Niya : Jungreiterin : Weiblich

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Silverdrak
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Niya : Jungreiterin : Weiblich

#1 Beitragvon Silverdrak » Di 04 Okt, 2011 02:00

Niya


Charakter Nummer: 7

Spitzname: keine und die die sie hatte, will sie nie wieder hören

Alter: 19

Geschlecht: Weiblich


Äußere Erscheinung: Niya ist ein eher dürres Mädchen. Zwar hat sie mittlerweile gut an Körpervolumen zugelegt, aber man sieht ihr immer noch an, dass sie lange Jahre unter Hunger gelitten hatte. Ihr Körper kann gar nicht so viel aufnehmen wie ihr jetzt immer alle zu schieben. Mit ihren 1,60m ist sie auch nicht sonderlich groß. Ihre freundlichen dunkelbraunen Augen werden oft halb von ihren hell braunen Haaren verdeckt, wenn sie diese nicht zurückgebunden hat. Bevorzugt trägt sie Lederhosen mit warmen farbenfrohen Blusen. Früher mochte sie auch Kleider, aber so schnell wird man sie wohl nicht mehr in einem vorfinden. Unter den Blusen verstecken sich zwei Messer, eins rechts eins links am Gürtel. Sie geht nirgendwo ohne sie hin. Sie waren Geschenke von Akalla und Triskes (siehe Biographie) und sind immer noch ihre einzigen Besitztümer neben einigen wenigen Klamotten und dem was sie für Alleith braucht.


Persönlichkeit: Niya ist eigentlich ein nettes und hilfsbereites Mädchen. Man kann sie sehr leicht mit kleinen Dingen und Gesten glücklich machen. Da sie nichts besitzt und nie etwas besessen hat, ist sie für jede Kleinigkeit und noch so kleine Hilfe unendlich Dankbar. Das Leben unter "freiem Himmel" hat ihre gutherzige Natur jedoch etwas einfrieren lassen. Sie hat immer versucht es allen recht zu machen, aber Zeit, Mißbrauch und Mißhandlung haben ihr eine wichitge Lehre erteilt - sie kann und muss es nicht jedem rechtmachen und ein gewisses Maße an Egoismus kann überlebensnotwenig sein. Sie gibt nicht so schnell auf und während ihre Vergangenheit sie abgehärtet hat, hat sich auch ihren Willen zu überleben gestärkt.

Im Zusammenhang mit ihrer Vergangenheit hat sie eine Abneigung gegen Männer entwickelt. Das bedeutet nicht dass sie nie wieder mit einem Mann zusammen sein wird, es wird lediglich sehr viel Zeit und Anstrengungen bedürfen ehe sie volles Vertrauen zu einem Mann fast. Besagter Mann sollte sehr geduldig und vorsichtig sein, wenn er ihre Messer nicht zuspüren bekommen möchte, wenn er ihr zu nah kommt. Niya hat Einst geschworen, dass sie niemanden mehr erlauben würde sie ohne Erlaubnis anzurühren.

Die Zeit bei Akalla half ihr Stärke und Selbstvertrauen wiederzugewinnen. Etwas was sie langsam verloren hatte seit sie gegen ihren Willen verheiratet wurde. Ihr weggesperrtes feuriges Temperament kommt langsam wieder zum Vorschein und ist bereit jederzeit auszubrechen.


Fertigkeiten: Sie hat gelernt sich im Nahkampf Selbstzuverteidigen. Mit Messer und ohne. Sie ist sicher kein Profi, aber es reicht um sich zu schützen, wenn es nötig ist. (Akallas Spezial Kurs - Selbstverteidigung mit allen hinterhältigen und unfairen Tricks - gewinnen zählt sonst nix)
Ansonsten hat sie keine speziellen Dinge gelernt und würde von sich behaupten, dass sie nichts kann. Tatsächlich hat sie aber ein gutes Händchen für Pflanzen und würde sicher eine gute Heilerin abgeben. Bei Akalla hat sie ein paar Dinge über Kräuter lernen können, ebenso wie von dem Weyrheiler in Ista.


Status: Jungreiterin (= noch in Ausbildung)

Unterkunft: Ein Weyr im West Weyr

Haustiere: die braune Feuerechse Kisu, eine weiße lang-haarige Katze Names Takara, Stockenten-Dame Lilly (ist eigentlich Alleith Haustier) und der letzte Neuzugang ist die bronzene Feuerechse Saykin

Drache: die grüne Alleith

Erstmals erschienen in: noch nirgendwo seit Iayla


Biographie: (Ein Hinweis vorweg: Niya stammt aus dem Iayla Weyr (RPG-Forum). Der nachfolgende Text ist leicht für den West Weyr angepasst. (hoffe ich denke an alles))
Niyas Geschichte:

Niya wurde in eine arme Familie geboren. Harte Arbeit war an der Tagesordung, da war nicht wie Zeit zum spielen und zum Kind sein. Dennoch hat Niya keine negative Gefühle wenn sie an diese Tage zurück denkt. Sie war mit ihrer Familie zusammen und das war alles was zählte. Sie hatte vier Brüder und 5 Schwestern. Einer ihrer Brüder starb bei einem Unfall, zwei ihrer Schwestern an einer Krankheit. Zwei weitere Schwestern hat sie nicht mehr gesehen seit sie verheiratet wurden und ihren ältesten Bruder kennt sie gar nicht, da er in jungen Jahren weggegeben wurde. Ihre Eltern waren nicht in der Lage gewesen sich um ihn zukümmern und haben beschlossen dass das das beste für ihn ist. Seither haben sie ihn nie wieder gesehen.

Mit 15 Umläufen wurde Niya mit einem etwas reicheren Farmer verheiratet - etwas reicher meint dass sein Leben etwas weniger hart ist als das von Niyas Familie, die sich durch Niya Heirat etwas dazu verdienen konnten. Von da an wurde alles nur schlimmer. Ihr Mann war etwa 20 vielleicht sogar 30 Umläufe älter als sie. Im Grunde war das aber nicht das Problem... es schien nur unmöglich ihn in irgendeiner Weise zufrieden zustellen. Körperliche Züchtigungen wurden zur täglichen Routine ebenso wie der Kampf nicht zu verhungern. Er war gierig und gemein, gab ihr kaum genug zum überleben, manchmal nur die Reste seines eigenen Mahls.
Zwei mal flüchtete Niya zurück zu ihrer Familie, doch die schickte sie nur wieder zurück, denn sie brauchten die Unterstützung, die sie durch die Heirat von dem Mann bekamen. Und jedesmal wenn sie zurückkehrte wurde es nur noch schlimmer.
Die Söhne ihres Mannes waren keinen Deut besser. Von ihnen konnte sie also auch keine Hilfe erwarten. Vor ihr hatte er eine andere Frau gehabt. Niemand wollte ihr sagen was mit ihr geschehen war, doch Niya hatte eine gute Vorstellung davon.

Der Wunsch zu flüchten wuchs immer größer je mehr Tage verstrichen. Etwa einen halben Umlauf nach ihre Heirat hatte sie genug. Nachts, als er schließlich von ihr abließ und einschlief, stand sie auf, nahm nur das Nötigste und verließ das Haus so leise sie konnte. Sie hielt das nicht länger aus. Ihr Wille war noch nicht gebrochen und sie wollte dass das auch so blieb. Zu Anfang ging sie nur langsam, aus Angst jemand könnte sie hören und ihre Flucht bemerken. Doch dann begann sie zulaufen bis sie völlig außer Atem war und langsamer werden musste. Das gab ihr Zeit ihre Situation zu durchdenken. Was sollte sie jetzt tun? Wo sollte sie hin? Darüber hatte sie bis dahin noch gar nicht nachgedacht. Sie hatte nur weg gewollt. Leider kannte sie keine anderen Orte als jene wo ihre Familie oder ihr Mann lebte. Sie waren nie irgendwo hingereist. Dafür war nie Zeit da gewesen geschweige denn Resourcen.
Einen Moment sah sie zurück. Ob sie lieber zurück gehen sollte bevor jemand ihr Verschwinden bemerkte? Dort hatte sie wenigstens ein Dach über dem Kopf. Jetzt hatte so nichts. Tränen der Verzweiflung wuchsen in ihren Augen. Kurz kämpfte sie mit sich selbst doch dann drehte sie sich weg. Nein! Niemals würde sie dort hin zurückkehren. Niemals! Sie würde lieber sterben als das alles weiter durchmachen zu müssen. Nun... da war eine hohe Wahrscheinlichkeit dass sie sterben würde... Da waren Fäden, wilde Tiere und andere dunkle Gestalten denen sie lieber nicht begegnen wollte. Wenn das ihr Schicksal war, dann sollte es so sein. Wenigstens war sie jetzt frei. Sicher vor Mißhandlungen.
Jetzt musste sie erst mal weiter gehen. Weit weg von dem Ort ihrer Qualen. Zu einem Ort wo sie niemand finden würde. So setzte sich Niya wieder in Bewegung.

In den folgenden Tagen wanderte Niya ziellos umher. Einfach vorwärts, weg von ihrem Mann aus Angst er könnte nach ihr suchen und sie zurückholen. Oft lief sie auch bei nacht um zu vermeiden gesehen zuwerden. Alles Essbare, dass ihr auf dem Weg begegnete linderte ihren Hunger. Soweit schien alles gut zu laufen, besser als sie gedacht hatte.
Aber dann, eines Abends kurz nach Sonnenuntergang als sie auf der Suche nach einem Schlafplatz war, waren da plötzlich Geräusche. Alamiert suchte sie die Umgebung ab und blickte in zwei glühende Augen, die sie anstarrten und näher kamen. Ein Wher! Panik stieg in ihr auf, sie wollte weglaufen doch stolperte sie in einen Mann, der plötzlich hinter ihr stand.
"Oh, schau. Was haben wir denn hier?", sagte der Mann das Mädchen beäugend. Ein andere Mann erschien neben ihm. "Mädchen sollten zu dieser Zeit nicht hier draußen sein.", meinte der andere. Beide sahen sich an und lachten.
"Da... da ist ein Wher!", versuchte Niya sie zu warnen. Aber der erste Mann grinste nur. "Ja, ich weis. Er gehört zu uns. Dennoch solltest du besser mit uns kommen." Er musterte sie immer noch von oben bis unten.
Niya musterte sie ebenfalls. Irgendwas sagte ihr, dass sie sich besser von den Männern fernhalten sollte.
"Nett von euch aber ich kann schon alleine auf mich aufpassen, danke.", damit wollte sie an den Männern vorbei gehen doch einer grief ihren Arm.
"Oh, wir bestehen darauf." Er machte eine kurze Pause. "Ansonsten wird Grisk sich über ein außerplanmäßiges Mahl freuen." Der Wher erschien knurrend hinter ihr. Niya schluckte hart. Offenbar blieb ihr keine Wahl. So endete sie in einer Höhle die nicht viel besser war als das Haus ihres Mannes. Nur mit mehr Männern, die mehr von ihr wollten als ihr lieb war. Da waren auch andere Frauen, aber die hatten bereits aufgegeben. Da es verboten war und aus Angst vor Bestrafungen vermieden sie es mit ihr zureden.
Niedergeschlagen musste Niya feststellen, dass sie mit ihrer neugewonnen Freiheit nicht weit gekommen war. Ob alle Männer so waren? Vielleicht hätte sie doch bei ihrem Mann bleiben sollen... Sie ertrug ihr neues Leben sogut es ging und hoffte das es irgendwann besser werden würde, doch bald kam sie zu dem Punkt an dem sie beschloss, dass sie etwas tun musste. Ihr Geist suchte angestrengt nach einem Fluchtweg. Sie wollte nicht wie die anderen Frauen enden. Nur leider war wegschleichen hier keine Option. Where bewachten den Eingang der Höhle. Dennoch behielt sie ein Auge für andere Fluchtmöglichkeiten offen.

Und dann eines Tages... "Los, Liebes, wir werden eine romantische Nacht unter den Sternen haben." Niya blinzelte verschlafen als sie plötzlich weggezerrt wurde. Sie hatte tief und festgeschlafen. Es war die rechte Hand des Anführers dieser Gruppe. Es waren Banditen, die hier und da die Leute bestohlen, den Weyrn den Zehnt abluxten. Wie auch immer der Kerl schleifte sie ungerührt aus der Höhle. Anders als die meisten anderen bevorzugte er etwas Privatsphäre. Sie gingen ein Stück die Felswand entlang bis er sie schließlich gegen die Felswand presste und begann sie zuküssen. Ihr ausgemergelter Körper hatte keine Kraft sich gegen ihn zu wehren, doch ihr Geist war immer noch scharf. Ebenso wie das Messer im Gürtel des Mannes, das plötzlich in ihrer Hand war. Das war die Gelegenheit auf die sie gewartet hatte. Schnell rammte sie es in die Seite des Mannes und zog es wieder raus als er überrascht zurück stolperte.
"Fass mich nicht an." schrie sie ihn an während der Mann immer noch die rote Flüßigkeit anstarrte, die aus seiner Seite quoll.
"Du verdammtes Biest!..." begann er doch als er aufsah war Niya verschwunden. Sie lief um ihr Leben. Wer weis was der Kerl mit ihr anstellen würde, wenn er sie jetzt erwischte. Sie wollte es nicht herausfinden. Unglücklicher Wiese kam sie nicht sehr weit. Ihr Körper war kraftlos. Es war dunkel. Sie wusste nicht wo sie war und dann war da plötzlich eine Felswand vor ihr. Entsetzt drehte sie sich um, suchte nach einem anderen Weg, aber der Mann holte sie bereits ein. Er funkelte sie wütend an und zog ein anderes Messer hervor. "So, was jetzt? Glaubst du du könntest gegen mich kämpfen? Gib mir das Messer und ich lasse dich vielleicht am Leben."
Niya Herz pochte heftig in ihrer Brust. Sie zitterte am ganzen Körper. Was sollte sie tun? Das Messer war noch in ihrer Hand, aber sie wusste, dass sie gegen ihn nicht ankam. Alles schien sinnlos. Tränen liefen ihr Gesicht runter und ihre Schultern sackten zusammen als sie sich gegen die Wand hinter ihr lehnte. Das Messer glitt aus ihrer kraftlosen Hand. Sie hatte keine Chance...
Der Mann grinste schräg und kam näher.

"Hey! Vielleicht solltest du lieber mit jemandem in deinem Alter spielen.", eine weibliche Stimme kam plötzlich von der Seite, dessen Besitzer trug Lederkleidung und - Niya war sich nicht sicher, weil es so dunkel war doch glaubte sie rotes Haar zu erkennen. Eine Narbe schien senkrecht über ihr linkes Auge hinweg über ihr Gesicht zu verlaufen.
"Du?", der Bandit wandte sich der anderen Frau zu. Diese beobachtete den Mann gelassen, dessen Gesicht sich allerdings abrupt verfinsterte. "Ich werden dich töten!", grollte er noch wütender, doch bevor er losstürmen konnte, sprang ein weiterer Mann aus dem Dickicht, griff den Banditen von hinten und hielt ihm sein Messer an die Kehle. "Das denke ich nicht..." zischte er bevor er ihm mit der Klinge die Kehle aufschlitzte. Kurz darauf fiel der Bandit tot zu Boden. Alles ging so schnell. Niya konnte den Mann am Boden und die beiden Fremden nur anstarren. Sie spürte eine gewisse Erleichterung, doch war die Situation immer noch unklar. Wer waren diese Leute?
Der Mann ging zu der Frau rüber, stoppte neben ihr. "Wir sind in Position."
Die Frau nickte einmal kurz. "Gut. Gib das Signal. Ich will sie alle tot sehen. Sie sollen nie wieder auf unserm Grund und Boden wildern!", antwortete sie, ehe ihre Augen zu Niya wanderten. "Ich denke ihr bekommt das ohne mich hin?" Die Mundwinkel des Mannes zogen sich zu einem sonderbaren Grinsen nach oben, kurz darauf war er wieder verschwunden. Einen Augenblick sah ihm die Frau nach, dann war ihre Aufmerksamkeit bei dem Mädchen.

"Nun, was soll ich mit dir machen?" Mit schnellen Schritten kam sie näher. Während sie einen weiten Schritt über den Toten hinweg machte, musterte sie ihn kurz nachdenklich. "Ein bisschen weiter da", sie zeichnete mit dem Finger einen Kreis in die Luft, "und du hättest ihn selbst getötet. Ich könnte dir beibringen wie man es richtig macht." Sie stoppte vor Niya. Jetzt konnte sie die Narbe klar erkennen. Sie musste von einem Messer sein, so klar und sauber sie verlief.
"Was denkst du?"
Niya zitterte immer noch. Die Frau machte einen furchteinflößenden Eindruck auf sie und sie war nicht sicher wie sie reagieren sollte.
"hm... Stimme verloren? Wie auch immer. Ich bin Akalla. Wie sieht's aus? Ich nehme dich mit, wenn du willst. Du solltest dich schnell entscheiden, bevor ich es mir anders überlege. Ich hab keine Zeit hier rum zustehen."
Lärm drang aus dem Wald, Kampf-Lärm. Ein Grinsen malte sich auf Akallas Gesicht und sie warf einen kurzen Blick über die Schulter.
Niya war unsicher. War die Frau vertrauenswürdig? Nun sie hat sie vor dem Kerl gerettet, aber warum interessierte sie sich für sie? Sie besaß doch nichts und für die meisten auf dieser Welt schien sie auch Nichts zu sein. Natürlich war sie dankbar, aber die letzten Wochen waren zu viel für sie gewesen und jetzt war ein Mann direkt vor ihren Augen umgebracht worden, nicht dass sie deswegen traurig wäre, dennoch löste es etwas in ihr aus. Sie sah ihre Brüder und Schwestern sterben, aber niemals wie ein Mensch absichtlich ermordet wurde. Ihr Herz schien noch schneller zu hämmern als zuvor und dann schien sich alles um sie herum zu drehen bevor ihr schwarz vor Augen wurde.
"Komm schon. Alleine kommst du hier Draußen ganz sicher nicht weit.", meine Akalla kurz bevor Niya Ohnmächtig wurde.
"Ach herje....", die Frau seufzte. "hm... was jetzt? Nun... dann werde ich wohl für dich entscheiden...", murmelte sie und hob das Mädchen hoch. Das war kein Problem für sie. Sie hatte einige Muskeln und das Mädchen war nicht mehr als Haut und Knochen.

Als Niya erwachte, fand sie sich in einer Höhle wieder. Aber sie glaubte, dass sie diese noch nicht kannte. Neben ihr saß ein wenig erfreuter Mann. Sie kannte ihn nicht. Unsicher warum der Mann da saß oder schlechte Laune hatte, zog sie das Fell, das sie bedeckte, enger an sich und rutschte weg von ihm bis eine Wand sie stoppte.
Daraufhin sah der Mann zu ihr rüber, aber in einer Weise, die ihr nur noch mehr Angst machte.
"EY AKALLA! DU WOLLTEST WISSEN WENN SIE WACH IS!", donnerte er in einen der Tunnel in der Nähe. "NUN, SIE IS WACH! Haste GEHÖRT?" Einen Moment schien er in den Tunnel zu lauschen aber dann stand er ächzend auf. "Verdammte Where...", murmelte er während er in den Tunnel humpelte und seinen Ruf von zu vor in gleicher Weise nochmal wiederholte nur noch viel genervter als zuvor. Erst jetzt bemerkte Niya einige Bandagen an seinen Armen und Beinen.
Als er außer Sicht war entspannte sie sich etwas.
Und wo war sie diesmal gelandet? Was würde ihr dies mal passieren? Ob sie versuchen sollte zu verschwinden, bevor sie es herausfand? Ja, vielleicht. Sie wollte nicht wieder so enden wie die letzten Wochen und Monate. Sie wusste nicht ob es funktionieren würde, aber sie wollte sich später auch keine Vorwürfe machen es nicht wenigstens versucht zu haben. Zu verlieren hatte sie eh nichts.
Also stand sie leise auf, spähte kurz in den Tunnel in dem der Mann verschwunden war und wandte sich einem anderen zu wo sie gradewegs in Akalla reinrannte, die zunächst mit ernstem Gesicht zu ihr runterstarrte, doch dann hellte sich ihre Miene plötzlich auf. "Super! Wie es aussieht bist zu stark genug um zu laufen. Dann werde ich dich mal in meinem Reich rumführen. Wie wäre es mit einem Schluck Klah?" Damit schob sie Niya vorwärts.

So lernte Niya eine andere Gruppe von Banditen kennen. Diese war allerdings etwas zivilisierter als die andere. Auch hier gab es Männer, die sie auf diese bestimmte Art ansahen, doch niemand wagte es sie anzurühren. Vielleicht weil Akalla ihr den Umgang mit dem Messer beibrachte oder aus Angst von Akalla, die die Gruppe führte, getötet zu werden. Akalla hatte ihre Bande fest in der Hand. Nicht Befolgung ihrer Befehle oder Regeln konnte üble Konsequenzen haben.
Immer irgendwo in ihrer Nähe war Triskes, der auch Niyas Verfolger tötete. Er war ihr Gefährte und rechte Hand. Etwas unheimliches umgab diesen Mann. Er sprach nicht sehr viel aber seine Augen schienen sich in einen hineinbohren zu können. Er tauchte immer dann hinter einem auf, wenn man es nicht erwartete. In der Gruppe wurde er gefürchtet, jeder bemühte sich ihm nicht in die Quere zu kommen.

Mit der Zeit wurde Niya ein voll-akzeptiertes Mitgleid der Gruppe. Ihr Selbstvertrauen wuchs und ihre Angst vor den Männern um sie herum ließ nach. Sie blieb aber dennoch wachsam und lernen soviel sie konnte. Hier war eine Wärme die sie seit ihrer Kindheit nicht mehr gespührt hatte. Es war als hätte sie eine neue Familie gefunden. Alles war gut.

An einem Fädenfall-Tag saßen Akalla und Niya zusammen, Becher mit Klah standen heiß-dampfend vor ihnen. Triskes war auch da. Er hielt ein Nickerchen in einer dunklen Ecke ... zu mindest schien es so, man wusste nie ob er wach war oder schlief. Oft genug gab er plötzlich ganz unerwartet Kommentare von sich.
Niya starrte nachdenklich Löcher in die Luft.
"Was beschäfftigt dich?" fragte Akalla an ihrem Becher nippend.
"Gibt es keinen anderen Weg zu leben? Versteh mich nicht falsch. Ich finde es nett hier und ich bin euch allen sehr dankbar für das was ihr für mich getan habt und tut, ... aber warum ist es für manche unmöglich frei in der Welt da draußen zu leben? Ich bin nicht sicher ob ich mein ganzes Lebenlang eine Diebin sein möchte. Andererseits wüsste ich aber auch nicht was ich sonst machen könnte." Sie seufzte und legte ihren Kopf auf die verschränkten Arme auf dem Tisch.
"Haha, das Leben ist hart, Kind. Das ist es immer. Wenn du frei sein willst werde doch Drachenreiter.", witzelte Akalla.
"Ich denke nicht dass du mich noch Kind nennen kannst. Das bin ich schon lange nicht mehr...", murmelte Niya woanders hinschauend ehe ihre Augen zu der Frau vor ihr zurückkehrten. "Drachenreiter?"
"Ja, die Leute sagen im Weyr ist das Leben anders als in der sonstigen Welt. Im Weyr ist das Essen frei, Männer und Frauen sind gleich und was könnte mehr Freiheit bedeuten als auf den Schwingen eines Drachens dahinzugleiten?"
"Glaubst du das wirklich?"
"Nun sicher wissen tu ich es nicht. Aber es gibt viele die das sagen. Sicher ist es nicht so einfach wie es klingt, aber Fakt ist, dass die Weyr einige Privilegien genießen. Barone und Menschen von außerhalb haben keinen Einfluss auf sie. Wer Schutz sucht findet ihn dort. Ich habe noch nie gehört das Drachenreiter Hilfesuchenden Hilfe verwährt. Es ist nur recht schwer an sie ran zukommen. Im Weyr leben sie doch recht isoliert."
Niya blieb skeptisch. "Wenn es so ist wie du sagst. Warum gehen dann nicht alle in die Weyr?"
"Nun, es erfordert etwas Mut dort hinzugehen. Sicher nehmen sie auch nur Leute, die sich nützlich machen und... Drachenreiter müssen gegen Fäden kämpfen. Kein ungefährlicher Job. Außer du gewinnst eine Goldene für dich." Akalla machte eine Pause. Eigentlich hatte sie es nur zum Spaß vorgeschlagen, doch je mehr sie darüber nachdachte... "Nun du könntest ja mal hingehen und schauen ob es da so ist wie die Leute sagen."
Im Hintergrund zog Triskes eine Braue hoch.
"Wie meinst du das?", fragte Niya.
"Naja, du hast eben gesagt, dass Dieb-sein nicht das ist was du tun willst. Also warum nicht etwas anders probieren? Die Drachenreiter zählen zu den Guten. Du wärst dort sicher besser und sicherer aufgehoben sein als hier."
Niya schwieg und dachte eine Weile nach, im Weyr würde ihr Mann sie sicher nicht suchen. Sie fürchtete immer noch dass er sie eines Tages aufspüren würde, auch wenn sie sich hier recht sicher fühlte.
"Igen Weyr?"
"Ista ist besser."
"Warum Ista? Igen ist viel näher. Und wie soll ich da hinkommen?"
"Ja, aber Igen ist bereits überfüllt und unsere Connections nach Ista sind viel besser. Es wird kein Problem sein dich dort hin zu bringen. Außerdem ist das Wetter dort besser.", meinte Akalla grinsend. "Nee mach dir mal keine Sorge. Wenn du da hin willst, bekommen wir das schon hin. Wenn ich mich nicht irre kommt hier dem nächst wieder eine Karavane vorbei. Der könntest du dich anschließen." Die Bandenchefin lächelte. Ja, das war ein guter Plan.
Niya sah sie etwas Fassungslos an. "Warum? Warum tust du das alles für mich? Ihr habt mich gerettet, mir alles Mögliche beigebracht, mir Kleider und Essen gegeben. Ich hab keine Möglichkeit euch das jemals zurück zuzahlen." Das beschäfftigte sie schon eine ganze Zeit. Da sie nichts besaß hatte sie einfach beschlossen Akalla ihre Loyalität zu geben.
"Schau, wir versuchen alle nur irgendwie zu überleben. Wir stehlen nicht um Reichtümer anzuhäufen, hauptsächlich jedenfalls. Die meisten von uns haben in der Vergangenheit Fehler gemacht, die uns kein anderes Leben als das als Ausgestoßene der Gesellschaft erlauben. Du aber bist noch jung und ich konnte bislang nichts finden dass du falsch gemacht haben könntest. Also warum solltest du nicht versuchen deine Sterne neu zu ordnen? Noch mal von vorne anzufangen? Ich würde das tun wenn ich du wäre. Und sollte es dort nicht besser sein, kannst du jederzeit zu uns zurückkehren. Du wirst hier immer willkommen sein."

Niya dachte die nächsten Tage darüber nach und noch ein paar Tage später standen Akalla und Triskes auf einem Felsvorsprung und beobachteten eine fortziehende Karavane in der Ferne. Das Mädchen begleitete sie.
"Willst du dass ich sie töte?" fragte Triskes ungerührt, er war eigentlich mehr ein Assassine als ein Dieb.
Akalla sah ihn an. Sie wusste dass er das Mädchen genau so mochte wie sie es tat, wenn nicht noch mehr. Doch wenn sie ihn darum bitten würde, würde er es dennoch tun.
"Was ist mit den Regel? Niemand verlässt die Gruppe, außer er ist tot."
Jetzt verstand sie. "Ich denke nicht, dass sie irgendwem von uns erzählen wird."
"Dann lässt du sie gehen?"
"Ich denke das ist das Beste. Hast du es nicht bemerkt? Zu letzt ist sie immer in der Nähe des Eingangs rumgeschlichen. Ich bin sicher früher oder später hätte sie uns eh verlassen. Sie braucht ihre Freiheit."
Triskes nickte. "Die Anderen?"
"Wir werden ihnen sagen, dass sie auf einer speziellen Mission ist. Es ist sicher keine schlechte Idee jemanden im Weyr zu haben. Vielleicht sehen wir sie eines Tages wieder." ihre Augen wanderten zum Horizont wo sich dunkle Schatten bewegten. "Wir sollten nicht hier bleiben." Damit kehrten sie in die Höhlen zurück.

Die Reise dauerte einige Tage. Dank Akallas Beziehungen kam sie unbehelligt in den Ista Weyr. Dort befanden sie die Drachen als geeignet als Kandidatin ihr Glück auf dem Sand zu versuchen. Doch noch lange bevor es soweit war, konnte sie eine braune Feuerechse an sich binden, die sie Kisu taufte. Der kleine Braune schien es sich zur Aufgabe gemacht zu haben auf sie aufzupassen, denn wann immer ihr jemand zu Nah kam sorgte er dafür das betreffende Person mehr abstand wahrte. Wenig später schenkte man ihr ein weißes Kätzchen. Takara vertrieb die Einsamkeit etwas. Im Weyr kannte sie niemanden und durch ihre Vergangenheit misstrauisch geworden, fiel es ihr nicht leicht sich mit anderen anzufreunden. Zwar hatte sie auch Kontakt zu den anderen Kandidaten, doch traff man sie eher mal im Kräutergarten bei den Weyrheilern an, als bei ihnen. Bei der nächsten Gegenüberstellung war sie dann dabei. Sie glaubte nicht, dass sie einen Drachen für sich gewinnen würde und doch verließ sie den Sand am Ende mit der grünen Alleith. Ihr Leben sollte also im Weyr statt finden. Niya war sehr erleichtert darüber endlich einen festen Platz auf Pern zu haben auch wenn sie noch nicht wusste wie es ich entwickeln würde.
Gemeinsam mit Alleith hatte sie viel Spaß. Unteranderem schliechen sich die beiden eines Tages zu einer Versammlung und machten dort den Markt unsicher. An einem Stand kaufte Niya zwei Eier. Aus dem einen, das Alleith ausgesucht hatte, schlüpfte wenig später ein kleines Entlein, das der Drachin fortan auf Schritt und tritt folgte. Aus dem anderen Ei Schlüpfte Saykin, eine bronzene Feuerechse.

Als Alleith etwa einen halben Umlauf alt war, kam ihr schließlich eine Idee. Kisu war mittlerweile ausgewachsen. Und sie hielt es für angebracht Akalla und den anderen zusagen dass es ihr gut geht. Also schrieb sie einen kurzen Brief. Bei den Banditen hatte sie angefangen schreiben und lesen zu lernen. Im Weyr hatte sie sich vom Weyrharfner unterrichten lassen. Ihre Handschrift war sicher noch nicht sie schönste, aber das war ihr egal. Stolz musterte sie ihr Schrifstück. "Jah." endlich war es fertig. Sie hatte mehrere Anläufe gebraucht. Ein paar mal hatte sie Tinte vertropf wodurch die Hälfte ihrer Nachricht unleserlich wurde. Doch jetzt war sie zufrieden. Sorgfälltig faltete sie ihren Brief zusammen. Mit Kisu hatte sie Tagelang den Nachrichten Transport trainiert. Sie war zuversichtlich dass es klappen würde. "Okay, Kisu. Wie wir es geübt haben..." Sie befestigte Ihren Brief an seinem Vorderbein. "Bring das zu Akalla." Sie schickte ihm ein Bild von der rot haarigen Frau mit der Narben im Gesicht.
Kisu zirpte, das war einfach. Im nächsten Moment war er verschwunden.

"Da ist schon wieder eins dieser Biester. Ich dachte Braggo hätte inzwischen kappiert, dass das nur Verschwendung von Resourcen ist...", grollte Akalla als die braune Feuerechse vor ihr auftauchte. Triskes Messer saußte bereits durch die Luft und erwischte eine der Flügelmembranen wodurch die überraschte Feuerechse aufschrie und kreischend auf den Tisch trudelte. Tris packte sich das zappelnde Wesen schnell bevor es Dazwischen gehen konnte um vielleicht doch noch Informationen an seinen Meister zu verraten. Gerade wollte er es erlösen als... "Tris warte! Er hat eine Nachricht. Halt ihn fest." Es dauerte eine Weile bis der Dieb die doch recht wehrhafte Kreatur unter Kontrolle hatte und Akalla ihr die Nachricht abnehmen konnte. "Hey! Die ist von Niya!", rief sie, ihre Augen wanderten zu dem immer noch kreischenden Mini-Drachen. "Du... solltest besser dafür sorgen, dass das wieder okay kommt. Es ist Niyas Feuerechse. Sie wird sie wiederhaben wollen."
Triskes verzog etwas zerknirscht das Gesicht. "TONDO! TONDO?! WIR HABEN HIER EINEN NOTFALL!.", brüllte er schließlich in die Höhle. Wenig später kam ein etwas dicklicher kleiner Mann in den Raum gehetzt. Sein Blick wechselte hecktisch zwischen Akalla und Triskes hin und her. "Was ist los? Wo ist der Notfall?", keuchte er.
"Hier!" Tris hielt ihm Kisu unter die Nase.
"Also... Das ist... Ich behandle Menschen, aber keine ...." Tris Augen wurden zu einem gefährlichen Paar Schlitze. Tondo schluckte hart. "Okay, okay... ich werde sehen was ich machen kann." änderte er hastig seine Meinung. "Aber ich kann für nichts garantieren."
Tris beugte sich etwas vor. "Du bekommst das besser wieder hin." Der gefährlich Beiton in den ansonsten ruhigen Worten, trieben dem Heiler die Schweißperlen auf die Stirn und er machte sich eilig ans Werk. Tris hielt die Feuerechse fixiert während Tondo nach dem Flügel sah und Membrane nach bestem Wissen wieder zusammen nähte. Der Eingriff schien eine gefühlte Ewigkeit zu dauern.
"So, das sollte es gewesen sein. Ob das so wieder zusammenheilt weis ich nicht. Ich... ich hab noch nie eine Feuerechse oder etwas vergleichbares behandelt." Tris sah ihn scharf an. "Er ... er sollte den Flügel vorerst nicht belasten. ... Bitte tu mir nichts...."
"Wir werden sehen. Verschwinde jetzt." Er sah dem Mann noch nach, nahm dann die Feuerechse wieder an sich. Diese hatte sich beruhigt als der Flügel mit Taubkraut behandelt wurde und der Schmerz nachließ. Kisu musterte seinen geflickten Flügel etwas vor sich hin grummelnd.
"Warum machst du ihm solche Angst? Tondo macht seine Arbeit immer gut.", meinte Akalla vom Brief aufsehend. "Wo wir gerade dabei sind. Wo ist eigentlich Nikor hin? Hab ihn ewig nicht gesehen."
"hm?" Tris tat so als würde er nicht wissen von wem sie sprach und kraulte stattdessen den kleinen Feuerechsenkopf. Akalla zog darüber die Brauen hoch, ließ sich aber nicht vom Thema ablenken.
"Tris... mit wem ich mein Bett teile ist immer noch meine Sache..." Es war nicht so dass er jeden ihrer Liebhaber meuchelte, er ließ ihr durchaus ihre Freiheiten, aber die die sie öfters besuchten lebten schon etwas gefährlich.
"Er war nicht dein Typ..."
Akalla seufzte resigniert. "Nikor war ein guter Mann."
"Aber nicht im..."
"Genug jetzt. Es wäre schon gut wenn wir auch ein paar brauchbare Leute hätten. Berücksichtige das beim nächsten Mal bitte."
"Niya?" Tris wollte lieber das Thema wechseln.
Akalla sah ihn noch eine Weile ernst an. Sie wusste, dass sie ihn nicht ändern konnte und eigentlich wollte sie das auch nicht. Aber manchmal...
"Sie schreibt, dass es ihr gut geht und dass sie eine Grüne für sich gewinnen konnte. Sieht so aus als wäre ihr Neustart ein voller Erfolg."
"Dann sehen wir sie wohl nicht wieder.", stellte Tris fest. Kisu summte leise unter seinen Streicheleinheiten. Das machte alles gleich weniger schlimm.
Die Diebin sah zu ihrem Gefährten rüber. Versuchte seine Miene zudeuten. Sie kannte ihn nun schon seit vielen Umläufen und es fiel ihr immer noch schwer zu deuten was er dachte.
"Nicht ganz." Tris sah zu ihr rüber. "Du wirst ihr die Feuerechse zurück bringen. Sie wird sich sicher Sorgen machen, wenn er nicht zurückkehrt. Und du hast Tondo gehört er darf den Flügel nicht belasten."

In der Tat machte sich Niya Sorgen um ihre Feuerechse als diese auch nach Tagen noch nicht zurückkehrte. Sie war sich sicher, dass er noch lebte, vor allem da Alleith ebenfalls bestättigte dass sie seine Präsenz wahrnehmen konnte. Eine Zeitlang hatte sie mit dem Gedanken gespielt Saykin nach Kisu auszuschicken, doch wollte sie diesen nicht ebenfalls in Gefahr bringen, so denn eine Gefahr bestand. Irgendwas stimmte nicht. Das er mal ein oder zwei Tage verschwunden war, war nicht ungewöhnlich, aber eine ganze Woche und länger? Außerdem kam Kisu fürgewöhnlich immer wenn sie ihn rief. Am liebsten würde sie nach ihm suchen. Aber Alleith war noch zu klein zum Fliegen und dann wusste sie nicht wie sie ihrem Ausbilder den Ausflug erklären sollte. Akalla und ihre Schar von Dieben lebte in den Gebirgen rund im Igen, das war ein Stück weg und sie wollte keinesfalls ihre Freunde verraten.
So hoffte sie, dass Kisu früher oder später zu ihr zurückkehren würde.

Eines Nachts weckte sie eine sanfte, vertraute Berührung aus dem Schlaf. "Tris, Alleith ist noch zu jung für sowas...", murmelte sie im Halbschlaf und rollte sich auf die andere Seite, weg von der Hand, die ihren Körper entlang strich. Es dauerte einen Moment bis ein gewisses Detail ihren Kopf zurück schnellen ließ. Nur um festzustellen, dass der schwarz-gekleidete Mann tatsächlich neben ihrer Schlafstätte hockte und sie beobachtete. Gehorsam hatte er aufgehört sie zu liebkosen. Er wusste dass solcherlei Berührungen, egal wie leicht sie waren, das Mädchen weckten würden.
"Tris!", stellte sie doch ziemlich überrascht fest. "Was... Wie kommst du hier rein?" Der Kopf des Mannes liegte sich schief. Er schien zu überlegen was er antworten sollte, doch ehe er etwas sagen konnte, wedelte Niya mit der Hand. "Nein, vielleicht.... ich will gar nicht wissen wie du hier rein gekommen bist. Ich werde sicher noch früh genug erfahren wer dabei auf der Strecke geblieben ist..."
"... das wäre zu auffällig... ", meinte Tris, er hatte sich schon ein wenig geschickter angestellt immerhin wollte er nicht entdeckt werden. Als Geächteter befand er sich hier auf eher feindseeligem Terrain. Er war schon eine ganze Weile im Weyr, hatte sich Zeit gelassen und in Ruhe ausgekundschaftet wo was war, wann Niya wo war, wann die anderen Drachenreiter wo waren, wie sich die anderen gegenüber Niya verhielten und so weiter. Die Jagd war doch immer noch das spannenste am ganzen Beutezug, auch wenn es sich gerade weder auf der "Jagd" noch auf einem Raubzug befand.
"Was machst du hier?", fragte Niya. Eigentlich war es eine dumme Frage, sie wusste was Triskes Aufgaben in der Banditenbande war. Spionage und Eliminierung bestimmter Individuen. Doch wusste sie, dass Akalla die Weyr in Ruhe ließ. Sie wollte keinen Streit mit ihnen. Was machte Tris dann also hier? "Wer ist dein Ziel?", setzte sie etwas zögernd nach. In der Zwischenzeit war sie, wenig bekleidet wie sie war, aufgestanden und hatte das Tuch von ihrem Leuchtkorb genommen worauf dieser langsam heller wurde und ihren Weyr erhellte. Ein Schamgefühl besaß sie schon lange nicht mehr, dafür hatten zu viele Männer sie bereits nackt gesehen. Auch für Tris war das nichts neues. Auf Grund von Platzmangel - Akalla hatte die Frauen und sonstigen Gefangenen der Bande die Niya festgehalten hatten zeitweilig aufgenommen - hatte Akalla sie dazu verdonnert sich mit Tris einen Raum zu teilen bzw. Tris dazu gezwungen seinen bislang immer unberührten Raum mit Niya zu teilen. Für beide war es zu Anfang nicht leicht. Tris legte Wert auf seine Privatspähre und Ruhe, sonst hätte er sich vermutlich längst bei Akalla einquartiert. Und Niya hatte panische Angst vor dem Mann. Der Raum war nichts weltbewegendes. Er besaß nicht mehr als einen Tisch, einen Stuhl, einen Schrank und ein Bett. Eigentlich war es nur eine Übgangslösung gewesen, auch wenn Akalla schon ihre Hintergedanken dabei hatte. Tris, so gefährlich er auch war, war der einzige Mann von dem sie sicher wusste, dass er sich nicht an wehrlosen Frauen vergriff. Die Diebin hatte ziemlich schnell einen Narren an Niya gefressen und war sich sicher, dass aus dem Mädchen was werden konnte, wenn man sie auf den richtigen Weg brachte. Daher wollte sie sie fördern was aber möglicherweise Neid bei den anderen erzeugen würde. Akalla delligierte die meisten Dinge an Untergebene. Das sie jemanden persönlich unterrichtete, war selten. Niya zu Tris zu stecken, sollte daher auch gleich sicher stellen, dass sich niemand an sie ranwagen würde. Niemand rührte Tris Sachen an, wenn er Gliedmaßen und Leben behalten wollte. Triskes war da recht eigen, besaß eine relativ niedrige Reizschwelle und ahndete Respektlosikeiten speziell ihm gegenüber sofort. Die Anderen sollten also ruhig glauben, dass Niya zu ihm gehört, dann war sie sicher. Etwas unerwartet war dann doch, dass sich die beiden recht schnell miteinander arrangierten.
Es dauerte etwas, doch fasste Niya langsam Vertrauen als sie merkte, dass der Mann neben ihr im Bett nichts anderes wollte als schlafen. Sie gewöhnte sich bald daran, dass er sie dabei auch mal berührte und ihr näher kam, doch ging er niemals weiter, wenn sie es nicht wollte. Er konnte erstaunlich sanft sein, wenn er das wollte.
Niya lernte schnell wie sie Tris nicht auf den Nerv fiel. Eher im Gegenteil sogar. Wie Niya ließ er nicht jeden an sich ran. Um Verletzungen kümmerte er sich fürgewöhnlich selbst. Zu Anfang unterstützte sie ihn nur bei Wunden an die er schlecht ran kam, später hatte er nichts dagegen, wenn sie sich mit ihren sanften Händen um ihn kümmerte.
Als Akalla Niya dann einen eigenen Raum zuweisen wollte, hatte Tris was dagegen. Ihr war bereits aufgefallen, dass aus der eigentlich nur als Suggestion gedachten Gefahr, eine reele geworden war. Es sah nicht mehr nur so aus als würde Niya zu Tris gehören. Er hielt nach einiger Zeit tatsächlich ein wachsames Auge auf sie gerichtet und sorgte dafür, dass man sie korrekt behandelte. Wer ihr zu nah kam bekam ziemlich schnell Ärger mit ihm.
So blieb die Raumaufteilung wie sie war. Niya störte es nicht. Sie fühlte sich bei dem finstren Kerl sicher.

Tris packte sie, presste sie gegen die kalte Wand ihres Weyrs, sah sie finster an. "Du!" war seine grimmige Antwort auf ihre Frage. Niya blieb für einen Augenblick das Herz stehen. Aber nur kurz. Sie glaubte nicht, dass er ihr etwas tun würde. Er wollte bloß ihre Reaktion sehen. Er liebte solche Spielchen, trat manchmal absichlich finster und schlecht gelaunt auf nur um zu beobachten wie sich die anderen vor ihm fürchteten.
Aber sie hatte keine Angst vor ihm. Das schien er fast noch interessanter zu finden. "Ich?", sanft strich ihre Hand über seine Wange, worauf er seinen Griff lockerte, aber enger zu ihr trat. Seine Hände berührten sie wieder sanft und sie spührte seinen Atem in ihrem Nacken. Es war nicht leicht ihn zu lesen, aber im Moment glaubte sie zu wissen was er sagen wollte. "Ich vermisse dich auch.", wisperte sie leise, ließ zu, dass er sie an sich zog. "Wenn du für mehr gekommen bist, muss ich dich aber enttäuschen. Beziehungen dieser Art sind Weyrlingen untersagt. Die Drachen würden es noch nicht verstehen." Ihr Blick ging zu der schlafenden Alleith. Tris' folgte ihrem Augenzeig. Er ließ es sich aber dennoch nicht nehmen sie zu küssen bevor er sie wieder frei gab.
"Ich bin nicht allein hier.", erklärte Tris schließlich. Niya zog die Brauen hoch und sah kurz durch den Raum.
"Wir haben deine Nachricht erhalten." Damit hielt er ihr ein zusammengeschnürrtes braunes Bündel entgegen. Kisu grunzte, mehr ging nicht. Niya starrte ihre bewegungsunfähige Feuerechse etwas perplex an bevor sie Tris einen Fausthieb gegen die Brust verpasste. "Tris! Was hast du mit meiner Feuerechse gemacht!"
Der Attentäter musterte kurz die Stelle wo sie ihn getroffen hatte und zog dann ein Messer hervor. "Er kann keine zwei Minuten still sitzen und ich hab keine Lust wegen ihm aufzufliegen." verteidigte er sich.
"Er hätte den Weg auch alleine zurück gefunden..."
Tris sah sie kurz an, schnitt dann das Band durch, das die Flügel zusammenhielt und zog dann den verletzten Flügel auseinander.
"Oh... darum bist du nicht zurückgekommen.", stellte Niya fest und streichelte mitfühlend den kleinen Feuerechsen Kopf. Kisu summte.
"Tondo, sagt er soll den Flügel nicht belasten, damit die Membran wieder zusammenwachsen kann."
Die junge Drachenreiterin musterte die Nähte aufmerksam, strich vorsichtig darüber. Es heilte bereits. "Richte Tondo bitte meinen Dank aus."
"Das nächste Mal häng ihm ein Glöckchen an, damit wir wissen dass er nicht zum spitzeln da ist." Tris hatte ihre Reaktion aufmerksam beobachtet. Sie schien nicht sauer oder verletzt zu sein nur froh, dass die Feuerechse wieder da war. Er wähnte sich schon sicher, doch war ihr der prüfende Blick nicht entgangen.
"Dann schau beim nächsten mal auch besser hin.", gab sie prompt etwas scharf zurück. "Hier im Weyr passt Kisu auf mich auf. Ich brauche ihn. Das dus weist." In der Tat ätzte er Leute weg, die sie nicht in der Nähe haben wollte. Zischte und Schnappte im Zweifelsfall.
Kurz suchte sie nach einem Tuch, das sie wieder um die Flügel binden konnte. Als diese wieder fixiert waren, wies sie Tris an die restlichen Schnüre zu lösen.
"Bist du sicher dass du das willst. Er ist nervtötend laut."
Niya grinste. "Jetzt mach die Dinger schon ab. Der arme Kerl." Kisu schwankte etwas als er sich langsam aufrichtete und musterte seine Beine etwas irriert. Sie waren von den Schnürren noch ganz taub. Abgesehen von dem Flügel war ihr kleiner Freund aber in guter Verfassung. Der rundliche Bauch deutete auch an, dass er reichtlich Futter gehabt hatte. Sie setzte ihn zu Saykin, der neben ihrem Kopfkissen zusammen gerollt lag und seelenruhig vorsichhin schnarchte.
Dann fiel Niya auf dass sie den finsteren Mann ganz aus den Augen verloren hatte.
"Hey, Tris!" Dieser sah zu ihr rüber. "Mein Weyr. Meine Regeln! Der Drache wird nicht ohne Erlaubnis angefasst und schon mal gar nicht wenn er schläft!"
Tris grinste über die Analogie zu einer vergangenen Situation. Etwas ähnliches hatte er ihr gesagt als sie bei ihm einquartiert wurde. Damit das verängstige Mädchen etwas Schlaf fand, hatte er die erste Nacht damals auf dem Stuhl verbracht und ihr seine Schlafstätte überlassen. Worauf er nicht sonderlich gut geschlafen hatte und den ganzen Tag irgendwen mit seiner miesen Laune quälte. Als er am Abend dann in seinen Raum zurückkehrte, hatte Niya es sich in einer Ecke auf dem Boden bequem gemacht. Sie wollte dem Mann auf keinen Fall sein Bett streitig machen und ihn um den Schlaf bringen. Akalla würde ihm aber die Ohren langziehen wenn er sie wie einen Hund auf dem harten Boden schlafen ließ. Also hat er ihr klar gemacht, dass in seinem Raum seine Regeln galten und dass in seinem Raum ausschleßlich auf dem Bett geschlafen wird. Zugegeben etwas hart, wenn man ihre Vergangenheit berücksichtigt, aber Tris war auch nicht für seine einfühlsame Art bekannt. Die ersten Wochen hatte sie wenn überhaupt nicht wirklich gut geschlafen.

Jedenfalls zog er seine Hand zurück und beschränkte sich darauf Alleith bloß aus der Nähe zu betrachten. Wann hatte man als Nicht-Reiter schon mal die Gelegenheit einen Drachen aus der Nähe zu sehen? Sie waren den Feuerechsen doch erstaunlich ähnlich.
"Tris, ich muss morgen wieder früh raus...", begann Niya und war doch etwas überrascht als er sie plötzlich an sich drückte. Wie sie, war er eigentlich kein großer Fan von Körperkontakt. Er hielt sie eine Weile fest und fragte dann ganz liebevoll: "Soll ich irgendwen für dich beseitigen?" Er meinte das toternst, aber Niya musste trotzdem lachen, weil das zum einen gar nicht in die Situation passte und zum anderen so typisch Tris war.
"Nein, aber danke das du dir Gedanken machst. ... und dass du Kisu zurückgebracht hast. Grüß die anderen von mir. Sag ihnen dass ich sie auch vermisse." Sie schluchzte leise. Sie vermisste sie alles sehr. Im Weyr fühlte sie sich immer noch etwas alleine. Zwar hatte sie Freunde hier aber sie konnte mit ihnen nicht so offen sein wie mit den Banditen.

An mehr kann sie sich nicht erinnern. Sie wusste auch nicht wie sie wieder zurück ins Bett gekommen war. Triskes war am nächsten Morgen jedenfalls verschwunden. Nur Kisus Anwesenheit ließ sie nicht glauben, dass sie bloß geträumt hatte.
Ihre weitere Zeit als Weyrling verlief relativ Ereignislos. Mit ihrem ersten Flug auf Alleith Rücken stieg sie zu Jungreiter auf. Alles lief soweit ganz gut.
Nur eines überschattete alles: Alleith erster Paarungsflug.

Gefürchte hatte sie den schon lange und eigentlich hatte sie immer ein wachsames Auge auf ihre Grüne gehalten um die Zeichen frühzeitig zu deuten, doch erwischte es sie dann eines Morgens kurz nach dem aufstehen doch eiskalt. Im Streß der letzten Tage hatte sie nichts gemerkt und dann kreiste ihr Drache plötzlich am Himmel und rief nach ihren Männchen. Ernsthaft registriert was passiert war, hatte sie erst als alles schon vorbei war und sie langsam in ihrem Bett wieder zu sich kam. Sie spürte einen anderen Körper neben sich. Frust und Wut kochten in ihr hoch. Wieder fühlte sie sich wie ein Gegenstand, den man nach belieben benutzen und rumreichen konnte.
"Bitte geh.", sagte sie kurz höflich aber bestimmt. Ihre Augen waren noch geschloßen. Sie wollte gar nicht wissen wer es war. Er sollte einfach weggehen und sie in Ruhe lassen.
"Was denn? Hat es dir etwa..." weiter kam er nicht. Das Messer das sie stets für diesen Zweck unter ihren Kopfkissen liegen hatte, bohrte sich knapp neben seiner Kehle in die Felle. Wütend funkelte sie den anderen an. Sein Gewinner-Blick verschwand abrupt. "Was genau hast du nicht verstanden? Verschwinde endlich!", fauchte sie ihn an.
In null Komma nichts war der Kerl verschwunden. Vor erst zumindest.
Niya atmete tief durch. Es dauerte eine Weile bis sie sich wieder beruhigt hatte. Ihr Ausbilder meinte später, dass Alleith etwas frühreif sei. Normalerweise würden Grüne erst etwas später zum ersten Paarungsflug aufsteigen. Alleith und Niya hatten gerade erst mit dem Feuerstein-Training angefangen.
Lumith der blaue Drache der Alleith fangen konnte, besuchte sie fortan häufig in ihrem Weyr. Niya hatte nichts gegen ihn, aber seinen Reiter konnte sie nicht ausstehen. Er schien sie auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Einmal hatte sie ihm sogar recht spontan ein Veilchen geschlagen als er schon wieder vor ihr auftauchte. Sie wollte weder mit ihm reden noch ihn sehen noch sonst was mit ihm zu tun haben. Trotzdem blieb er hartneckig. Was ihr langsam Angst machte.
Gerade als ihr Geist mit dem Gedanken spielte Tris um einen kleinen Gefallen zu bitten, hörte sie vom West Weyr und bat darum dort hin versetzt zu werden. Offiziell um den neuen Weyr mit frischem und jungem Blut zu unterstützen. Doch eigentlich ging sie um I'xion los zu werden.


So und das ist wo Niyas Geschichte hier beginnt. :3
Und ja ich hab schon einen ellenlange weiterführende Geschichte im Kopf. ^^
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GPX+ - Squiby - DC-Bingo-Liste - Silvi's Lair
West Weyr Signatur
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Kelpex (TBD)
Slith
Raal & Skrill
I'xion (TBD)
Lumith
Nebencharaktere

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