In der roten Wüste

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Leundra
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#61 Beitragvon Leundra » Di 12 Sep, 2006 16:32

Traurig lief Leundra hinter dem zornigen Luarcis her, sie wusste einfach nicht, was sie tun konnte um ihn wieder zu beruhigen. Weiter hinter ihnen folgten der kleine Drache und Reius, der immer noch fröhlich auf den kleinen einredete. Doch auch er verstummte als die Gruppe das riesige zerstörte Tor durchschritt und gegenüber ihnen das Raumschiff auf den Felsen ragte, auf dem Magan saß.
Als er die Drachen erblickte, stand er gleich auf und lief ihnen freudig entgegen, als wäre nichts geschehen. Überrascht sah Leundra ihn an, er hatte zwar wieder seine alte Färbung, doch war das grau um vieles dunkler geworden und er leuchtete ein wenig. Da sie aber nichts Böses mehr in seinen Gedanken spüren konnte, lief sie ihm entgegen und begrüßte ihn freundlich. "Hallo Magan, ist das schön dich wieder in grau zu sehn, was denn mit dir passiert?", tratsche sie aufgeregt los und war überglücklich das wenigstens einer ihrer Freunde wieder normal geworden war. Während Magan seinen Teil erzählte, spähte Leundra interessiert zu der Horde von Insektenwesen, die hastig ihr Hab und Gut in das Raum schiff schafften, während drinnen an den alten Gerätschaften getüftelt wurde. Leundra fand es sehr erstaunlich wie flink und geschickt die Insekten mit ihren Scheren tüftelten, obwohl die meisten seid ihrer Geburt nur gegraben und geschuftet hatten.
Hinter ihr hörte sie wie Luarcis grummelte, das er dem riesigen Monster, das das Loch über ihnen geschaffen hatte folgen wollte und so drehte sie sich geschwind wieder um und ihm und Magan hinterher zu fliegen. Tarkin und Reius schauten sich stumm an und erhoben sich dann beide um den großen Drachen zu folgen. Tarkin wollte die Gruppe auf keinen Fall aus den Augen verlieren, weil er nicht schon wieder so einsam sein wollte und Reius wollte so neugierig wie er war nun endlich dieses ach so mächtige Monster sehen.
Während die Gruppe durch den geschmolzenen Tunnel lief mussten sie oft Lavastücken und Geröll ausweichen. Leundra musste immer wieder an die Insektenwesen denken und nach einiger Zeit lief sie vor zu Magan und fragte ihn "Weißt du ob das Raumschiff wieder fliegen kann? Ich hoffe doch sehr, das wir die armen Wesen da unten zu einem besseren Planeten bringen können." So wartete sie auf eine Antwort und merkte wie Reius auf ihrem Rücken landete und Tarkin neben ihr auftauchte.
In der Zwischenzeit hatte der Gott des Insektenvolkes die Oberfläche durchstoßen. Es schrie lauf auf als die Sonne die Netzhaut seiner durch die Dunkelheit fast erblindeten Augen verbrannte, hielt vor Pein seine Krallen vor die Augen und rief einen gigantischen Sturm, dessen Wolken den Himmel bedekten und Blitze auf die Wüste zucken ließen. Um ihn herum lagen die Kadaver vieler Würmer, deren Energie er ausgesaugt hatte. Wütend nahm er einen großen von ihnen und schmetterte ihn gegen einen Felsen. Nun war er zwar völlig erblindet doch seine restlichen Energisten nahm jedes Energiefeld gewahr. So wusste er auch das sich die Drachengruppe ihm näherte und er wusste wie er sie empfangen würde.
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Luarcis
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#62 Beitragvon Luarcis » Do 14 Sep, 2006 11:52

Als Luarcis durch das Tor schritt, war das Erste, das er sah, ein rötliches Leuchten von der anderen Seite der Höhle her. Einen Moment später erkannte er, dass es von Magan stammte und er bemerkte auch sofort, dass er nicht mehr von Grael kontrolliert wurde. Dessen Aura mit dieser süßen, unstillbaren Gier nach Macht hätte er sofort erkannt. Doch Magan hatte sich verändert, immer noch lag ein dunkler Schimmer über ihm und sein seltsames Aussehen bestätigte, dass er nicht mehr derselbe war. Doch das kümmerte Luarcis wenig, er nickte nur kaum merklich mit dem Kopf, als Magan die Anderen begrüßen wollte.
Er ahnte, dass Magan unsicher war, ob sie ihn einfach wieder so akzeptieren würden, doch Luarcis hatte ohnehin keinen Kopf mehr dafür, sich nun über so etwas Gedanken zu machen. Er traute niemandem mehr richtig, nicht einmal sich selbst und wenn sich ihm jemand in den Weg stellen sollte, könnte er wohl nicht garantieren, was dann passieren würde.
Armselige Narren!, kam es ihm noch in den Sinn, als er seinen Blick über das alte Raumschiff und die geschäftig umherwuselnden Insekten schweifen lies. Dann schaute er zur Decke und musterte das riesige Loch, das erst vor Kurzen in das Gestein gebrannt worden sein musste. Mit einem unheimlichen Zischen breitete er seine Flügel aus und flog ohne die Anderen noch eines Blickes zu würdigen auf die Öffnung zu und bahnte sich seinen Weg unaufhaltsam durch den Tunnel, bis er endlich den Himmel der Oberfläche über sich sah.
Mit einem beherzten Satz sprang er aus dem Loch und landete im heißen Wüstensand. Hastig schaute Luarcis sich um, doch lange brauchte er nicht zu suchen, um inmitten dieser Einöde das zu finden, das er schon so lange zu Gesicht bekommen wollte. Eher nebenbei spürte er noch, dass die Anderen auch hinter ihm auftauchten, doch all seine Gedanken und Sinne waren nur auf dieses gewaltige Wesen gerichtet, das vor ihnen stand und langsam seinen Kopf nach ihnen umwandte. Es war ein riesiger Drache, noch ein ganzes Stück größer als Leundra. Sein Körper war stark verfallen und knochig, doch er strahlte eine geradezu unglaubliche Energie aus, er war sicherlich bei weitem nicht so schwach, wie es auf den ersten Blick scheinen mochte und das lag keineswegs an seiner Größe. Seine Aura setzte sich bei näherem Betrachten scheinbar aus unzähligen anderen zusammen, eine Ausstrahlung, die wohl noch keiner von ihnen je wahrgenommen hatte.
Luarcis starrte den Gott mit zusammengekniffenen, finsteren Augen an, die nun schon ein rotes Leuchten angenommen hatten. Endlich war er am Ziel und konnte sich nun für alles rächen, was er ihnen angetan hatte!
„DU! Endlich stehen wir dir gegenüber! Du warst es, der für all das hier verantwortlich ist, oder?“, brüllte er mit zorniger Stimme und blickte dann auf die unzähligen Kadaver der Würmer, die in der Wüste verstreut lagen, keine Spur von Leben mehr in sich tragend.
„Wie konntest du wagen, so etwas zu tun?! Du hast ohne jede Rücksicht so viel Leid über uns alle gebracht, nur um deine eigene Machtgier zu stillen! Dabei hattest du noch nicht einmal den Mut, dich offen zu zeigen, du hast dich stets nur im Hintergrund gehalten und deine Diener die Arbeit erledigen lassen! Wir wären alle beinahe umgekommen und dich hätte das vermutlich sogar noch belustig. Aber dafür wirst du büßen, du wirst für all das bezahlen! Diese Macht steht dir nicht zu, dein Körper kann sie ja nicht einmal verkraften, du kannst doch nicht einmal mehr etwas sehen!“, knurrte er laut. Ihm war nicht entgangen, dass der Drache geblendet war und seine Energisten die Gruppe suchend abtasteten, aber das war ihm egal, dieses Wesen hatte seine Zeit längst überschritten und er würde diesen Planeten sicher nicht mehr lebend verlassen.
Plötzlich schaute Luarcis zum Himmel auf die dunkle Wolkendecke und streckte hastig seine Pranke nach ihr aus, nur Sekundenbruchteile bevor ein gewaltiger Blitz direkt auf ihn einschlug. Doch seine Klaue fing die Energie ab und bewahrte ihn davor, davon getroffen zu werden. Anstatt den Blitz einfach so wieder verschwinden zu lassen, entschloss der nun mit glutroten Augen nach oben starrende Luarcis, seine Kraft zu nutzen und sie sich einzuverleiben. Ein paar kleine Entladungen durchzuckten noch seinen Körper, als er sich schließlich wieder dem Insektengott zuwandte, der seinen bedrohlichen Schatten über sie warf.
„Du willst also die Naturgewalten beherrschen, um noch mehr Schmerz über alle zu bringen? Dann solltest du aufpassen, dass sie sich nicht irgendwann gegen dich wenden! Ich werde nicht zulassen, dass so weiter machst und allem und jedem deinen Willen aufzwingst!“, schrie Luarcis und lies dann ein gewaltiges Zornesbrüllen ertönen, das noch weit entfernt an den aus dem Wüstensand ragenden Felsen widerhallte.
Als er den Kopf wieder senkte und die Augen öffnete, blickten nur noch zwei tiefrot leuchtende, leere Höhlen daraus hervor. Luarcis war von einer dunkelroten, unheimlichen Aura umgeben. Sie war von purer Wut durchsetzt, doch es mischten sich schon allmählich tiefschwarze Schlieren unter sie, die von blankem Hass zeugten. Auch seine Schuppen hatten sich in ihren Ansätzen schwarz gefärbt, nur die Spitzen glänzten noch im gewohnten Weiß. Doch auch sie wurden schon langsam matt und als Luarcis stumm und mit einem stechenden und fast ausdruckslosen Blick an den Anderen vorbeischritt, wussten sie insgeheim, dass wenn auch der letzte Glanz aus ihnen verschwunden war, es kein Zurück mehr für ihn geben würde.
Wieder schweifte sein Blick kurz über die Überreste der Sandwürmer, bevor er mit einer schaurigen Stimme zu sprechen begann.
„Warum muss nur immer so viel Leid entstehen? Warum müssen wir immer so viel Schmerz erdulden? So viele Ängste, so viele Gefahren, so viele Qualen… Ich werde dem allem ein für alle mal ein Ende setzen! Es muss aufhören, für immer! Und ich weiß auch schon wie! Ja, ich werde alles Leiden beenden, denn wo es kein Leben mehr gibt, existiert auch kein Schmerz mehr! Kein Wesen soll je wieder solche Qualen erdulden müssen!“, sprach er mit einem beunruhigenden langsamen Ton. Seine Stimme klang sehr seltsam, sie war beinahe zweigeteilt, Luarcis redete zum Einen mit seiner normalen, sanften Stimme, aber dann war da noch ein unheimlicher Unterton, unmenschlich tief und mit einem Klang, der einem allein schon einen kalten Schauer über den Rücken laufen lies. Und mit jedem Wort, das er sprach, schien dieser Klang allmählich die Oberhand zu übernehmen…
Die Anderen sahen entsetzt auf ihren veränderten Freund und begannen nur langsam zu begreifen, was er da eigentlich gerade gesagt hatte…
„Niemand mehr, außer dir vielleicht!“, fuhr Luarcis seine Rede an den nun doch ein wenig verwirrten Götterdrachen fort. Er konnte zwar nicht sehen, was passierte, aber die dunkle Aura, die der falsche Gott von Luarcis wahrnahm, vermittelte ihm beinahe ein völlig klares Bild von dem kleinen Drachen, so stark war sie schon geworden. Auch seine Ohren waren noch nicht ganz taub geworden und so konnte er noch das leise, aber doch markerschütternde Gelächter von Luarcis hören, das aber eigentlich schon mehr einem unheimlichen Zischen glich…
„Sag mir wenigstens noch deinen Namen, bevor ich dir endlich deine neue Macht entreiße, die mir viel eher zusteht als dir! Du wirst als Letztes noch genau den gleichen Schmerz spüren, den du mir zuteil werden hast lassen! Jede einzelne lange Sekunde davon!“, fügte Luarcis noch an, bevor er seine Augen und seine Aura aufblitzen lies, um seine Kräfte für den entscheidenden Kampf zu bündeln…

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Magan
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#63 Beitragvon Magan » Sa 16 Sep, 2006 00:29

[ooc: ist nur vorläufig ich warte auf lus und leuni ok :mag:]

Langsam begannen die leuchtenden Adern zu verschwinden und nun war die Umgerbung wieder ein stück dunkler zu geworden.
Magan schaute Leundra ernst an und antwortete ihr dann: „Nein, sie werden mit diesem alten Ding niemals rechtzeitig auf einem anderen bewohnbaren Planeten schaffen. Es liegt schon zu lange hier und hat höchstens sie Kraft für kurze Zeit weit genug von diesem Planeten zu kommen. Mehr konnte Graels Macht nicht tun“. Magan sah in Leundras trauriges Gesicht, ihm war klar warum ihr diese Antwort so gar nicht gefiel. Bevor er aber noch was sagen konnten flog Luarcis schon dem angeblichen Gott hinterher. „Komm, im seinem jetzigen Zustand dürfen wir ihn nicht aus dem Auge verlieren, ich erklär es dir auf den Weg zur Oberfläche, dann wirst du verstehen das schon alles gut wird“, sagte er und erhob sich auch in die Luft. Dort wartete er bis auch Leundra sich in die Luft erhob. Luarcis war mittlerweile schon vor geflogen und somit außer Reichweite um zu hören was Magan Leundra erzählte.
„Es ist schwierig es zu erklären“, begann Magan zu erzählen, „du hast sicherlich schon gemerkt das dieser angebliche Gott in Wahrheit zu deiner Rasse gehört?“
Er sah Leundra nicken.
„Gut“, sagte er, „denn du musst wissen, das du wohl die einzige bist die ihm Aufhalten kann, jedenfalls bist du die Einzige die wohl groß genug ist und die noch einigermaßen bei Verstand. Doch vor kurzem hat sich der angebliche Gott verändert. Er hatte eine Macht in sich aufgenommen die ihn verändert hat und ihn stark machte. Dies Macht war das Innere des Planeten, seine Seele und somit ein Teil jeder Seele die auf diesen Planeten beheimatet war“.
Magan sah Leundra ernst an und sah das sie kaum verstand um was es ging. Er schloss kurz die Augen um sich besser zu konzentrieren zu können, er wusste wie schwer es zu begreifen war und wie schwer es war es zu akzeptieren. Er durfte Leundra nicht alles verraten, denn einiges was Marin ihn erzählt hatte, ging keinen was an außer ihm selber, doch einiges musste sie erfahren und auch begreifen. Er öffnete seine Augen wieder und schaute nach oben wo Luarcis beinahe in der Dunkelheit verschwand.
„Weißt du es ist schwer es dir zu erklären. Du hast doch diesen Schmerz gespürt und auch wie deine Kraft aus dir Rausgesaugt wurde“, begann Magan wieder zu erzählen, „da hatte der angebliche Gott angefangen sich mit dem Mittelpunkt des Planeten zu vereinen. Dabei hatte er die Energie aller Lebewesen auf diesem Planeten absorbiert. Auch wenn wir hier nicht beheimatet sind, so hat es uns dennoch getroffen. Alle anderen Lebewesen litten viel mehr als wir...“
„Aber was hat es mit dem Käfervolk zu tun?“, unterbrach ihn Leundra mit dieser Frage.
Magan sah sie mit müden Augen an, in der letzten Zeit hatte sich für ihn viel verändert, nicht nur sein Körper, vor allem aber seine Kraft und seine Seele hatten große Veränderungen erfahren, ohne das Leundra diese Veränderungen an ihm richtig bemerkt hatte. „Um es einfach zu sagen, wenn wir den Gott vernichten, vernichten wir den Planeten und damit alle Lebewesen darauf. Es gibt vielleicht eine Möglichkeit den Planeten neu zu erschaffen, dies gilt aber nur für die beheimateten Lebewesen. Das Käfervolk wurde durch einen Zauber erschaffen, deshalb zählt es wie wir zu den Lebewesen die NICHT auf diesen Planeten beheimatet sind. Wenn sie sterben sollten sind sie endgültig Tod, genau so wie wir. Darum müssen sie mit dem Raumschiff soweit weg wie möglich kommen, dann werden sie überleben“, sagte Magan und schaute nun wieder zu Luarcis hinauf, langsam begann es heller zu werden, zuerst war es ein kleiner Lichtpunkt, doch schon bald wurde dieser größer.
Noch mal wandte er sich an Leundra und sagte zu ihr: „Weißt du, du darfst Luarcis nicht böse sein, weil er sich verändert hat. Du hast den schmerz gespürt als der angebliche Gott die Energie von dir abgezogen hat, doch Luarcis hat die Gabe und gleichzeitig den Fluch alle Lebewesen zu fühlen. Er musste alle den Schmerz des ganzen Planeten fühlen. Das hat ihn verändert. Er und ich haben ähnliche Fähigkeiten ich kann mir also gut vorstellen was er wohl Gefühlt haben muss. Ich werde versuchen in zu helfen. Keiner sorge wir schaffen das schon“. Magan zeige seine Zähne, was man als Lächeln interpretieren durfte.
Luarcis beschleunigte noch seinen Flug. Magan spürte die Macht die nun ihn ihm erwacht war und das beunruhigte ihn doch sehr. „Schnell, hinterher“, sagte Magan knapp. Seine ganze Müdigkeit war wie weggeblasen. Der Energiekristall und die blauen Adern in ihm leuchteten kurz auf und nun beschleunigte auch Magan seinen Flug. Das Licht kam immer näher, nun konnte man endlich die Konturen der Felsen erkennen. Dann schossen endlich auch Magan und Leundra aus dem Tunnel ins Freie. Magan musste zurück die Augen schließen. Auch wenn der Ganze Himmel bedeckt war so war es hier viel heller als in der Höhle. Endlich gewöhnten sich seine Augen an das Licht und er landete neben Luarcis. Nun musste er seine „Verwandlung“ miterleben und dann seine Rede an den angeblichen Gott. Traurig schaute Magan zu Boden als Luarcis an ihm vorbeiging. Luarcis mein Freund was ist mit dir geschehen, dachte er bei sich und wiederholte damit unabsichtlich die Worte die Luarcis mal gesagt hatte als der von Greal gesteuert wurde. Dennoch hörte er genau zu was Luarcis zu sagen hatte. Also hatte Malin recht gehabt, ich wusste gar nicht das in Luarcis so eine kraft schlummert und das seine Gabe so stark ist, dachte Magan bei sich. Dann spürte er wie sich Luarcis zum Kampf bereit machte. Nein, nicht so Luarcis, dachte Magan bei sich. Dann wandte er sich an Leundra um sie um einen großen Gefallen zu bitten.

[bei den Käfervolk]
Sie mussten zugeben das ihre Köpfe noch nie so klar waren. Sie wussten nun was sie zu tun hatten. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie eine Rangordnung unter sich abgemacht und hatten herausgefunden wie man das Raumschiff fliegt. Sie hatten das Raumschiff auch einigermaßen sauber bekommen auch wenn viele Stellen einfach verrostet waren. Ja sie wussten sogar das es ein Raumschiff war und wie ahnten was sie früher mal wahren. Doch das letzte war ihnen egal sie wollten sich nicht mehr verändern, nur frei sein das wünschten sie sich. Bald fanden sie heraus das das Schiff seine Energie aus einem roten Kristall bezog, dieser war zwar stark würde aber nicht lange reichen. Sie konnten nur in einen weiten Orbit des Planeten treten und dort abzuwarten was geschehen würde und hoffen das die Energie so lange reichen würde. Diesmal Kämpfe das Käfervolk um ihr überleben.
Einer, der sich behauptete hatte lief nun auf er Brücke auf und ab, er war nun ihr Kapitän. Ein anderer kam zu ihm und flüsterte ihn was ins Ohr. Der Kapitän nickte und bedankte sich bei dem anderen. Dann gab er bekannt das alles bereit sei für den start du sich alle besser festhalten sollten. Dann starteten die Motoren, es war ein lautes Heulen das von den Wänden zurückgeworfen wurde. Das Heulen wurde immer lauter, doch plötzlich höre es auf. Die Maschinen hatten nun volle Leistung und der Kapitän befall den Start des Raumschiffs. Die Erde begann zu beben und es bildeten sich kleine risse auf der Oberfläche. Unter der Erde eingeschlossen, fing das Raumschiff an zu Zittern. Der Kapitän konnte nicht mehr zurück entweder sie würden freikommen oder das Raumschiff würde mit einem großen Knall explodieren. Doch endlich wurde der Felsen über ihnen gesprengt und sie stiegen langsam auf. Durch das Loch das ihr ehemaliger Gott geschlafen hatte konnten sie Problemlos an die Oberfläche kommen.
Als sie an die Oberfläche kamen warf der Kapitän noch mal einen Blick auf ihren ehemaligen Gott und die drei Drachen die sich ihm entgegenstellten. Ihr Gott sah ganz schön überrascht aus, wegen dem Raumschiff, doch die anderen Drachen überraschte es nicht. Der Kapitän ahnte das sie wussten um was es hier ging. Ich wünsch euch viel glück, besiegt ihn und befreit uns. Danke das ihr uns geholfen habt, sagte der Kapitän in Gedanken. Dann verschwand der Raumschiff in den schwarzen Wolken und flog so weit es ging von dem Planeten weg., der nun immer Düsterer wurde.

[zurück bei der Gruppe]
Nein, Luarcis nicht so, dachte Magan als er sah das Luarcis den Gott angreifen wollte. Er hörte auch wie der Gott auf Luarcis frage nach seinem Namen antwortete, doch er bekam die antwort nicht mit, den er konzentrierte sich zu sehr auf Luarcis und auf Leundra, außerdem war ihm der Name sowieso egal.
Magan schloss noch mal Kurz seine Augen und ließ die Energie aus seinem Energiekristall fliesen. Als er die Augen wieder öffnete waren sie Hellblau und leuchteten in einem unnatürlichen Licht.
Dann wandte sich an Leundra und sagte zu ihr: „Ich muss dich um einengroßen Gefallen bitten, bitte Kämpfe du gegen den Gott, du weißt das du die einzige bist die gegen ihn eine richtige Chance hat. Wir dürfen nicht zulassen das Luarcis in seiner Wut angreift, vielleicht verlieren wir ihn dann führ immer. Ich werde ihn aufhalten und versuchen zur Vernunft zu bringen. Bitte versuch den Drachen nicht zu töten bevor Luarcis nicht wieder der Selbe ist ich weiß nicht ob wir wegkommen wenn der Planet explodiert....ach und Leundra pass auf dich auf“.
Dann wandte er den Blick wieder zu Luarcis und Spürte wie sich Leundra in die Luft erhob, nun galt seine sorge allein dem weißen Drachen vor ihm. Er fixierte Luarcis mit seinen nun blauen Augen und erhob sich auf die Hinterläufe. Mit der Vorderpfoten führte er drei schnelle Bewegungen aus bis seine Krallen einen Kreis bildeten. Von de leuchtenden Energiekristall gingen nun wieder blaue Adern aus. Doch diesmal gingen sie nur in seine Vorderläufe und seine Pfoten Begangen zu leuchten. In der Mitte seiner Krallen, die immer noch eine Kreis bildeten, erschien ein blauer Lichtfunke. Dann löste Magan seine Krallen voneinander und rammte sie in den Boden. Kristalltechnik, dachte er bei sich und von seinen Krallen aus wuchsen blaue Kristalle aus dem Boden Richtung Luarcis. Da ihn dieser nicht beachtete weil er gerade seinen eigenen Angriff vorbereitete, bemerkte er das natürlich nicht bis es zu spät war. Als die Kristalle ihn erreichten umwickelten sie seine Beine und verhinderten somit das Luarcis von der Stelle kam, sie blockierten auch damit seinen Angriff. Wütend drehte er sich nach Magan um, soweit seine kristallenen Fesseln es zuließen, und versuchte sich zu befreien. „Vergiss es Luarcis, mein Freund, das sind keine gewöhnlichen Kristalle sie werden solange halten bis mir die Energie ausgeht“, sagte Magan. Langsam ging er auf Luarcis zu und schaute in seine Augen, die nur noch aus zwei Roten Punkten bestanden. „Luarcis beruhigte dich, du musst die Quallen in dir aussperren und dich ihnen nicht hingeben. Bitte las mich dich nicht Verlieren“, sagte Magan. Nun war Magan so nah an Luarcis das er ihm seine Pfote auf die Schulter legen konnte. „Las mich in RUHE“, zische Luarcis. Einen Schmerzensschrei unterdrückend ließ Magan Luarcis Schulter los und schaute auf diese. Sie war gerötet und kleine Blitze zucken noch auf ihr hin und her. Wieder schaute Magan Luarcis an, dieser grinste ihn Böse an. Im nächsten Augenblick Zersprangen die blauen Kristalle um Luarcis Krallen. Er ist unglaublich stark geworden, dachte Magan noch. Magan wurde von einer Druckwelle erfasst und weggeschleudert. Der schlug hart gegen den Boden und überschlug sich mehrmals bevor er in einer Staubwolke zum stehen kam. Diesmal konnte er es nicht verhindern und schrie vor Schmerz. „Du bist nicht mein Freund, du bist genau so schlimm und bringst nur Leid über andere. Wenn ich ihn erledigt habe werde ich auch dich erledigen“, sagte Luarcis mit eine finstere Stimme zu Magen. Er Drehte sich um und sog Luft ein um dem Drachen zu verbrennen, dabei war es ihm egal ob er auch Leundra erwischen würde die gerade mit dem Drachen kämpfte. Er öffnete sein Maul und spieh sein Feuerodem auf die beiden kämpfenden Lichtdrachen, doch das traf auf eine blaue Kristallmauer, die sich Plötzlich aus dem Boden errichtet hatte. Luarcis schrie vor Wut auf und richtete seinen wütenden Blick auf Magan. „Ich lasse dich nicht so einfach hier Weg, nicht bevor du dich wieder beruhigt hast und wieder normal denkst“, sagte Magan. Die Krallen seiner linke Pfote gruben sich in den Erdboden, ein leichter Schimmer ging noch von ihnen auf. Magan lag immer noch auf den Boden doch nun stand er langsam auf. Er stand zittrig auf seinen Beinen und hatte an mehreren stellen Wunden aus dem sein Neonblaues Blut tropfte. Eiern seiner Flügel hing leicht ab, doch zum glück war er nicht gebrochen.
Luarcis schnaubte. „Du kannst mich nicht aufhalten, egal was du tust, oder sagst“, sagte Luarcis. Nun entschied der sich doch erstmal Magan zu erledigen, der sich wohl auf die Seite von diesen Lichtdrachen gestellt hatte. Natürlich das ist nicht Magan das ist wohl immer noch dieser Grael, der sich mit diesen Drachen verbündet hat. Ich muss ihn töten und das ein für alle mal, auch wenn ich dabei Magan verliere. Ich will nicht mehr leiden, dachte Luarcis bei sich. Er stürzte sich auf Magan und grub seine Krallen in Magans Flanken, doch weiter kam er nicht den Magan griff nach seinen Vorderbeinen und hielt sie Fest so das er nicht weiter kam. Magan grub die Krallen seiner Hinterpfoten in den Erdboden, doch die Kraft die Luarcis aufwendete ließ ihn trotzdem nach hinten schlittern. Plötzlich spürte Magan eine Erschütterung hinter sich und wagte eine Blick nach hinten. Hinter sich hatten sich drei große Risse in Boden geöffnet, diese ähnelten sehr den Kratzspuren eines Drachen. Diese Risse waren gewaltig und Magan wurde von Luarcis dorthin geschoben. Magan wusste wenn er ihn einen dieser Abgründe viel wehre er verloren. „Ah wenigstens weiß Leundra noch das wie tun muss. Du allerdings bist von Bösen verdorben du musst Sterben“, sagte Luarcis finster
„Willst du etwa deinen Freund umbringen Luarcis?“, fragte Magan ihn und stemmte sich noch mehr gegen Luarcis, bis er seine Knochen in seinen Hinterläufen knacken hörte.
Luarcis lachte finster auf und antwortete: „Du bist nicht mein Freund. Du bist nicht Magan. Du bist genau so Böse wie dieser angebliche Gott. Du wolltest mir doch nie was gutes, gib es zu! Du warst schon die ganze Zeit dieser Grael und nun hast du dein wahres Gesicht gezeigt! Wie konnte ich dir vertrauen. STIRB endlich!“ Er mobilisierte mehr Kraft und Magan kam den Abgrund immer näher.
„Du irrst dich Luarcis. Ich bin Magan und ich war schon immer dein Freund du kannst doch nicht alles vergessen. Bitte glaube mir du kannst doch nicht all die schöne Zeiten vergessen haben“, sagte Magan. Er senkte seinen Kopf und entnahm seinen Energiekristall noch mehr Energie. Seine Augen wurden nun weiß und zwischen seinen Augen, auf seinen Kopf wuchs ein Schwarzes Horn. „Bitte Luarcis erinnere dich doch“, flehte Magan. Das neue Schwarze Horn begann weiß zu leuchten und schien länger zu werden bis sich der Lichtdorn in Luarcis Kopf bohrte, mitten zwischen seine Augen. Ruckartig blieb Luarcis stehen. Er konnte sich auf einmal nicht mehr Rühren, egal wie sehr es auch versuchte. Bilder schossen durch Kopf und zeigten Magans aber auch seine Erinnerungen. Luarcis schrie auf und versuchte diese Bilder zu verscheuchen. Nein, das kann nicht sein. Das stimmt nicht, sagte er zu sich selber.
„NEIN“, schrei er, „DU LÜGST!“ Mit einer unglaublichen Kraft befreite er sich von den Bildern und stieß Magan mit seiner Kralle in die Flanke, so das er wieder durch die Luft geschleudert wurde. Doch diesmal bleib Magan regungslos liegen. Seine Flanke war nun vollkommen aufgerissen und seine Seite on Ihm War voller Blut.
„Das hast du nun davon das du mir Lügen erzählt hast“, sagte Luarcis, doch er konnte nicht verhindern das ein kleiner Teil von ihm anfing um Magan zu Trauern. „Du bist doch selbst schuld. Warum mischt du dich ein. Ich hätte ihn getötet und dann wehre alles wieder so wie vorher!“, schrie Luarcis den leblosen Körper von Magan an der sich immer noch nicht rührte. Immer noch blutete er aus der großen Wunde auf seiner Flanke. Langsam begann seine Schuppen wieder weißer zu werden und seine Augen wurden klarer. Luarcis schaute weg doch er konnte nicht verhindern das eine Träne über seine Schuppen lief, er sah das blaue Blut an seinen Krallen und dann sah er den noch immer noch lebenden Lichtdrachen.
„Leundra was machst du bloß, kannst du diesen Abschaum noch nicht mal vernichten?“, fragte sich Luarcis. Seine Wut stieg wieder. „DU bist an allem schuld. An meinen Quallen, an den Tod so vieler Lebewesen“, schrie Luarcis nun den Lichtdrachen an, an ihm nährte er seine Wut und diese steig wieder ins unermessliche. „DU bist daran schuld das ich ihn...“, schrie Luarcis seine Wut raus, doch er kam ins stocken und es dauerte etwas wie er weiterreden konnte, „das ich Magan ge-getötet habe. Das wirst du büssen!“.
Er erhob sich wieder in die Luft und flog auf den Lichtdrachen zu. Die Veränderung die in ihm eingesetzt hatte war nun wie Weggeblasen. Auch seine Erinnerungen ignorierte er einfach wieder. Luarcis war wieder trüb und Schwarz und auch seine Augen waren Trüb und er hatte wieder rote Pupillen. Luarcis schob seine Kralle nach vorne und wollte den Lichtdrachen damit das Herz rausreisen. Er begann schon seiner Energie in der Kralle zu bündeln um seinen Finnalen angriff, bei dem er ja unterbrochen wurde, zu vollenden. Doch plötzlich verspürte er, das er gegen was hartes stieß, von seiner Wut geblendet, verstärkte er den druck und spürte auf einmal was weiches. Etwas flüssiges lief an seiner Kralle entlang und an seinem Vorderbein herunter. Erst jetzt bemerkte er das Hindernis vor ihm und seine Augen weiteten sich vor erstaunen und schrecken. Wieder kamen Erinnerungen ihn ihm hoch doch diesmal blieben sie und verschwanden nicht wieder.
Magan hatte sich mit einer erstaunliche Geschwindigkeit vom Boden erhoben und sich vor Luarcis gestellt. Luarcis Kralle stieß dabei gegen seine Brust, doch er war so Blind vor Wut da er seine Kraft erhöhe ohne darauf zu achten wogegen er überhaupt gestoßen war. Durch so viel Kraft gab Magans Brustpanzerschuppen schließlich nach und Luarcis Krallen drangen in Magans Fleisch ein. Der Schlag war so gewaltig das Magan Blut spukte „I-Ich dachte d-du wehrst Tod“, sagte Luarcis überrascht. „Na, nun werde ich es sicherlich sterben“, sagte Magan mit leiser werdender Stimme und schaute auf die tiefe Wunde auf seine Brust.
„Warum machst du den das, wieso willst du mich aufhalten? Ich will ihn doch nur dafür bestraffen was er gemacht hat“, sagte Luarcis. „Hätte ich es zugelassen das du in mit all deiner Wut vernichtest, so wehrst du nicht wieder der selbe geworden. Ich will dich keinen Freund verlieren. Bitte Luarcis las los und Kämpfe nicht mehr ihm Zorn, deine Böse Seite wird immer stärker lass es nicht zu das sie dich Kontrolliert“, sagte Magan und spukte wieder Blut. „Ich kann nicht diese Quallen sind einfach unerträglich du weißt nicht wie es ist..“ sagte Luarcis doch er wurde von Magan unterbrochen. “Hör zu, ich kann dir helfen diese Quallen loszuwerden, du würdest deine Gabe behalten, doch du hättest dann einen Geistigen Schild der dich vor zu vielen Gefühlen schützen würde. Entscheide dich ich hab nicht mehr viel zeit“, sagte Magan und beobachtete wie sich Luarcis langsam zurückverwandelte, doch es blieb noch ein kleiner teil, der teil der durch die Quallen der Vielen Lebewesen entstanden war. Luarcis nickte leicht, er war einverstanden. „Gut, mach dir keine sorgen es ist schnell vorbei“, sagte Magan und legte eine Pfote auf Luarcis Brustpanzer. Diesmal vereinigten sich die blauen und die roten Adern und wurden zur einer einzigen grau leuchtenden Ader, von der ein buntes Licht ausging. Durch seinen magischen blick konnte Magan durch Luarcis Schuppen auf seine Haut sehen. Weißes licht breitete sich nun unter den Schuppen auf Luarcis Haut aus, bis es ein Muster über seinen ganzen Körper bildete. Dann verschwand das Leuchten und wurde zu einem schwarzen Muster. „So das war’s, von nun an solltest du keine großen Qualen mehr haben. Keine sorge es wird keiner merken, den keiner kann so einfach unter deine Schuppen schauen. Pass bitte auf dich auf Luarcis...“, sagte Magan doch mehr konnte er nicht sagen den auf einmal wurde alles schwarz und er viel vom Himmel.
Zur gleichen Zeit schaffte Leundra wohl einen schwären schlag gegen den Lichtdrachen und an der stelle unter Magan und Luarcis stürzte der Boden sein und nun klaffte da nur noch ein riesiges Loch.
Magan spürte wie er viel doch plötzlich wurde er aufgefangen. Langsam kam er zur Besinnung. „Dankeschön Luarcis das du mich gerettet hast“, sagte Magan und lächelte leicht. „Nein ich muss dir danken immerhin hast du mich zuerst gerettet“, sagte Luarcis und Lächelte auch. Nun war jede spur von seinem bösen ich verschwunden und er war wieder der alte. Magan schaute nach oben wo er immer noch Leundra kämpfen sah. „Luarcis du musst ihr helfen, solange du noch diese starke Power hast nutze sie, mach dich um mich keine sorgen ich werde mich schon in der Luft halten bis ihr ihn erledigt habt beeil dich, bevor Leundra noch was schlimmes passieren wird“, sagte Magan und schwebte nun ohne Luarcis Hilfe auf einer Stelle. Nach kurzem zögern ließ Luarcis Magan alleine.
Magan sah noch wie Luarcis seine restliche Power bündelte und den Lichtdrachen, dessen Namen er nicht gehört hatte, mit einen gewaltigen Energiestrahl angriff. ER hörte noch wie der Lichtdrache angsterfühlt aufschrie und dann wurde für Magan alles dunkel und Kalt und er viel wieder in die Tiefe.

Magan stand wieder auf der grauen Plattforum, neben ihm war Marin und Grael, beide schauten ihn ernst an. „Du weißt was nun kommt oder?“, fragte Marin Magan. Magan nickt nur. Die Drachen stellten sich in einem Dreieck auf und fingen an sich zu konzentrieren. Grelles Licht begann sich von ihnen auszubreiten und dann formte es einen Zirkel in dessen Mitte sich eine bunte Lichtsäule erhob. „Und wer geht nun?“, fragte Grael mit einem lächeln, „am besten wohl du Magan es ist ja dein Körper und du überlebst es ja so oder so nicht“. Grael lächelte finster. „NEIN“, sagte Marin entschieden, „ich werde gehen“. Magan und Grael schauten sie entsetzt an. „Nein tu es nicht wenn du gehst wer soll mir dann gegen Grael helfen?“, fragte Magan, er wollte sie nicht einfach so aufgeben. Irgendwie mochte er sie. „Magan hat recht du musst hier bleiben, geh nicht sonst werde ich das ganze Universum zerstören“, sagte Grael mit zitternder Stimme. Das überraschte Magan doch sehr so hatte er ihn noch nie erlebt und ihn das auch nicht zugetraut. Grael hat ja Gefühle wie jedes andere Lebewesen, staunte Magan. „Hört zu ihr beiden“, sagte Marin entschieden und musterte die beiden Drachen, „vertragt euch und macht keine Dummheiten. Ich werde es tun weil ich als einzige hier weg kann!“
Dann ging sie noch mal zu Grael und gab zu Magans erstaunen ihn eine Kuss. „Pass bitte auf dich auf und finde deine gute Seite wieder. Hilf ihm er wird es brauchen“, sagte sie und betrat dann den Lichtstahl. Auf einmal wurde für Magan alles hell und dann wieder dunkel und kalt.

Grael verzog sich in eine Dunkle ecke von Magans Geist und trauerte still, nun hatte er schon zum zweiten mal seine Gefährtin verloren. Er tat etwas von dem er dachte das er es schon verlernt hatte. Er weinte.

Der Planet stand kurz vor der Zerstörung als auf einmal alles still wurde und sich nichts mehr bewegte. Die Reste des Planeten begangen sich zu verformen bis auf einmal aus der öden wüste und den Kahlen Felsen. Eine Blühende Landschaft wurde mit Flüssen und Seen.
In der Dunkelheit in der Magan noch gefangen war erschien in Marin noch einmal und überreichte ihn ein Abschiedsgeschenk.

Doch Magan viel immer noch in die tiefe auch wenn sie der Planet regeneriert hatte und seine Bewohner wieder alle lebten so ging es wohl mit einem Leben zu ende...

ENDE
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Luarcis
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#64 Beitragvon Luarcis » So 29 Apr, 2007 17:54

[OOC: Puuuh, endlich fertig! Und dazu mein größter Post aller Zeiten ^^']

Luarcis begann gerade damit, seine innere Kraft zu bündeln, um den falschen Gott mit aller Kraft seine Macht zu entreißen, als er eine Erschütterung hinter sich spürte und einen Moment später das Raumschiff aus der Öffnung schießen sah. Es zitterte und arbeitete sich mühsam den Himmel hinauf, bis es auf die schwarze Wolkendecke stieß.
Ihr Narren, flieht nur, ihr könnt ja doch nicht entkommen! Aber zuerst werde ich mich um etwas anderes kümmern müssen., dachte Luarcis sich, als das Raumschiff verschwand und er sich wieder dem Lichtdrachen zuwandte.
Als er seine Kraft erweckte und gerade einen Angriff starten wollte, spürte er, wie seine Beine plötzlich schwer wurden und sich nicht mehr rührten. Zornig zischend wandte er sich um und sah, wie Magan ihn durch einem Zauber mit den Kristallfesseln belegt hatte.
„Was soll das? Lass mich los! Haben sich denn nun alle gegen mich verschworen?!“, knurrte Luarcis und zerrte wütend an den Fesseln. Als Magan näher kam und ihn berührte, aber gleich wieder schmerzvoll seine Klaue zurückzog, grinste er nur hämisch.
„Sieh das als kleine Warnung an, komm mir nicht in die Quere, sonst wirst du schlimmeres erleiden, als den Tod!“, zischte er und sprengte plötzlich mit einer ungeheuren Kraft seine Fesseln auf. Dann wandte er sich wieder dem Gott zu, doch auch sein nächster Angriff wurde jäh von Magans Zauber unterbrochen. Wütend riss Luarcis seinen Kopf herum und starrte Magan mit einem glühenden Blick an, der einem das Mark im Knochen gefrieren könnte.
„Nun gut, wenn du nicht auf meiner Seite stehst, dann bist du mein Feind!“, rief Luarcis und stürmte auf Magan zu.
Es war ein kurzes Gerangel, das Luarcis klar gewonnen hätte, Magan war schon viel zu schwach, um ihm lange stand zu halten. Luarcis drängte Magan immer mehr nach hinten, während er seine Krallen tiefer in sein Fleisch grub.
Die Erde bebte bedrohlich, der ganze Planet lag im Sterben, nachdem ihm auf so grausame Weise seine Lebenskraft geraubt wurde, tiefe Risse durchzogen schon das Innere dieser Welt, und allmählich drangen die Spalten auch nach außen. Direkt hinter Magan öffneten sich drei Risse, sie mussten etliche Kilometer in die Tiefe reichen, doch schon begannen sie sich wieder zu verschieben und teilweise zu schließen, nur um an anderer Stelle erneut aufzuklaffen. Aber was auch immer zwischen sie geriet, würde wohl unrettbar zermalmt werden, das wusste wohl jeder Anwesende.
Mit einem boshaften Grinsen schob Luarcis Magan Zentimeter für Zentimeter weiter auf die Spalte zu. Magan redete weiter auf ihn ein, doch er hörte schon kaum mehr, was er sagte, bis auf den Satz: „Willst du etwa deinen Freund umbringen?“
Einen kurzen Augenblick zuckte Luarcis auf, seine Augen blitzten und verloren einen Moment lang etwas von ihrem starren Ausdruck. Doch schon gleich darauf begann Luarcis weiter, den Silberdrachen in den Abgrund zu stoßen, bis Magan plötzlich seinen Lichtdorn erschuf und damit in seinen Geist eindrang, durch das schmale Loch in seinem Bewusstsein schlüpfte, die Schwachstelle in der Mauer, die sein Herz umfing und die von Magans Rede geschaffen wurde, das aber schon wieder von dem Schatten in ihm verschlossen wurde, und zu seiner Seele, seinen Erinnerungen stieß.
Luarcis konnte sich auf einmal nicht mehr rühren, er zischte laut auf, doch es verschwand sogleich wieder, als auch die Wirklichkeit um ihn herum verschwamm und durch Bilder ersetzt wurde, die durch seinen Kopf schossen, Gedankenfetzen, Erinnerungen an eine Zeit, die er schon beinahe vergessen hatte.
Er sah einen Wald vor sich, hinter ein paar Bäumen ragten die Zinnen eines Turmes auf, er gehörte zu dem Magierkloster, in dem er einst aufgewachsen und großgezogen wurde. Er selbst war noch sehr jung und stand einem etwas älterem, halbwüchsigen roten Feuerdrachen gegenüber, der auch als Waisenkind im Kloster Unterschlupf fand. Luarcis erinnerte sich noch gut an diesen Tag, er hatte seine Kräfte trainiert und in langer Konzentration und Anstrengung aus einem Samen einen kleinen Baum wachsen lassen, der ihn gerade so überragte. Doch gerade, als er sich über seinen Erfolg gefreut hatte, verbrannte der immer ziemlich draufgängerische und schadenfrohe Feuerdrache sein Werk zu Asche, nur um ihn zu ärgern. Es kam zu einem Streit und Kampf, in dem Luarcis zum ersten Mal wirklich wütend wurde. An das, was dann geschah, konnte er sich immer nur sehr wage und bruchstückhaft erinnern, doch jetzt war der Gedanke klar und unverschleiert. Seine Aura veränderte sich, als er den anderen Drachen zornig anknurrte. Seine Augen bekamen einen roten Schimmer und seine blanken Schuppen einen stumpfen, dunklen Ton. Er sah fast genauso aus, wie jetzt, er hatte anscheinend schon vor vielen Jahren einmal seinem Zorn freien Lauf gelassen, und dabei seiner dunklen Seite die Möglichkeit gegeben, die Kontrolle über ihn zu gewinnen. Mit einem lauten Brüllen und Blitzen entlies er seine geballte Wut und schleuderte den anderen Drachen davon. Doch er konnte diese Kraft wohl nicht aushalten, sein Bewusstsein schwand und die Erinnerung wurde erst wieder klar, als er den Anblick eines der Magier sah, der durch das Spektakel alarmiert wurde. Um ihn herum war der ganze Wald in ein paar Metern Radius entfernt wie ausgestorben. Das Gras und die Bäume waren kahl, fast schwarz, verbrannt, leblos und tot. Er selbst stand in einem kleinen Krater, der andere Drache lag ein paar Meter entfernt schwer verletzt neben einem Stein, in seinen Augen ein Ausdruck des Entsetzens, mit dem er Luarcis anstarrte. Der Magier sah ihn aber sehr ernst und besorgt an. Luarcis wusste, dass er hart bestraft werden würde, solche impulsiven Kämpfe, dazu noch mit solchen Verletzungen als Folge waren streng untersagt. Aber nichts von dem geschah, ganz im Gegenteil, Luarcis wurde erschreckend sorg- und behutsam behandelt und erst jetzt erkannte er, dass in den Augen des Magiers auch eine Spur von Angst gelegen hatte. Die Magier hatten ihn darüber aufgeklärt, was passieren könnte, wenn er sich nicht beherrschen konnte, sie hatten in einem Ritual seine dunkle Seite in seiner Seele versiegelt, doch sie hatten ihm auch gesagt, dass dieser Schutz nur so stark sein konnte, wie sein eigener Wille. In der darauffolgenden Zeit hatten sie ihn beständig trainiert, seine Emotionen unter Kontrolle zu behalten, damit so etwas nie wieder geschehen würde und bis jetzt hatte er es auch immer geschafft. Der andere Drache hatte ihn seitdem nie wieder geärgert und sie sind gute Freunde geworden, bis sie beide ihres eigenen Weges gingen.
Plötzlich verschwand die Erinnerung in einem weißen Licht, um von neuen ersetzt zu werden, die unaufhörlich an Luarcis vorbeizogen, kaum greifbar, bis sich eine von ihnen vor seinem inneren Auge festsetzte.
Das Bild festigte sich, es war diesmal die jüngste Vergangenheit, sie befanden sich alle wieder in dem Fallenraum, als sie von den lebenssaugenden Aliens angegriffen wurden und Luarcis’ Leiden seinen Anfang nahm. Als er spürte, wie der dunkle Insektengott dieser Welt seine Lebenskraft raubte, und damit auch allen Lebewesen, die sie beherbergte. Wie Luarcis ihren ganzen Schmerz gefühlt hatte, zuviel, um von einem einzelnen Wesen ertragen zu werden, als er wie gelähmt war, sein Bewusstsein verlor und beim Erwachen sein Schmerz durch blanke Wut ersetzt wurde. Er konnte sich bis jetzt nicht mehr an das erinnern, was geschah, als er von den Aliens attackiert wurde, aber nun war auch dieses Bild plötzlich klar und rein. Er sah, wie auch Magan seiner Wut freien Lauf gelassen hatte, wie Luarcis sie gespürt und auf sich selbst übertragen hatte. Er sah, wie Magan die Monster vernichtete und wie etwas in ihm, Grael, Gefallen daran fand und es auskostete. Auch Luarcis lies seiner neuen Kraft ihren Lauf und löschte die Energiesauger aus, er fühlte, wie es ihm Spaß machte, sie auf grausame Weise zu zerquetschen oder zu zerfetzen. Er genoss es, ihnen ihre Lebenskraft zu entreißen, doch es waren nun nicht mehr Magans Gefühle, die Luarcis spürte, es waren seine eigenen...
„NEIN!“, knurrte Luarcis plötzlich auf und schleuderte die zahllosen Gedanken von sich, riss seine Augen auf und sah allmählich wieder die Wirklichkeit. Durch sein Aufbäumen wurde Magan von ihm geschleudert und die geistige Verbindung zwischen ihnen riss ab. Luarcis schüttelte grimmig den Kopf um die störenden Erinnerungen wieder zu verdrängen.
Doch die Bilder verschwanden nicht mehr ganz, er konnte sie nicht ganz verbannen. Einen Moment starrte er auf den regungslos daliegenden Silberdrachen und einen Moment lang erinnerte er sich erneut an das Leid, das er spürte und von dem er nicht wollte, dass es irgendjemandem widerfuhr, erst recht nicht jemandem, der ihm so viel bedeutete...
Doch dann schüttelte Luarcis erneut energisch den Kopf und konzentrierte seine Gedanken wieder auf den Gott, entfachte seine Wut erneut und wischte damit die Bilder wieder vollkommen fort.
Mit neuem Zorn erhob er sich und schoss auf den einstigen Lichtdrachen zu, er hatte schon genug Zeit verplempert, er musste es endlich zu Ende bringen. Luarcis bündelte seine Kraft, eine dunkelrote, blitzende Energie umgab seine Klaue, die er weit und zum Angriff bereit öffnete, mit vollem Tempo auf den falschen Gott zuschießend, der gerade noch mit dem Kampf mit Leundra beschäftigt war. Doch plötzlich stieß er unerwartet auf Widerstand, er war noch ein ganzes Stück von seinem Gegner entfernt, doch er spürte unverkennbar etwas hartes, das er allerdings mühelos durchdrang und dann auf einmal ein warmes, weiches Gefühl, das seine Pranke umfing. Erstaunt starrte Luarcis in die Augen von Magan, der unerwartet direkt vor ihm aufgetaucht war. Doch Magans Blick war trübe und leer, er konnte vermutlich kaum mehr etwas erkennen, ein gequälter Ausdruck lag auf seinem Gesicht, jeder Flügelschlag schien ihn zu schmerzen und große Mühen zu bereiten, es war erstaunlich, dass er es überhaupt noch schaffte, sich in der Luft zu halten.
„GRRRRR! Du schon wieder?! Weißt du denn nie, wann Schluss ist?!! Ich hätte dir ja gerne ein schmerzvolles Ende erspart, es hätte so schnell und einfach gehen können, aber du musst es ja darauf anlegen, gut, ich werde dir zeigen, was du davon hast!“, knurrte er wütend.
Luarcis hatte Magans Brust durchdrungen und seine Pranke tief in sein Fleisch gebohrt. Er hätte einfach nur noch zugreifen müssen, um dem Silbernen buchstäblich das Herz zu entreißen, doch irgendetwas hielt Luarcis zurück, er konnte es einfach nicht tun, obwohl er nun wirklich genug hatte von diesen ständigen Unterbrechungen. Zornig starrte Luarcis auf den am Ende seiner Kräfte befindlichen Magan, es hätte nur noch einen Schlag gebraucht, um ihn entgültig zu töten, doch etwas in dem Ausdruck des Silberdrachens hielt ihn davon ab und wieder schoss ein flüchtiges Bild durch seinen Kopf, zu schnell aber, um es zu greifen.
„AAAAAAAAHHHH!“, schrie Luarcis frustriert und zornig auf und lies einen heftigen Wind um ihn herum entfachen, der Magan nach hinten schleuderte. Luarcis’ Klaue schlüpfte aus der Wunde an seiner Brust, die tief aufklaffte und einen starken, beständigen Fluss seines neonblauen Blutes daraus ergießen lies. Magan war am Ende seiner Kräfte, aber er wusste, dass er nicht aufgeben durfte, sonst wäre alles verloren. So klammerte er sich mit beiden Armen am Luarcis’ Schultern fest, so dass er davor bewahrt wurde, von dem Sog weg geschleudert zu werden.
„GRRR, warum wehrst du dich so verbissen dagegen? Sieh doch einfach ein, dass es vorbei ist, du bist mehr tot, als lebendig, gib dich dem Unvermeidlichen doch endlich hin!“, schrie Luarcis den vor ihm baumelnden Magan an und verstärkte den Wind ein wenig. Er hätte den entkräfteten Silberdrachen ohne Mühe von sich schleudern können, aber nun, da er ihm so lange und rücksichtslos Widerstand geleistet hatte, wollte er es nicht zu schnell beenden. Magan war ohnehin am Ende, nun könnte er ihn auch gut noch ein paar Sekunden leiden lassen. Immerhin gab Magan nicht auf, das hätte er selbst auch nie getan, Aufgeben ist Schwäche, und er zeigte niemals Schwäche! Daher lag auch ein winziges bisschen Bewunderung in seinem Blick, eigentlich war es ja schade, dass Magan sich gegen ihn wenden musste, er hätte sicher noch nützlich sein können.
„Sieh dich doch an! Du bist vollkommen am Ende, das ist deine alleinige Schuld! Warum hast du Narr dem dunklen Geist in dir abgeschworen, gib es doch zu, du hast Gefallen an dieser Macht gefunden, die er dir gegeben hat! Er hat dich stärker gemacht, als du je warst, aber du Idiot hast darauf verzichtet und nun wirst du mit dem Leben dafür bezahlen! Ich werde diesen Fehler nicht begehen, sondern mir diese Macht einverleiben und dafür sorgen, dass sie kein anderer als ich je bekommt!“, rief er noch.
„Nein, ich werde nicht zulassen, dass du so wirst, wie dieser Gott, der einfach alles Leben auslöscht, nur um selbst stärker zu werden. Was nützt einem alle Macht, wenn man dabei sich selbst verliert und zu einem herzlosen Monster wird, einem Dämon, der keine Spur von Güte mehr in sich trägt? Ich werde alles versuchen, um dich zu retten, mein Freund, auch wenn es das letzte ist, was ich tue!“, keuchte Magan blutspuckend, ihm fiel jeder Atemzug schwer und seine Arme wurden taub, er könnte sich nur noch ein paar Sekunden halten.
„Aach, nun hör doch endlich mit deinen stumpfsinnigen Reden auf! Das glaubst du doch selbst nicht! Sag ehrlich, würdest du dich denn wirklich selbst opfern, nur um deinen Freund zu retten?“, höhnte Luarcis, doch schon einen Moment später war seine Miene wie versteinert, als er Magans Antwort hörte.
„JA!“, sagte er ohne zu zögern mit letzter Kraft und seine Augen waren ernst und fest und zeigten, wie ernst und entschlossen er es meinte. Luarcis starrte ihn fassungslos an, er war von Magans Blick wie gebannt und spürte, wie sich etwas in ihm regte und versuchte, nach außen zu dringen. Er glaubte nicht, was er da gerade gehört hatte. Er konnte es nicht verstehen, oder besser gesagt, der Teil, der ihn kontrollierte, wie jemand wirklich sein eigenes Leben aufs Spiel setzen konnte, um jemand anderem zu helfen. Er war sich nur selbst der nächste, er brauchte niemanden, solche lästigen Gefühle wie Freundschaft oder Liebe waren doch nur Hirngespinste und hinderten einen daran, das Ziel klar vor Augen zu sehen. Er wollte einfach nur immer stärker werden, die Schwachen gnadenlos ausmerzen und am Ende alles beherrschen, er konnte niemanden gebrauchen, mit dem er diese Macht teilen müsste.
Doch bei aller Kraft, die er spürte, konnte er sich doch nicht gegen den Blick dieses schwachen, nutzlosen Silberdrachens wehren. Luarcis versuchte, sich abzuwenden, doch etwas in ihm zwang ihn, den Blickkontakt aufrecht zu erhalten und egal, wie sehr er sich dagegen sträubte, er konnte doch nicht verhindern, dass Magan erneut in seinen Geist eindrang, noch tiefer als zuvor und durch den dichten dunklen Schleier bis zu dem schwachen, fahlen, aber immer noch glimmenden Licht in seinem Herzen durchdrang.
Wieder schossen Erinnerungen durch seinen Kopf und wieder musste er mit ansehen, was sie ihm zeigten.
Das Bild klärte auf und wurde fest, es zeigte ihm eine Wüste, genau wie diese hier, aber sie war nicht übersäht von toten und ausgemergelten Sandwürmern. Es war die Wüste von Golatemo, als Luarcis zum ersten Mal auf Magan und die Anderen stieß. Er erinnerte sich daran, wie hilflos und verängstigt er sich gefühlt hatte, als er unvorbereitet auf einer ihm völlig fremden Welt strandete, vollkommen allein und unsicher, was geschehen würde. Er war skeptisch und vorsichtig, als er die anderen Drachen traf, doch er fasste schnell Vertrauen und die zahllosen Abenteuer und Gefahren, die sie gemeinsam durchlebt hatten, hatten sie zusammengeschweißt und Magan ist ihm ein sehr guter Freund geworden, vielleicht der beste, den er je hatte und Luarcis hatte auch nie gezögert, sich selbst in Gefahr zu bringen, um ihm zu helfen.
Und auch Leundra sah er vor seinem geistigen Auge, als er sie das erste Mal traf, war sie schwer verwundet und dem Tode nahe. Doch er hatte sich nicht gescheut, seine eigene Lebenskraft mit ihr zu teilen, um sie zu heilen, es hatte ihn viel Kraft und wohl auch etwas von seiner eigenen Lebenserwartung gekostet, doch was sind schon ein paar Jahre gegenüber einer wohl lebenslangen Freundin, die er dadurch gewonnen hatte?
Erneut wechselte die Szene, diesmal sah er ein fruchtbares Land, grüne Felder, auf denen geschäftige Menschen ihrer Arbeit nachgingen und die Ernte einholten. Doch plötzlich zog ein schwarzer Himmel auf, die Menschen sahen in Panik und Furcht zum Himmel, als ein Schatten das ganze Land überzog und in Schwärze hüllte.
Eine weitere Szene zeigte die gleiche Landschaft, aber die Felder waren verdörrt und eingetrocknet, die Menschen verschwunden und eine karge Wüste hatte sich breit gemacht.
Wieder wechselte das Bild, er sah nun die gleiche Wüste, in der sie sich gerade befanden, das Loch in der Erde, die aufgerissenen Spalten, der dunkle Wolkenhimmel. Luarcis sah auch Magan, doch er klammerte sich nicht mehr an ihn selbst, sondern lag auf dem staubigen Wüstenboden. Hinter ihm ragte ein großer Stein auf, er hatte Risse und Teile waren herausgebrochen, die auf dem vollkommen regungslosen Silbernen lagen, er musste mit voller Wucht dagegen geknallt sein. Eine Blutlache breitete sich langsam unter ihm aus und tränkte den trockenen Wüstensand. Leundra stand weinend und kopfschüttelnd daneben, dann schaute sie auf und drehte ihren Kopf zu dem auf sie zuschreitenden Luarcis, in ihren Augen lag nur der Ausdruck einer Frage, „Warum?“. Luarcis schritt langsam, aber bestimmt auf sie zu, um es zu beenden, seine Schuppen hatten sich nun vollkommen schwarz gefärbt, eine dunkle, lodernde Aura umgab ihn, Stacheln zierten seinen kräftigen Körper und seine glühend roten Augen waren absolut ausdruckslos, keine Spur von Reue oder Mitleid lagen in ihnen, als er seine Aura aufflammen lies und so etwas wie schattenhafte Tentakel aus ihr auf Leundra zurasen lies, um sie zu verschlingen, im Hintergrund das tiefe und hämische Gelächter des falschen Gottes, der nur das nächste Ziel sein würde...
Noch einmal wechselte das Bild, man sah den Planeten, auf dem sich ein dunkler Schatten immer mehr ausbreitete, bis er die ganze Oberfläche einnahm, gewaltige Erdbeben und Spalten rissen den Planeten buchstäblich auseinander, als sich der Schatten weiter ausbreitete, um die nächstgelegenen Planeten zu befallen. Auf seinem Weg erfasste er ein kleines Raumschiff, das versuchte, sich weiter von der Welt zu entfernen, die seine Besatzung einst Heimat nannte. In einer heftigen Explosion verglühte auch die letzte Hoffnung auf Erlösung, das letzte Leben des Planeten ausgelöscht, und noch viele weitere würden folgen....
Die Bilderflut hörte auf, plötzlich umschloss ein erschreckendes Nichts Luarcis’ Geist, eine Leere, die auch sein Herz und sein Leben umfangen würde, wenn er diesen Weg zu Ende gehen und alles aufgeben würde, was er besaß und woran er glaubte....
NEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIN!, schrie Luarcis auf einmal innerlich. Nicht so! So darf es nicht enden!
Er bäumte sich innerlich auf, versuchte sich gegen die Schwärze in seiner Seele zu wehren, die ihn nun schon fast vollständig vereinnahmt hatte, und plötzlich glomm ein Licht in diesem Nichts auf, hell und strahlend, bis es allmählich die Dunkelheit immer mehr verdrängte. Die Bilderflut kam zurück und diesmal wehrte er sich nicht dagegen, im Gegenteil, er versuchte, jeden Moment festzuhalten, jede glückliche Erinnerung, die er mit seinen Freunden hatte, die ihn stärker, weiser und zufriedener gemacht hatten, die ihm einen Platz im Lauf der Welt gaben, wo er sich wohl und geborgen fühlte und zu dem machten, was er nun war.
So drängte er die Schwärze immer mehr zurück, seinen Schatten, das Böse, das in ihm einen Keim gefunden hatte und beinahe alles vernichtet hätte, inklusive ihm selbst.
Luarcis riss die Augen auf und starrte abermals in Magans trübe und müde Augen. Erfreut sah er, dass die letzte Vision noch nicht Wirklichkeit geworden war. Dennoch erzeugte Luarcis immer noch den starken Sog, der Magan durchwirbelte. Er konnte sich nur noch mit einer Klaue an ihm festkrallen, die andere hatte sich schon gelöst. Magan war vollkommen am Ende seiner Kräfte, aber es lag ein fahles Lächeln auf seinem zerschundenen Gesicht, das Luarcis zeigte, dass er seinen inneren Kampf gewonnen hatte. Seine Schuppen hatten wieder die helle, weiße Farbe, seine Augen wieder den tiefgrünen Glanz und die schwarze Aura war verschwunden.
Aber dann löste sich auch Magans andere ausgelaugte Klaue und er wurde von dem immer noch heftigen Wind davon geschleudert, direkt auf den Boden und auf einen daraus aufragenden Stein zu...

Doch plötzlich umfasste eine Pranke den Arm des Silberdrachens und hielt ihn fest.
„Nein, nicht so!“, wiederholte Luarcis noch einmal seine eigenen gedachten Worte und auch die Magans, als er seinen Freund zu sich zog. Einen Moment lang starrte Luarcis ihm in die Augen, bis er dann zu sprechen begann.
„Es ist vorbei, ich bin wieder ich, du hast mich wieder zurückgeholt! Du hast mich nicht aufgegeben, als ich dich brauchte, als ich schon beinahe vergessen hatte, was Freundschaft bedeutet, und dafür bin ich dir ewig dankbar, du hast mich vor einem großen Fehler bewahrt.“ Dann sah er betrübt, wie schwer Magan eigentlich verwundet war, sein ganzer Körper war blutüberströmt und die große Wunde in seiner Brust klaffte sehr weit auf. Er blickte auf seine eigene Klaue, die ebenfalls blutgetränkt war, Magans Blut.
„Was habe ich bloß getan?“, hauchte Luarcis kopfschüttelnd und blickte den Silbernen schmerzvoll an.
„Ich hätte niemals zulassen dürfen, dass es soweit kommt, dass ich so die Kontrolle über mich verliere! Für das, was ich getan habe, gibt es keine Vergebung und ich kann nicht erwarten, dass du es verstehst. Ich kann dir nur sagen, dass es mir unendlich Leid tut, es wäre eine Lüge, wenn ich behaupten würde, dass ich es nicht so gewollt habe, denn ein Teil von mir wollte es schließlich. Ich werde für meine Fehler einstehen und dafür büßen, vielleicht kannst du mir ja eines Tages verzeihen....“, sprach er noch, als er plötzlich von der Realität eingeholt wurde.
Ein Stück neben ihnen krachte Leundra unsanft auf den Boden, als sie sich benommen aufrappelte. Sie hatte ein paar Wunden, war aber ansonsten wohl nicht sonderlich verletzt, aber es zeigte, dass sie den Kampf gegen den falschen Gott auf Dauer nicht gewinnen konnte. Ein dunkles Gelächter drang von dem hoch vor ihnen aufragenden Lichtdrachen zu ihnen und nun fokussierte er seine Aufmerksamkeit wohl auf die beiden verbliebenen Widersacher. Prüfend musterte er Magan und Luarcis, er tastete sie mit seinen Energisten ab, so dass er schnell über ihren Zustand im Klaren war. Magans Aura war fast vollkommen erloschen und die von Luarcis war nicht mehr so dunkel, kraftvoll und beunruhigend wie vorher. Mit Leundra wollte er sich noch etwas länger beschäftigen, immerhin war sie von seiner eigenen Art, sie einfach so zu töten erschien ihm etwas vorschnell, vielleicht könnte er noch Nutzen aus ihr ziehen, oder zumindest noch etwas mehr Spaß haben, immerhin war sie die einzige echte Gegnerin für ihn. Die anderen beiden, für ihn winzigen Drachen wurden langsam nur lästig, er würde sie schnell vernichten, damit er endlich Ruhe vor ihnen hätte.
„Ich möchte eure herzzerreißende Unterhaltung ja nur ungern unterbrechen, aber ich denke, es ist nun Zeit für euch, das Schicksal all derer zu teilen, die sich mir in den Weg stellen! Wenn ihr euch schon nicht umbringt, dann muss ich es eben selbst tun!“, donnerte er mit tiefer, grummelnder Stimme. Dann öffnete er sein mächtiges Maul, um seinen Angriff vorzubereiten. Er bündelte seine Energie, seine Macht, die er dem nun im Sterben liegenden Planeten und seinen Bewohnern entzogen hatte, um sein Werk zu vollenden. Sein weit aufgerissener Rachen glomm immer heller auf, bis sich eine strahlende, blitzende Energiekugel in ihm geschaffen hatte, die allmählich immer größer wurde, bis sie immer mehr sein fast zahnloses Maul ausfüllte.
Magan wandte seinen Kopf langsam wieder zu Luarcis um, der ihn immer noch fest hielt und ein wenig stützte.
„Schnell, bring dich in Sicherheit, für mich ist es ohnehin zu spät, aber du kannst dich noch retten!“, keuchte Magan mit fast tonloser Stimme und versuchte, Luarcis etwas wegzustoßen, der seinen Griff aber nicht lockerte. Wieder schaute er ihn einen Moment lang an, bis er dann den Kopf schüttelte.
„Nein, das werde ich nicht tun, wie könnte ich? Wie könnte ich es zulassen, dass du für mein Versagen büßen musst und deswegen stirbst, weil ich etwas so schreckliches getan habe? Ich werde ganz sicher nicht dabei zuschauen, wie du für meinen Fehler bezahlst, mein Freund! Ich laufe nicht mehr davon, nein, ich stelle mich meinem Schicksal und wenn das meine Bestimmung ist, dann werde ich sie akzeptieren und meine gerechte Strafe annehmen! Wenn wir es nicht schaffen, diese Kreatur zu besiegen, sind wir ohnehin alle verloren, wir sterben entweder gemeinsam, oder gar nicht, ist es nicht das, was eine wahre Freundschaft ausmacht? Außerdem hast du mir wieder in Erinnerung gerufen, dass es Mächte gibt, die stärker sind, als der Tod!“ Dann lies er Magan vorsichtig los, bis er sich sicher war, dass er sich einigermaßen selbst in der Luft halten konnte.
Mit einem letzten Nicken wandte er sich wieder dem bösen Gott zu, der mit der Vorbereitung seines Angriffes fertig war. Eine riesige Energiekugel füllte sein Maul und mit einem Aufrichten seines Halses holte er aus, bis er seine gesammelte Energie mit einem Schlag entlud. Ein gewaltiger Energiestrahl schoss auf Magan und Luarcis zu, er gab ein seltsames Leuchten von sich, fast schwarz, aber doch strahlend hell und so kraftvoll, dass er garantiert alles auf seinem Weg vernichten würde, was ihm in die Quere kam.
Luarcis starrte auf die übermächtige Welle, die auf ihn zuschoss, aber er wich nicht aus, er hielt stand und sah seinem Schicksal ins Auge. Er streckte seine Gliedmaßen von sich, spannte den ganzen Körper an und öffnete sein Maul zu einem mächtigen Brüllen. Er schrie den Energiestrahl einfach nur mit aller Kraft an, als ob er ihn damit aufhalten könnte.
Auch der dunkle Lichtdrache konnte ihn mit seinen tauben Ohren hören, es wunderte ihn, dass ein so kleiner Drache überhaupt so laut brüllen konnte. Es war ein starkes Gebrüll, nicht aus Wut, Furcht oder Verzweiflung, sondern aus Mut, Hoffnung und Zuversicht. Es missfiel ihm, dass dieser Winzling anscheinend keine Angst hatte, aber es war ihm egal, ein letztes Aufbegehren angesichts des Unvermeidlichen, mehr nicht.
Der Energiestrahl bahnte sich unaufhaltsam seinen Weg und tauchte Magan und Luarcis in ein unheimliches Licht, doch allmählich fing Luarcis an zu leuchten, in einem Glanz, der nicht mehr nur von dem Lichtodem stammen konnte, kurz bevor der Strahl auf sie traf.
Dann war es so weit, der Strahl traf die beiden verlorenen Drachen direkt und hüllte sie vollkommen ein. Nur Sekundenbruchteile später traf er fast ungehindert auf den Wüstenboden und entlud seine geballte Kraft in den sterbenden Planeten, aus dem sie gerissen wurde. Leundra hatte sich wieder in die Luft gehoben und starrte nur entsetzt auf das schaurige Spektakel, sie konnte nichts tun, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu bringen, so konnte sie nur tatenlos mit ansehen, wie der Lichtstrahl ihre Freunde verschlang und auf dem aufbrechendem Planeten einen tiefen Krater formte. Der dunkle Gott war überrascht von der Intensität seines Angriffes, eigentlich wollte er nicht so viel Energie an diese Winzdrachen verschwenden, aber er konnte seine neuen Kräfte eben noch nicht perfekt kontrollieren. Wenigstens war das auf jeden Fall ausreichend, um diese Störenfriede zu Staub zu verbrennen und er könnte sich wieder anderen Aufgaben zuwenden, so dachte er jedenfalls...
Der Energiestrahl verflüchtigte sich und das helle Licht, das er aussandte, hätte auch verschwinden müssen, aber es tat es nicht. Ganz im Gegenteil, an seine Stelle trat ein Schein, der um ein Vielfaches heller war, als es der Angriff des Gottes je war. Ein schier übernatürliches Leuchten trat von der Stelle aus, an der sich zuvor Magan und Luarcis befunden hatten. Leundra schaute hoffnungsvoll auf und tatsächlich, als sie näher hinschaute, konnte sie die Silhouetten ihrer Freunde sehen, oder zumindest die von Magan. Aber neben ihm schwebte eine Gestalt, die mit dem weißen Drachen, den sie kannte, und erst recht mit seiner dunklen Version kaum mehr etwas gemein hatte. Er war von einer blendend weißen, strahlenden Aura eingehüllt, die so stark war, dass sie den Blick auf ihn fast komplett verschleierte. In langen Fäden umwehte ihn die reine Energie und formte eine glitzernde, lodernde Mähne auf seinem Kopf und Rücken. Seine hell strahlenden, bläulichen Augen waren erneut absolut ausdruckslos, aber sie vermittelten nicht wie zuvor ein solch unheimliches Gefühl, als er von seiner dunklen Seite beherrscht wurde. Sie erzeugten vielmehr ein Gefühl der Wärme, der Geborgenheit. Überhaupt hatte seine Ausstrahlung absolut nichts mehr mit seiner vorher dunklen und todbringenden Aura gemein.
Luarcis hatte seine Klaue erhoben und hielt damit ein mächtiges, von einer blau schimmernden, irisierenden Energie durchströmtes Schutzschild aufrecht, das ihn und Magan umgab und so den Angriff des Insektengottes abgewehrt hatte. Langsam senkte er seinen Arm wieder und löste den Schild damit, so dass der Blick von außen auf ihn freier und auch seine Lichtaura nicht mehr davon abgeschirmt wurde.
Der falsche Gott war zwar blind, aber seine anderen Sinne funktionierten noch und die konnte er nicht so einfach vor dem verschließen, was vor ihm lag. Seine Energisten sogen immer noch die Strahlung ein, die die Auren der Anderen abgaben. Doch das, was dieser kleine Drache aussandte, war fast zuviel für ihn. Das reine, klare Licht, das er abgab, schmerzte den riesigen Drachen wie Messerstiche, nachdem er so lange in der Dunkelheit verbracht hatte und schließlich von ihr verdorben wurde. Es war fast unerträglich für ihn und er versuchte, seine Energisten davor abzuschirmen, aber es gelang ihm nicht und sie waren nahe dran, einfach wie Sicherungen durchzubrennen, sein Körper war ohnehin schon kaum im Stande, die gewaltige Energiemenge aufzunehmen, die er dem Planeten entzogen hatte, jedes Quäntchen mehr könnte ihn wohl buchstäblich zerreißen. Zornig und verwirrt knurrte er laut auf, er konnte nichts sehen und der unglaublich starken Aura dieses doch so kleinen Drachen nach zu schließen, hätte er nun fast so groß sein müssen, wie er selbst, aber das war nicht möglich! Der falsche Gott verstand nicht, was da vor sich ging, wie dieser schwache Drache es geschafft hatte, seinem Angriff zu widerstehen und woher seine plötzliche Kraft kam, die selbst ihm Unbehagen bereitete.
Und auch die Anderen starrten nur ungläubig auf die leuchtende Gestalt. Magan schwebte ganz nah neben Luarcis, von dessen Aura er auch geblendet und überwältigt war. Sie war so dicht, dass er sie schon fast greifen konnte und sie strahlte eine wärmende, lindernde Kraft aus. Er spürte, wie sie ihn durchfloss und seine Schmerzen stillte. Allein die Ausstrahlung, die der Weiße nun hatte, schien seine Wunden zu heilen. Er spürte, wie seine zerfetzten Lungenflügel wieder zusammenwuchsen, damit er zumindest wieder gut atmen konnte. Auch seine Brustwunde begann sich wieder zu schließen, wenn auch nicht ganz, aber zumindest die Blutung wurde gestoppt.
In der Luft lag ein seltsames, unwirkliches Gefühl, das um Luarcis herum am stärksten war. Sogar die Zeit selbst schien langsamer zu laufen, so dass Magan und die Anderen jede Bewegung genau mitverfolgen konnten. Doch Luarcis bewegte sich ohnehin nur sehr langsam, fast mechanisch, wie in Trance. Das irreale Gefühl lies die ganze Umgebung verschwimmen, es war fast wie ein Traum und für Luarcis selbst würde es das auch immer sein, er würde sich wohl noch nicht einmal an das erinnern können, was nun geschah.
Magan starrte ihn nur mit großen Augen an, so viel Angst er zuvor vor seinem Dunklen Selbst hatte, so viel Bewunderung und Faszination brachte er nun dieser Lichtgestalt entgegen. Es hätte wohl niemand erahnen können, dass in dem noch immer ziemlich unerfahrenen und jungen Drachen eine solche außergewöhnliche Kraft schlummerte. Luarcis wäre fast seiner dunklen Seite zum Erliegen gekommen, hätte beinahe seine eigenen Freunde getötet, nur um selbst stärker zu werden. Aber im Moment der größten Gefahr kam er wieder zur Besinnung, hatte nicht mehr an sich selbst gedacht, sondern war bereit, sich zu opfern, um seine Freunde zu retten und seine selbstlose Tat hatte in ihm eine Kraft erweckt, die so tief in seiner Seele verborgen lag, dass nicht einmal er selbst etwas davon wusste. Sein Schatten, seine dunkle Seite wurde durch das strahlende Licht, das ihn nun umgab, wieder entgültig in den tiefsten Winkel seines Geistes gedrängt und was man nun sah, gab einem wohl einen kleinen Einblick in Luarcis’ wahre Macht.
Nachdem er sich praktisch nicht gerührt hatte, drehte sich Luarcis plötzlich langsam etwas zu Magan um und sah ihn mit seinen ausdruckslosen, leuchtenden, hypnotischen Augen an. Er sagte kein Wort und verzog keine Miene, sondern hob nur einmal leicht seine Klaue und lies damit Magan ein kleines Stückchen weiter von sich weg schweben. Magan lies es zu, denn er ahnte, dass es wohl besser war, ihm nicht zu nahe zu sein, bei dem, was wohl nun folgte.
Dann wandte sich der Weiße wieder dem Gott zu, der immer noch gebannt vor ihm stand. Seine Aura wurde sogar noch heftiger und begann, sich wirbelnd um seinen Körper zu bewegen, als Luarcis seine ganze Kraft sammelte. Schon bald war er komplett in einen Strudel aus purem Licht gehüllt, als er sich etwas zusammenkrümmte, damit er für den finalen Schlag ausholen konnte. Noch einen kurzen Moment, der für Magan scheinbar eine kleine Ewigkeit dauerte, strömte die reine Energie um seinen Körper, dann streckte Luarcis sich mit einem Ruck und öffnete sein Maul, um seinerseits einen Energiestrahl auf den Insektengott abzuschießen.
Seine ganze Energie, sowohl aus seinem Inneren, als auch seine strahlende Aura floss zusammen und wurde auf ihren Weg geschickt. Auch das unwirkliche Gefühl wurde mit dem Strahl mitgezogen, so dass Magan und Luarcis allein zurückblieben. Seine strahlende Aura war verflogen, aber immer noch hatte er diesen seltsamen Blick in den Augen und seine Schuppen glänzten immer noch hell in einem magischen Licht.
Der Energiestrahl war zwar gewaltig, aber nicht so groß, wie der des verdorbenen Lichtdrachens, aber dennoch strahlte er eine Kraft aus, die viel dichter und mächtiger war, als die des falschen Gottes, denn es war nicht nur bloße Energie, ein Teil von Luarcis’ Bewusstsein, seiner Seele wurde davon mitgetragen und verlieh seinem Angriff eine Kraft, die der verdorbene Tyrann nicht einmal begreifen konnte. So formte sich nun auch der körperlose Lichtstrahl während des Fluges um. Es bildete sich unverkennbar ein Kopf, der mit weit aufgerissenem Maul auf sein Ziel zuraste, auch ein paar flammende Schwingen aus blauweißer Energie, durchzogen von einem goldenen, magischen Glitzern, deuteten sich an und schoben sich nach vorne.
Der dunkle Gott sah unverkennbar den Angriff auf sich zukommen, er sah überhaupt nichts anderes, sein geistiges Sichtfeld war komplett von diesem wahrhaftigen Licht-Drachen eingenommen und überfordert. Aber er konnte sich nicht rühren, er war wie gelähmt und konnte diesem zweifellos vernichtendem Angriff nicht ausweichen und auch nichts entgegensetzen.
Dann erreichte der Angriff sein Ziel und der Energiedrache stürzte sich mit voller Kraft direkt in das immer noch geöffnete Maul des Gottes.
Er hatte noch nie so einen Schmerz gespürt, er fühlte sich, als ob sein Kopf explodieren müsste, als die heilende Energie seinen zerschundenen und verdorbenen Körper reinigte und somit vernichtete, da in dem machtgierigen Tyrannen keine Spur von Güte mehr vorhanden war. Sein Maul wurde durch die geballte Kraft verbrannt, genau wie sein Rachen, als sie sich einen Weg durch seinen Körper nach unten durch den mächtigen Hals bahnte, um jeden Winkel seines knochigen Körpers zu durchdringen. Der falsche Gott stöhnte und schrie laut auf, so dass sein Geheul noch weit am Horizont des Wüstenplaneten zu hören gewesen wäre, wenn denn überhaupt noch etwas existiert hätte, das es hätte vernehmen können.
Er versuchte, sich dagegen zu wehren und diesen Angriff zurückzuschlagen, immerhin hatte er die Lebenskraft eines ganzen Planeten absorbiert, da würde er doch wohl diesen Zauber eines lächerlichen kleinen, kümmerlichen Sterblichen abwehren können! Aber je mehr sich die Energie in ihm ausbreitete, desto weniger schien ihm seine eigene, auf so gewaltvolle Art gesammelte Macht zu gehorchen.
Luarcis hatte den Schmerz all derer gespürt, dessen Kraft der dunkle Gott ihnen genommen hatte, er hatte mit ihnen gelitten und wäre beinahe selbst daran zugrunde gegangen. Er war mit ihnen verbunden und kämpfte nun für sie, um ihren Seelen Frieden zu geben und zu verhindern, dass noch mehr Schaden angerichtet wurde. Der Insektengott hatte den Bewohnern des Planeten ihre Lebenskraft unrechtmäßig gestohlen, ihnen seinen Willen aufgezwungen und geglaubt, dass er sie kontrollieren könnte. Aber in diesem Moment erkannte er, dass er falsch gelegen hatte. Luarcis’ Seele, die durch seine eigene Lebenskraft, die er in seinen Angriff gesteckt hat, mitgetragen wurde, verband sich mit der zusammengesetzten Energie aller anderen Lebewesen und leitete sie. Sie erkannten, dass er ihnen ähnlich war, ihren Schmerz teilte und so ließen sie sich von ihm führen.
Der dunkle Gott spürte, wie alles in ihm in Wallung geriet, er wusste, dass seine eigene übermächtige Kraft, die ihn stärker machte als alle anderen, unbesiegbar, gottgleich, sich plötzlich gegen ihn selbst wandte und ihn für das büßen ließ, was er getan hatte.
Seine Energisten, die über seinen ganzen Körper verstreut waren, strahlten hell auf, durch die wilde Energie, die seinen Leib durchfloss. Immer heller glommen sie auf und boten eine ebenso spektakuläre, wie schaurige Lichtshow. Schließlich wurde es ihnen zuviel, sie konnten der geballten Kraft nicht mehr standhalten und zersprangen in tausende Einzelteile. Dampfende, ausgebrannte Krater zierten nun den ausgemergelten Körper des einstigen Lichtdrachens und waren nunmehr die letzten Zeugen seiner Herkunft. Nun war er vollkommen blind, all seine Sinne waren betäubt, er spürte nur noch diesen unsäglichen Schmerz, den Schmerz, den er einem ganzen Planeten zugefügt hatte und den er nun selbst spüren sollte, als Strafe für sein unverzeihliches Vergehen.
Sein Schmerzensschrei verstummte allmählich, denn seine Lungen hatten nicht mehr die Kraft, ihn zu nähren. Schließlich drang die Energie auch zwischen seinen Schuppen aus seinem sterbenden Körper aus, als sie sich einen Weg in die Freiheit suchte und bahnte.
Der selbsternannte Gott gab kaum mehr als einen erstickten Laut von sich, als die Kraft kollabierte und in einer heftigen Lichtexplosion seinen kranken Körper buchstäblich zerfetzte, um sich in einer schimmernden Energiewelle in alle Richtungen über die Oberfläche des leblosen Planeten zu bewegen. Die Kraft, die ihm gestohlen wurde, kehrte nun endlich zu ihrem Ursprungsort zurück, sie wurde wieder von dem Planeten absorbiert, um seinen entgültigen Zerfall zu verhindern und ihm neues Leben einzuhauchen.
Währenddessen schwebten Magan und Luarcis noch in der Luft, doch als der Weiße seine Kraft verbraucht hatte, sank er langsam, nun mit einem Ausdruck tiefer Erschöpfung im Gesicht, zu Boden zurück. Auch Magan tat es ihm gleich, er war die ganze Zeit über ohnehin nicht mehr fähig, selbst zu fliegen und wurde nur durch Luarcis’ Kraft in der Luft gehalten. Nun, da sie verschwunden war, musste er unweigerlich zum Boden zurückkehren, was ihm nur recht war. Während er fiel, konnte Magan noch den Todeskampf des Gottes mitverfolgen, aber Luarcis bekam wohl gar nichts mehr davon mit.
Aber auch Magan war zu erschöpft und immer noch in Lebensgefahr, deswegen schwanden ihm auch seine Sinne und er verlor das Bewusstsein, als er die Oberfläche erreicht hatte. Er sah nicht mehr die Schockwelle, als die verlorene Energie dem Planeten zurückgegeben wurde, während er in seinem Inneren einen Kampf mit sich selbst ausfechtete. Luarcis war neben ihm gelandet, der Glanz auf seinen Schuppen war verschwunden, ebenso der leere Blick und er wurde von einem glasigen, vollkommen erschöpften Ausdruck ersetzt. Seine Beine schlotterten und sein ganzer Körper zitterte, als er mit den letzten Sekunden seines Bewusstseins rang. Doch es war aussichtslos und mit einem letzten, nun klaren und traurigen Blick auf seinen im Sterben liegenden Freund sank auch Luarcis zu Boden und in tiefe Bewusstlosigkeit.
Die Energiewelle des besiegten Gottes breitete sich aus und überall da, wo sie den trockenen Wüstenboden berührte, wuchsen fast sofort dichte, grüne Büschel von saftigem Gras und Pflanzen. Der karge, tote Boden bekam endlich seine schon lange geraubte Lebenskraft zurück und trug Früchte, die schon lange von seinen einstigen Bewohnern, deren letzte Überlebende dem Schauspiel von einem kleinen Raumschiff hoch über ihnen bewohnten, vergessen wurden.
Die Welle erreichte jeden Winkel des Planeten und kam auch zu zwei tapferen Drachen, die für diese Welt gekämpft hatten und auch im Angesicht größter Not nicht zurückgewichen sind. Sie hätten beinahe ihr eigenes Leben für eine ihnen unbekannte und fremde Welt gegeben und sie würde es ihnen danken.
Ein goldener Schimmer überzog die beiden regungslosen Körper, als die Welle sie traf. Magans Brustwunde begann sich nun vollends zu schließen und auch sein Inneres wurde von dieser Kraft durchflossen, so dass der dunkle Nebel, der ihn immer mehr verschlang, verdrängt wurde und seinem Geist der Weg zurück zeigte. Auch Luarcis wurde davon betroffen, auch wenn er keine äußeren Verletzungen hatte, so hatte er doch in seinem Innersten sehr viel gelitten. Dichte Ranken und Pflanzenstängel wuchsen aus dem Boden und umschlangen sanft seinen Körper und seine Beine. Sie verbanden sich mit ihm, so wie er auch mit ihnen verbunden war und sie würden auch ihre zurückgewonnene Kraft mit ihm teilen, während er ruhig seinen langen wohlverdienten Schlaf genoss…
Nur Leundra konnte noch sehen, was um sie herum geschah. Die ganze Wüste hatte sich komplett verändert, das karge, staubige Ödland hatte sich in eine fruchtbare, grüne Landschaft verwandelt. Es würde Zeit brauchen, bis sich der Planet wieder vollkommen erholt und die Vielfalt des Lebens wieder Einzug in die Landschaften und Ozeane gehalten hätte, aber er war gerettet, und das war schließlich alles, was zählte. Alles war nun saftig grün, alles bis auf einen Fleck, die Stelle, an dem der einstige Gott sein Ende fand. An diesem Punkt, wo sein zerstörter Körper schon langsam in den Boden sank und vom Sand überweht wurde, wuchs keine einzige Pflanze, und das würde es auch niemals, ein ewiges Mahnmal, das an diesen Tag erinnern würde, auch lange noch, nachdem die drei mutigen Drachen diese Welt schon längst wieder verlassen haben würden…


ENDE :lu:


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