Das Auge des Drachen

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Das Auge des Drachen

#1 Beitragvon Zoroha » So 17 Jun, 2007 15:00

Die sonne hing schon tief am Horizont. Canis beugte sich runter und betrachtete die Spur genauer. Es waren frische Abdrücke von Stiefeln, wie sie Nekromanten üblicherweise trugen. Der geruch von Tod lag ebenfalls in der Luft, Razhel konnte nicht sehr weit entfernt sein. "Ich krieg dich, Totenbeschwörer, dein Kopf bringt mir 1000 Coris ein!", dachte sie laut. Sie öffnete eine der Taschen an ihrem Armgurt und holte eine kleine silberne Pfeife heraus. Ein unglaublich hoher Ton erklang, als sie in die Pfeife blies. Kurz darauf erschien wie aus dem Nichts ein großes Echsenähnliches Geschöpf mit kurzer Schnauze, kleinen gemeinen Augen Hörnern und jeder menge Stacheln. Es war groß genug, dass Canis auf ihm reiten konnte und auf seinem Rücken befand sich auch ein schwarzer Ledersattel. An seinem langen Hals war eine Art Halsband geschnallt auf dem stand "Sirith", was offensichtlich der Name des Darangali war. Canis stieg auf und befahl der Echse langsam loszulaufen und der Spur zu folgen. "Darangali sind doch sehr praktische Reittiere", dachte sie bei sich , "Ich tat gut daran ihn in Kallat zu kaufen."
Eine ganze Weile ritt sie, ohne dass irgendetwas besonderes geschah. Hier und da kreuzten Wanderer Canis' Weg und starrten den Darangali mit großen Augen an. Diese Echsen-Kreaturen waren extrem selten und die meisten Bewohner Turikons wussten nicht einmal, dass sie existierten. Erst nach einigen Stunden entdeckte die kopfgedjägerin in der Ferne den Schein eines kleinen Lagerfeuers, in desen richtung es stark nach Tod und Verwesung roch. "Eindeutig ein Totenbeschwörer!", schlussfolgerte sie. Wie auf Befehl verlangsamte Sirith sein Tempo und schlich sich an die feuerstelle heran. Als sie nahe genug war, stieg sie von ihrem Reittier herunter und pirschte sich nooch weiter heran. Gebüsch verbarg die freie Sicht auf die Feuerstelle, doch umgekehrt verbarg es auch sie selbst. Plötzlich hörte Canis hinter sich Äste knacken und fuhr ruckartog herum. Sie blickte in das fahle Gesicht eines Mannes, der wohl noch nie das Sonnenlicht gesehen hatte.
Seine Haut war aschfahl, seine Augen ausgebleicht und die Haare waren pechschwarz und strähnig. Das Gewand, das der Mensch trug, war alt und zerrissen, die ursprünliche Farbe war unter dem Dreck kaum noch zu erkennen. Als er den Mund zum reden öffnete, sah Canis seine spitzen gelben Zähne. "Oh, wer kommt mich denn da besuchen? Die große Kopfgeldjägerin aus Pasakur. Wir wollen wohl den Ruf beim Königshaus wiederherstellen?", fragte der Nekromant neckisch.
"Halt deinen widerlichen Mund, Razhel. Du hast keine Chance mir zu entkommen"!, feuerte Canis zurück.
Razhel brach in krankhaftes Gelächter aus. "Du untershätzt meine Macht, junge Wölfin. Das Auge des Drachen macht mich unbesiegbar!"
"Na das werden wir sehen!", sagte Canis und sprang auf. Noch in der Bewegung beschwor sie ihre Schattenklinge und holte zum Schlag aus.
Geschickt wich der Nekromant der Klinge der Sense aus und sprach eine Formel. Noch bevor Canis wusste, wie ihr geschah, wurde sie entwaffnet und knallte hart auf den Boden. Sie sah noch, wie Razhel sich zu ihr herunterbeugte, bevor sie das Bewusstsein verlor.

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Als Canis die Auge aufschlug sah sie zunächst nur verschwommenene Orange und Schwarztöne. Erst nach einigen Augenblicken erkannte sie, dass sie in einer von Fackeln beleuchteten Höhle war. Canis versuchte sich aufzusetzen, doch irgendetwas hielt ihre Handgelenke am Boden. Als sie auf ihre Hände sah, sah sie, dass sie mit Ketten gefesselt am Boden lag, Hände und Füße gut fixiert sodass ein Entkommen unmöglich war.
"Dieser verdammte Bastard", fluchte Canis, "Was hat er nur mit mir vor?"
Hilflos blieb ihr nichts weiter übrig, als abzuwarten bis razhel zurückkommen oder sie jemand in dieser Höhle finden würde.

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#2 Beitragvon Silverdrak » Mo 18 Jun, 2007 00:43

Irgendwo auf einer von Wald umgebenen Straße:
"hm... wo lang?", grübelte Silvi und blickte abwechselnd in beide Wegrichtungen.
'Ist doch egal. Ich verstehe so wie so immer noch nicht was wir hier machen.' brummte Firnor verstimmte Stimme durch Silvis Kopf.
"Das weist du doch ganz genau." antwortete Silvi ein wenig genervt, während sie noch sehr weit entfernt Wanderer näher kommen sah.
'Wenn Mar'self seine Bibliothek wieder aufbauen will, bitte, aber dann soll er das doch gefälligst selber machen. Als ob es nichts besseres zu tun gäbe...'
"Wie Welten erobern? Oder Pläne dafür schmieden?", witzelte die Silberne.
'Ganz genau. Ich mein es ist ja nett das er doch irgendwie überlebt hat, aber...'
"Also so wie ich das verstanden habe war Mar'Self schon tot, aber man hat ihn wohl zum Dank für die Vernichtung unzähliger Rissdämonen, die das gesamte gefüge bedrohten, wieder zurück geschickt."
'...wie dem auch sei. Es ist seine Welt und seine Schuld das sie unter gegangen war. Er hätte das Amulett der Elemente ja nicht erschaffen brauchen. Wie so müssen wir für ihn arbeiten? Wir kommen ja nicht mal aus dieser Dimension.'
Silvi schnaufte. "Ist doch egal ob wir von hier sind oder nicht. Mir macht der Job des Weltenforschers Spaß und ich finde wir können dem armen Mar'self ruhig ein wenig helfen."
'Armer Mar'self... Tzz ihn haben sie nicht eine Ewigkeit ins Nichts gesperrt. Der soll mal nicht so rum jammern wegen einem kaputten Planeten....'
"Immer hin muss er ganz von vorne anfangen und ich weis nicht, aber wenn du mir weiterhin auf dem Geist gehst bitte ich darum DICH wieder ins Dazwischen zu sperren, dann hätte ich mal meine Ruhe."
Es herrschte für eine Weile eine verstimmte Stille.
Silvi musterte die Wanderer in der ferne. "Menschen haben die hier." Die Drachin setzte sich auf die Hinterbeine und wollte sich grade verwandeln als Firnors Stimme wieder durch ihren Kopf dröhnte.
'Du willst dich doch nicht ernsthaft wieder in eine dieser minderwertigen Kreaturen verwandeln?'
"Doch genau das, habe ich vor. In dieser Form kann ich nicht bleiben. Vergangene Erfahrungen haben mich gelehrt das doch immer wer an mein Silber will oder einfach damit angeben möchte das er/sie einen Drachen erledigt hat. Das ist mir viel zu stressig.", murmelte Silvi, weiter die Wanderer beobachteten, die sie aufgrund der Distanz noch nicht gesehen hatten (Silvi hat ziemlich scharfe Augen).
'Dann lass mich das machen.' meinte Firnor, während er Silvi im Geiste angrinste.
'Mich fasst bestimmt keiner an und sollte jemand nerven, sorge ich dafür das er es tut.' Er lachte grimmig [man muss dazusagen, das Firnor vom Aussehen her ein Dornendrache ist. Und nicht bloss ein paar Dornen. Überall hat er Dornen, sogar seine Schuppen sind noch mit feinen Nadeln besetzt. Im Grunde kann man ihn nicht anfassen ohne sich zu verletzen. Er ist daher was aufwendig zu zeichnen drum gibts noch kein Bild von ihm. Es ist aber eins in Arbeit.].
"Nein, du weist was ich davon halte."
'Ja, du bist ein Langweiler. Ich finde ganz witzig zu zu sehen wie manche Kreaturen sich selbst umbringen. Man könnte hier sicher viel Spaß haben, aber nein... du willst ja nicht.'
Silvi betrachtete in Gedanken eine Weile Firnors Vorstellung von Spaß bis sie nicht mehr hin schauen konnte.
"mmm... nein danke." Manchmal wäre es ihr doch lieb die finstere Drachenseele los zu sein, andererseits war er manchmal auch ganz brauchbar.
'Wolltest du dich nicht vor diesen Kreaturen da, verbergen?', erinnerte er sie.
Die Drachin blickte aus den Gedanken auf. "Richtig." Sie schnauft. Die Wanderer waren inzwischen recht nah, für eine Verwandlung bevor man sie sehen konnte war es zu spät. Daher wandte sie sich dem Wald zu und lief dort ein Stück weit hin ein, dort spiegelten sich die Bäume auf ihrem Silber so das sie nahe zu unsichtbar schien.


Anderswo:
"hm... das sieht nicht wie die Eishölle aus.", meinte Rafkanis als er sich umblickte.
"Sollen wir zurück gehen?", fragte Sen'Sera und deutete zur noch offenen Tür die sie hier hergebracht hatte.
"Nein, wenn du nicht zurück willst, schlage ich vor das wir hier nach einer weiteren Tür suchen. Vielleicht finden wir hier irgendwo den Weg zurück in meine Eishölle. Außerdem war ich hier noch nicht."
Der Teufelswolf schnupperte in der Luft. Sen'Sera war nun schon längere Zeit mit dem Wolfsdämon unterwegs. Manchmal war es ganz schön abenteuerlich gewesen, aber es machte ihr Spaß. Es war ein bisschen wie früher als sie noch zu einer Diebesbande zählte.
"Lass uns ein Stück da lang laufen.", sagte der Wolf schließlich. Er hatte eine interessante Witterung aufgenommen.
"Okay, immer deiner Nase nach.", grinste die Talaris und schwang sich auf Rafkanis Rücken. "Ich hoffe wir kommen an etwas essbarem vorbei.", fügte sie hinzu. Dann lief der Wolf enthusiastisch wie immer los und ließ die Tür zurück.
Nach kurzem Lauf, tigerte der Wolf um ein erloschenes Lagerfeuer und schnupperte.
"Sieht aus als wären wir zu spät. Das Feuer ist schon aus, eventuelle Speisen sind gegessen und die Lagernden weitergezogen.", murmelte Sen bedauernd von Rafkanis Rücken aus, wobei ihr Magen lautstark knurrte.
"Die Bestie in deinem Bauch ist aber gierig.", brummte der Wolf, "meine kommt länger ohne was zu essen aus." Seine Nase suchte dabei weiter den Boden ab. "Sie sind noch nicht lange fort. Vielleicht können wir sie ja einholen.", mit den Worten folgte er einer Spur durch den Wald bis sie eine Höhle erreichten.
Die Talaris musterte den Höhleneingang.
"Ich weis nicht ob wir da rein gehen sollten. Ich hab ein seltsames Gefühl bei der Sache."
Sie fing an unruhig auf dem Rücken der Wolfes rum zu wibbeln.
"hm... Ich finde ein Blick kann nicht schaden. Im Zweifelsfall verschwinden wir halt wieder. Das hat ja sonst auch geklappt."
Sen musste bei der Aussage husten. "Naja wie mans nimmt.", murmelte sie schließlich.
Der Wolf hatte inzwischen die Höhle betreten. Niemand war zu sehen. Er folgte weiter der interessanten Spur. Sen fühlte sich hier irgendwie beengt und hoffte das sich ihr Gefühl täuschte.
Dann erreichten sie eine hell erleuchtete Höhle. Zu mindest war es hier heller als in dem Gang.
"Warum halten wir?", fragte die Talaris und versuchte an Rafkanis Mähne und Kopf vorbei in die Höhle zu schauen.
"Ich wusste doch das es hier was interessantes gibt.", meinte der Wolf, stromerte in die Höhle und setzte sich neben ein am Boden befestigtes Wesen, wobei Sen von seinem Rücken rutschte und unsanft auf ihrem Hintern landete.
"Aua! Du hättest mich wenigstens warnen können.", knurrte sie, ehe sie aufstand um das gefesselte Wesen in Augenschein zu nehmen.
"Du kommst wohl nicht aus der Eishölle.", stellte Rafkanis fest als er die dämonische Werewölfin musterte, "was machst du hier?"
"Ein anderer Wolfsdämon?", fragte Sen überrascht.
"Ja, schau doch mal ob du irgendwo Schlüssel für die Ketten findest.", antwortete der Wolf. Er schien ganz verzückt von seinem Fund. So hatte die Talaris den Wolf jedenfalls noch nicht gesehen. Dieser saß immer noch Schwänze wedelnd [er hat 3] da.
"Ich weis nicht, Raf. Aber es wird sicher einen Grund geben weshalb sie hier angekettet ist.", erwiderte Sen, sah sich aber dennoch mal in der Höhle um.

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#3 Beitragvon Zoroha » Mo 18 Jun, 2007 21:38

Canis' Ohren zuckten, als sie die fremden Stimmen hörte.
"Was ich hier mache?", fragte sie in sarkastischem Ton, "Ich denke, dass ich nicht viel machen kann außer hier am Boden zu liegen. Und der Grund, warum ich mich in dieser.... Lage befinde, ist der, dass ich einem gefährlichen Nekromanten auf der Spur war. Vielleicht habt ihr schonmal von ihm gehört, sein Name ist Razhel Kesh und er ist derjenige, der das Auge des Drachen aus der Krypta des Königs stahl soweit ich weiß. Mich interessiert seine Geschichte eigentlich nicht, ich bin nur hinter dem fetten Kopfgeld her, das auf ihn ausgesetzt ist."
Canis machte eine Pause, die Ketten bereiteten ihr mit der Zeit starke Schmerzen und schnürten ihr die Brust zu. "Dieser verdammte Bastard hat mich überrumpelt, als ich mich an sein Lager pirschte. Ich dachte, ich könnte mit ihm fertig werden, doch ich habe seine Macht wohl unterschätzt. Das wird mir nicht noch einmal passieren!"
Sie musste wieder eine Pause machen, die Ketten schienen sich immer enger um ihre Brust zu schnüren. "Wer seid ihr eigentlich? Könntet ihr mir vielleicht hier raus helfen? Diese Ketten sind anscheinend magisch präpariert und werden mich mit der Zeit umbringen...."

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Zur gleichen Zeit mitten im Wald:

Razhel hielt die faustgroße Kugel in seiner spinnfingerigen Hand und betrachtete den magischen Schimmer, der von ihr ausging. Er fragte sich, woher dieser Schimmer plötzlich kommen konnte und hielt die Kugel in verschiedene Richtungen. Seine Vermutung bestätigte sich. In einer Richtung schimmerte die Kugel stärker, als in den anderen. Er beschloss in diese Richtung zu gehen um nachzusehen, was das seltsame Verhalten des Auges auf sich hatte. Je näher er kam, umso stärker schimmerte es und als das Auge schließlich bläulich aufleuchtete, wusste er, dass er der Ursache ganz nahe sein musste, doch er sah weit und breit nichts. Murmelnd schloss er die Augen und begann mit seinen Siinnen nach magischen Auren zut tasten. Ein paar Meter vor ihm stand etwas, doch er konnte nicht bestimmen was es war. Razhel spürte nur eine uheimlich starke Aura, die ihm sogar mit der Hilfe des Drachenauges noch gefährlich werden konnte, da er noch nicht die Volle Kontrolle über dessen Macht hatte.
Kurzerhand beschloss er, der Sache nicht weiter auf den Grund zu gehen und in seine Höhle zurückzukehren. Er hob das Auge vor sein gesicht und murmelte etwas unverständliches, im nächsten Augenblcik war er aus dem Wald verschwunden.

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Zurück in der Höhle:

Razhel war direkt in seiner Kammer gelandet, die mit makaberen Gegenständen geschmückt war: An den Wänden hingen einige Körperteile und in den provisorisch gebauten regalen standen jede Menge Bücher über schwarze Magie. Sein Arbeitsplatz bestand aus einem krummen hölzernen Schreibtisch und einem Stuhl, der aus Knochen gemacht war. Mit einem Schmunzeln öffnete er die Holztür, die den Eingang seines Raumes verschloss nd trat in den Höhlengang.

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#4 Beitragvon Silverdrak » Mi 20 Jun, 2007 01:42

Silvi beobachtete wie die Wanderer vorbei gingen. Wo sie wohl hingingen?
'Siv*. Keine Zeit um niederen Kreaturen nach zu spoinieren.'
Seine Stimme klang ernst und ließ die Drachin unruhig werden. Sie blickte sich um, versuchte zu erkennen was den Finsteren aufmerksam werden ließ.
'Es ist besser du lässt mich das machen.', meinte er nach einer Weile. Silvi zögerte, möglicherweise war es nur ein Vorwand um irgendwas anzustellen. 'Du solltest dich bald entscheiden oder aber unsichtbar machen.' meinte der Finstere fast wie nebenbei. 'Aber nicht-magisch. Ich hab das dumme Gefühl, dass ein Zauber Aufsehen erregen würde.' fügte er schließlich hin zu. 'Ein Magier also?', schlussfolgerte Silvi, 'Es wäre einfacher wenn du einfach sagen würdest worum es geht.'
'Würdest du mir glauben?' Er grinste sie an.
'Also schön…' Schnaufend überließ sie ihm die Kontrolle. Ihr Körper veränderte sich wie üblich. Das Silber wurde dunkel, unzählige Dornen schienen sich aus der Haut zu bohren und ihre Augen färbten sich schwarz. Dunkler Nebel schien sie eine Zeitlang zu umgeben. Firnor schielte über seine Schulter in die Richtung aus der er etwas dunkles näher kommen spürte. Schwarzer Dampf stieg aus seinen Nüstern. Ein Zeichen für seine Anspannung und Vorfreude, die das Seelenfeuer in seinem Innern brodeln ließ. Er wisperte etwas und kurz darauf ließen die Schatten der Bäume ihn verschwinden. Zu mindest war er nun für die meisten Wesen nicht mehr zu sehen.
Mit leicht zusammen gekniffenen Augen hielt er weiter Ausschau nach dem mächtigen Wesen, das sich näherte. Still verharrte er. Silvi wollte einer Konfrontation aus dem Weg gehen. Ihm wäre lieb wenn der andere sie dennoch bemerken würde. Wo er schon mal die Gelegenheit hatte was zu tun, würde er sie schon gerne nutzen.
Bald kam sein Opfer in Sichtweite. Firnor war etwas enttäuscht das es bloss eine niedere Kreatur war, wie er alles nannte was nicht Drache, größer Dämonisch oder sonst wie überzeugend fabulös war, auch wenn sie eventuell mächtig war. Sein Interesse wanderte schnell zu dem Artefakt in den Händen der kleinen Kreatur. Was mochte das sein? Was bewirkte es? Firnor verspürte den Drang es haben zu wollen. Auch Silvi fand es interessant. Ihr ging es aber mehr um den hübschen Schimmer als um seine Fähigkeiten.
'Du solltest es besitzen, findest du nicht? Sieh nur wie schön es schimmert.' wisperte ihr eine Stimme zu.
Silvi seufzte. 'Ja… aber Firy das mit dem Einreden von Dingen funktioniert bei mir nicht. Weist du doch.'
Der schwarze Drache grollte innerlich. Er konnte es nicht leiden, wenn sie ihn 'Firy' nannte. Sie wusste das ganz genau und machte das nur um ihn zu ärgern.
'mm… Dann halt nicht…' Aber insgeheim hoffte er das die dunkle Gestalt einen Fehler machte. Doch zu seinem bedauern blieb sie kurz vor ihm stehen und beschloss scheinbar, dass er was anderes zu tun hatte und verschwand mittels eines Zaubers.
Firnor schnaubte verstimmt und eine kleine schwarze Flamme züngelte aus seinem Maul. Mit seinem Schwanz verwischte er ein paar unscheinbare Symbole im Waldboden unweit der Stelle wo der Fremde gestanden hatte. Silvi war immer wieder erstaunt wie der dunkle Drache, diese Zeichen immer so unauffällig irgendwo anbrachte. Er musste die Runenzeichen mit dem Schwanzende gemalt haben. Auch fragte sie sich welchen Zauber Firnor im Fall des Falles vor gehabt hatte damit zu wirken. Die Drachin war aber ganz froh das es so ausgegangen war.
"So macht das gar keinen Spaß. Der kann doch nicht einfach verschwinden!", beschwert sich Firnor grollend. Nachdenklich blickte er sich um, doch ehe er auf dumme Gedanken kommen konnte, übernahm Silvi wieder.
"Ich finde es ist ganz gut gelaufen.", meinte die Dachin, "Was hat er hier wohl gemacht?"
'Keine Ahnung.', brummte Firnor etwas beleidigt. Er bekam nicht so oft Gelegenheit zum Freilauf und jetzt hatte er das gar nicht nutzen können. Das ärgerte ihn daran am meisten.
"Wo der wohl hin ist?", einen Moment lang blickte Silvi zu der Stelle wo die Gestalt gestanden hat. "Ich finde er hatte was gruseliges an sich.", murmelte sie dann.
'Der Tod ist mit ihm.'
"Wie meinst du das?"
'Ich denke, er ist ein Nekromant.', antwortete der dunkle.
"Verstehe..." Firnor hätte sich sicher gerne mit ihm gemessen. Der Drache wendete selbst gerne nekromatische Zauber an. Nicht immer aber wenn dann gerne. Wobei der Dornige aber eigentlich alle seine Zauber, die aus verschiedenen Sparten der Dunklen Magie stammten, gerne anwendete.
"Nun gut, ich denke wir sollten jetzt endlich das tun weswegen wir ..."
Silvi erschrak fürchterlich als plötzlich Firnors Schwarze Tentakel um und unter ihr empor schossen und um ihre Beine herum wedelten oder wickelten. Mit dem rechte Vorderbein wedelnd, versuchte sie sich zu befreien.
'Lass das.', brummte Firnor. Silvi musterte die Tentakeln unruhig.
"Waren die nicht mal kleiner?"
'Naja, auch schwarze Tentakel können wachsen.'
Silvi runzelte die Stirn während sie das Gewusel um sich beobachtete. Die Schwarzen Tentakeln waren eine Art magischer Begleiter. Sie waren schon sehr lange mit Firnor im Bunde. Wenn man sie so betrachtete, erinnerten sie etwas an langes wehendes schwarz erscheinendes Gras. Normalerweise hielten sie sich unterirdisch auf, man konnte sie als einen Schwarzen Fleck unter sich erkennen. Heraus kamen sie normalerweise nur wenn sie nach einem Opfer schnappten um ihm seine Energie zu entziehen. Einem großen Wesen konnten sie nicht wirklich was anhaben, außer es vielleicht festzuhalten. Bei kleinen Wesen mit geringem Energievorrat konnten sie gefährlich sein. Üblicherweise teilten die Tentakel die ausgesaugte Energie mit Firnor.
"Wann hast du sie gerufen?... Ist das eigentlich ein Geschöpf oder sind das mehrere?", fragte die Silberne verwirrt. Sie fragte sich wie die Tentakel aussahen, also der Rest von ihnen. Überlicherweise bekamen sie nur die Fangarme zu sehen. Vielleicht wollte sie es auch lieber gar nicht wissen.
'Eben.', antwortete Firnor. 'Es sind mehrere Wesen, die sich zu einem Ganzen zusammen setzen. Sie haben etwas gebraucht um mich zu finden. Ich hab sie ja länger nicht gerufen.'
"Und was sollen sie hier?", bohrte Silvi weiter.
'Kundschaften. DU willst doch den Planeten erforschen und ich hab Langeweile. Sie sind unauffällig und folgsam.'
"Wenn sie anfangen hier irgendwen aus zu saugen, tue ich ihnen weh."
'Tust du nicht.' fuhr Firnor sie ziemlich bösartig an, was die Drachin doch etwas erstaunte. Normalerweise waren ihm andere ziemlich egal.
Kurze Zeit darauf zogen sich die Tentakel in den Boden zurück und stoben in mehreren Gruppen auseinander. Silvi blickte ihnen misstrauisch nach, während sie darüber nachdachte ob es richtig war jemanden zu beurteilen bevor man ihn kennen gelernt hatte. Firnor hatte zwar einen Riecher für gefährliche Wesen, aber das musste ja nicht notgedrungen bedeuten das sie feindselig ihr gegeben über sein mussten. Zumindest glaubte sie schon das Wesen dunkler Gesinnung auch Gutes tun konnten. Aus dem Hintergrund vernahm sie einen merkwürdigen Grunzlaut.


Sen lauschte Canis Erzählungen während sie mit geübtem Diebes-Blick den Wert der Gegenstände abschätzte, die sich in der Höhle befanden und dabei das ein oder andere verschwinden ließ. "Nekromant?", murmelte sie, "so sieht's hier auch aus..."
Erst als das Artefakt ins Spiel kam, horchte sie auf. Ob das Ding wertvoll war? Vermutlich schon. Dann fiel ihr der Nekromant wieder ein. Richtige Magie hatte sie nie gelernt und nach Möglichkeit ging die Zauberern egal welcher Art aus dem Weg. Sie waren zu gefährlich.
"Raf, ich finde immer noch das wir verschwinden sollten.", meinte sie schließlich. Sie wollte dem Totenbeschwörer nach Möglichkeit nicht begegnen. "Schlüssel könnte ich auch keine entdecken.", fügte sie noch hin zu. "Hat sie wohl Pech gehabt."
Rafkanis blickte die Talaris etwas verwirrt an, sonst war sie nicht so herzlos. Das glaubte er zu mindest zu wissen. Sie schien doch recht angespannt.
"Nimm ihr das nicht übel, sie ist etwas beunruhigt.", sagte der Wolf zu Canis. "Ich bin Rafkanis, stammen aus einem Rudel von Teufelswölfen aus der Eishölle. Und das ist..."
"Sen'Sera und mehr muss sie nicht wissen. Immer hin weis sie nun bereits mehr über uns als wir über sie. Lass uns gehen."
"Wir können sie hier doch nicht einfach liegen lassen.", meinte Raf. "Je eher wir die Ketten abbekommen desto eher können wir hier raus.", beschloss er dann und blickte Sen erwartungsvoll an. Er wusste das Sen nicht ohne ihn gehen würde und dass sie Schlösser knacken konnte. Es wäre nicht das erste mal das er ihr dabei zu sähe.
"Brauchst gar nicht so zu gucken. Ich rühr die Dinger nicht an. Nicht wenn die magisch sind. Das letzte mal als ich sowas gewagt habe, hatte ich mehrere Wochen Bettruhe nötig."
"hm... Dann muss ich wohl alleine versuchen ob ich sie abbekomme. Mach dir keine Gedanken wegen dem Necro. Der soll nur seine Skelette auf mich hetzen. Ich mag Knochen..." Er bläckte kurz sein Gebiss mit den scharfen Knochen zermalmenden Zähnen und lief dann ein mal um die Gefangene herum um das Kettenkonstrukt in Augenschein zu nehmen. Sen hatte da so ihre Zweifel, dass sich der Totenbeschwörer so leicht überrumpeln ließe. Sie lehnte sich gegen eine Wand und beobachtete wie Rafkanis versuchte eine der Ketten durch zu beißen.
"Die sind ganz schön hart...", murmelt er nach einer Weile. "Dann eben anders. Ich hoffe du bist nicht allzu Kälte-Empfindlich.", sagte er an Canis gewandt. Er packte wieder die bereits angesabberte Kette, ließ aber außerdem seinen Eisatem ausströmen, so das die Kette einfror. und sie nun leichter brach. Er gab sich Mühe die Gefangene nicht gleich mit tief zu kühlen. Selbiges wiederholte er auch mit den verbleibenden Ketten. Zwischenzeitlich ging Sen'Sera von der Wand weg. "Habt ihr das auch gehört?" Sie glaubte eine Tür gehört zu haben. Aufmerksam lauschte sie und beschloss Sicherheitsmaßnahmen zu betreiben. Ihre Hand umschloss kurz den Griff ihres Schwertes, doch besann sie sich eines besseren und nahm doch lieber den Bogen von ihrem Rücken, den sie weit besser führte als das Schwert. Sie positionierte sich mit Abstand seitlich zum Höhleneingang, so das man sie nicht gleich sehen konnte. Dann zupfte sie einen Pfeil aus dem Köcher, der an dem Gurt um ihrer Hüfte baumelte und spannte den Bogen leicht, wobei sie den Eingang anvisierte. So verharrte sie und hoffte das die anderen Beiden bald fertig waren.



[ * Siv. -> Firnor findet das Silvi zu nett klingt, darum neigt er seid einiger Zeit dazu ihn noch weiter zusammen zu kürzen. Ab und an nennt er sie auch Xiya oder Xiyara in Anlehnung an ihren geheimen wahren Namen]

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#5 Beitragvon Zoroha » Mi 27 Jun, 2007 19:49

Canis nahm ihre gesamte verbliebene Kraft zusammen und riss die gefrorenen Ketten auseinander. "Ist dieser fette Wust, der sich Fell nennt also doch zu was gut...." Plötzlich stellte Canis ihre Ohren auf und hob ihre Schnauze in die Höhe. "Ja, ich habe es gehört. Das war eine Tür.... ...Sen...Sen'Sera.... so war doch dein Name, oder?, ich glaube der Bogen wird dir nicht viel nützen, falls es Razhel ist und dem Geruch nach ist er es. Die Mythen um das Auge des Drachen scheinen wahr zu sein, seine Macht ist unglaublich stark.... Zumindest spüre ich seit eben etwas unbehagliches in meinen Knochen und ich bin überzeugt, dass es etwas mit dem Auge zu tun hat...." Canis holte wieder die silberne Pfeife aus ihrem Armgurt und lies den schrillen Pfeifton erklingen. Das Echo schallte durch die ganze Höhle und wenige Augenblicke später kam der Darangali durch den Höhleneingang gehechtet und blieb genau vor seiner Herrin stehen. "Ich bin dafür, dass wir verschwinden, zumindest werde ich das tun. Bis ich mehr über dieses Artefakt weiß, will ich mich keinem unnötigen Risiko aussetzen. Ich werde eine Razhels Schwachstelle finden und dann werde ich das Kopfgeld für diesen miesen Nekromanten kassieren." Die Saliq stieg in den Sattel auf Siriths Rücken. "Was ihr tut bleibt euch überlassen, eure Hilfe bei dieser Jagd wäre mir jedoch äußerst willkommen, ich würde euch auch etwas von dem Kopfgeld geben, das auf Razhel ausgesetzt ist. Wenn ihr nicht wollt, werde ich mir andere Hilfe suchen müssen, auf jeden Fall werde ich keinen Augenblick länger hier bleiben und ihr solltet das auch nicht tun." Mit diesen Worten lies Canis Sirith wenden und setzte ihn in Bewegung richtung Ausgang.

Im selben Moment war Razhel direkt hinter Sen aufgetaucht und murmelte irgendetwas unverständliches, worauf Sen und Canis in ihrer momentanen Position erstarrten und sich nicht mehr bewegen konnten (Rafkanis hatte er nicht bemerkt). "Soso, eine Fremde in meiner Höhle, die einfach meine Opfer befreit. Tse-tse-tse..... Ich frage mich ja, wie du die magischen Ketten gelöst hast, mir war als hätte ich sie genügend gesichert um einen Ausbruch unmöglich zu machen. Nun gut, dieser Fehler wird mir nicht noch einmal unterlaufen!" Razhel nahm das Auge des Drachen in seine Rechte und bereitete sich auf einen größeren Zauber vor.....


Zur gleichen Zeit in einer Zwischendimension

"Irgendwelche Neuigkeiten?", fragte die Drachin. Nur ihre glühenden Nüstern waren in dem dunklen Schatten zu erkennen, ihre schwarzen Schuppen schimmerten abwechselnd lila und grün, je nachdem wie das schwache Licht auf sie fiel. Ihre Bewegungen zeigten offen ihre Gereiztheit und dass sie keine weiteren schlechten Nachrichten erduldete.
"Ja, Herrin, es gibt in der Tat Neuigkeiten", begann die kleine hagere Gestalt, die vor der Drachin auf Knien kauerte, "In der Menschenwelt geht das Gerücht um, dass ein gewisser Nekromant namens Razhel Kesh das Auge aus der Krypta des Königs entwendet hat und sich in irgendeiner Höhle im Wald vor Kallat versteckt. Eine Kopfgeldjägerin ist ihm auf der Spur."
"Ein Nekromant sagst du?", ihr linkes Auge glühte erregt auf, "Das ist hervorragend! Wenn er am alten Glauben* festhält, wird er mir mein Auge freiwillig übergeben!" Die Drachin neige ihren Kopf vor, sodass er ins Licht kam und man ihr Gesicht erkennen konnte. Ihre rechte Augenhöhle war leer, spitze Stacheln ragten über den Augen und am Nasenrücken hervor, 2 spitze schwarze Hörner zierten ihren Hinterkopf. "Finde den Nekromanten und bring ihn zu meiner Tempelruine auf Cramatoahr, dort werde ich mich sener persönlich annehmen."
"Jawohl Herrin", sagte die Kreatur, richtete sich auf und schickte sich an zu gehen.
"Ach und Gresnor..."
"Ja, Herrin?"
"Wage es nicht, zu versagen oder du wirst die Wut einer Drachengöttin zu spüren bekommen!"
"Ja, Herrin!"
Gresnor breitete seine zerissenen Flügel aus und flog durch das Portal, das sich einige meter üüber ihm auftat.

"Endlich werde ich meine Macht zurückgewinnen, endlich kann ich mich an meinen Brüdern rächen!"
Maltoris' Lachen schallte durch die riesige schwarze Kathedrale. An den Wänden bröckelten kleine Gesteinsbrocken ab.

[* Es gibt 2 Gruppen von "neuzeitlichen" Nekromanten, die einen haben einen neuen Glauben begründet und beten einen menshclichen Gott der Toten an, Nekromanten, die am alten Glauben festhalten, beten die Drachengöttin Maltoris an, die über den Tod und seit ihrer Verbannung über die Dämonen herrscht]

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#6 Beitragvon Silverdrak » Mi 04 Jul, 2007 21:19

Ein dunkler Fleck bewegte sich unauffällig durch den Höhlenboden wuselte unter allen Anwesenden unter her, prüfte ihr Energielevel. Schließlich verharrte es eine Weile unter Razhel. Schien auf was zu warten.

'Sen'Sera und Rafkanis sind auch hier.' ließ Firnor Silvi fast wie nebenbei wissen.
"Woher...? .... ach ich weis schon... Wie kommen die hier her?", fragte Silvi grübelnd.
'Was weis ich.', brummte der finstere Drache.
"Ob wir sie besuchen sollen?"
'Ach... ich weis nicht.'
"Wie so nicht?"
'Naja, sie sind nicht alleine...'
"Meinst du sich brauchen Hilfe?" unterbrach die Silberne den Drachen besorgt.
Dieser überlegte eine Weile was er antworten sollte, er wusste ganz genau was in der Höhle passierte, die schwarzen Tentakeln hatten es ihm geflüstert und warteten nun auch Anweisungen.
'Nein, ich denke nicht.', meinte er schließlich und grinste innerlich, er hatte keine Lust auf lästige Bekanntschaften, die nur Probleme mit sich brachten, 'Außerdem sind sie ziemlich weit weg und du wolltest kein Aufsehen erregen.'
"Ich bin erstaunt, dass wir immer alte Bekannte an Orten finden wo man sie gar nicht erwartet.", sagte Silvi während sie wieder überlegte wo sie lang gehen sollte. Rings um war nur noch Wald. Irgendwo war doch der Weg gewesen... Die Drachin grollte verärgert, der Luftweg war ihr wesentlich lieber, vor allem auch weil sie da nicht dauernd über irgendwas stolperte und ihr üblicherweise keine Äste plötzlich ins Gesicht schlugen. Aber fliegend würde sie entweder auffallen oder so hoch fliegen müssen, dass sie sich anstrengen musste auf dem Boden noch irgendwas zu erkennen.
'Geh da lang.' half der Gesiterhafte aus, während er in Silvis Gedanken in die Richtung deutete, die von Razhels Höhle weg führte. 'Da scheint alles friedlich und verlassen zu sein.' Die Tentakel berichteten zumindest nicht von irgendwelchen "intelligenteren" Wesen, aber von moorigem/sumpfigen Untergrund. Vielleicht bekam er Gelegenheit für etwas Freilauf.
"Okay, aber wenn wir später noch Zeit haben, finde ich doch das wir mal nach ihnen sehen sollten. Vielleicht wissen sie was interessantes zu erzählen.", sagte Silvi und lief in Firnors Richtung.

Die schwarze Tentakel verschwand so unauffällig wie sie gekommen war. Blieb aber in der Nähe um das Geschehen zu beobachten.

"hm...", Sen'Sera lies den Bogen bei Canis Worten sinken. Wenn dieser Razhel so mächtig war, war sie ziemlich hilflos ihm gegen über. Sie steckte den Pfeil wieder weg, hängte sich ihren silbernen Bogen wieder um und machte sich für eine schnelle Flucht bereit.
Rafkanis zuckte bei dem schrillen Ton zusammen und legte so lange er hallte die Ohren an um die Intensität des Tons in seinem Gehörgang abzuschwächen.
Beide, Sen und Rafkanis, beäugten das fremdartige Reittier einen Moment, das plätzlich in der Höhle stand.
"Verschwinden ist eine gute Idee, alles andere können wir später noch besprechen.", meine die Talaris noch und wollte zu Rafkanis laufen um auf dessen Rücken zu klettern, doch so weit kam sie gar nicht erst. Plötzlich war sie wie gelähmt. Ein Schauer lief ihr über den Rücken als hinter ihr eine Stimme zu sprechen begann. Der ist schnell, stellte sie fest. Furcht stieg in ihr auf. Sie hatte von Anfang an gewusst, dass es eine blöde Idee war hier her zu kommen, aber auf sie hörte ja niemand. Verzweifelt versuchte sie sich zu bewegen, doch es klappte nicht. Dann wurde es kalt...

Rafkanis' dämonische Sinne hatten ihn vor dem Erscheinen des Nekromanten gewarnt, so das er schnell reagieren konnte. Seine Gestalt veränderte sich, er schien kleiner zu werden. Der nachtblaue Wolf mit den vielen Hörnern und den Metall-Strähnen wechselte in die Anthro-Form in der er wesentlich dämonischer aussah. Er knurrte böse. Seine Augen leuchtete grell rot in seiner Hand bildete sich eine kristallisch-blau schimmernde Kugel, die flüssig zu sein schien. Rafkanis wartete nicht lange und warf die Kugel. Allerdings verfehlte sie den Nekromaten knapp und platschte stattdessen auf den Höhlenboden wo die Kugel auseinander spritzte und unter anderem die Füsse des Magiers traf. Eis bildete sich und breitete sich von allen Stellen aus wo die Flüssigkeit der Kugel gelandet war. Bald würde die ganze Höhle eingefroren sein. Das Eis wanderte auch Razhels Beine hoch.
Eilig befreite der Wolf Sen'Sera aus dem Eis, das auch sie umklammern wollte und schleppte die zum Eingang. Er bewegte sich eben so sicher über den zum Teil schon vereisten Boden wie über den nicht vereisten Boden.
"Du musst laufen!", meinte er schließlich zu dem Darangali, der wie er fand den Gang blockierte. Rafkanis warf einen Blick zu dem Totenbeschwörer und hoffte, dass dieser mit dem Eis eine Weile beschäftigt sein würde.
Er selber besaß eine gewisse Magieresistenz, aber Sen nicht und wie das mit Canis und ihrem Reittier war, wusste er nicht so genau.
Im Zweifelsfall würde er eben kämpfen, aber seine Sinne sagten ihm das sein Gegner stärker war als er.


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