemberaubend, nicht wahr?“ meinte einer der Matrosen, der Emerahs Blick folgte.
Emerah nickte nur stumm.
Sie legten am Hafen an. Die Matrosen begannen, die Handelsware ihres Vaters zu verladen, der die Prozedur mit Argusaugen überwachte.
„Ah, Emerah. Der Kapitän meinte, du solltest doch schon mal in die Stadt gehen und dich nach der Goldreiterin und ihrem Drachen umfragen, im Moment kann er keinen seiner Leute dafür erübrigen, und ich halte das auch für eine gute Idee. Aber sei vorsichtig, ja?“
Emerah wollte ihren Ohren nicht trauen. Sie durfte alleine die Hafenstadt erkundigen!
Mit ihrer kleinen Geldbörse am Gürtel eilte sie die Rampe hinunter und machte sie sich auf die Suche…

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[EDIT von Magan: Richtiger Link wurde eingefügt]
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